Fußgänger: Freiwild auf der Straße

30. Januar 2012 09:49

Leserbrief von: Anett Theisen, Datteln (gekürzt) — Betr.: Probleme im Straßenverkehr

Liebe Autofahrer, (...) ich bin eine von Euch. Seit dem 2. 9. 2011 bin ich aber auch Fußgänger mit Überbreite, nämlich Kinderwagen. Habe ich mich früher nur über (...) Sinnlos-Drängler und Schilder-nicht-lesen-Könner geärgert, stelle ich jetzt fest, als Fußgänger ist man nahezu Freiwild!
Auf Land- und Forstwirtschaftswegen ist mir noch kein landwirtschaftliches Fahrzeug begegnet – dafür aber eine Menge Pkw. Einige „für Anlieger frei“-Straßen haben zwar kaum Anlieger, dafür umso mehr Verkehr. Noch dazu wird dort durchgejagt, dass man als Fußgänger um sein Leben fürchten muss. In Spielstraßen wird Schritttempo (...) äußerst großzügig interpretiert und selbst in der Fußgängerzone wird man von Autos an die Seite getrieben (...).
Und was macht Muttern? Wuchtet den Kinderwagen durch den Graben über den Acker oder schiebt auf der Straße – was man als Mutter, trotz heller Kleidung, hellem Kinderwagen und einer Vielzahl Reflektoren tunlichst zu vermeiden sucht.
Die Krönung des Ganzen dann am Freitag, 27. 1. gegen 17.15 Uhr am Kasernengelände, Abzweig Am Alten Busch. Herzlichen Dank an den/die Fahrer/in des weißen Autos, der mir die Dreckdusche verpasste! Der Kinderwagen (hell, s.o.) triefte (...), mir knirschte mir der Dreck zwischen den Zähnen!
Der Ausweg aus dem Dilemma? Mir hilft:
(...) mein Stolz – ich bin schlichtweg zu stolz, doof aufzufallen, indem ich dämlich parke, drängle oder andere durch Unachtsamkeit in prekäre Situationen bringe
(...) und mein schlechtes Gewissen: Ja, natürlich mache ich auch Fehler! Aber ich bemühe mich, diese zu erkennen und mich – zumindest für mich selber – zu entschuldigen. Wozu? Eine Entschuldigung setzt Einsicht voraus, diese ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung – und wem fällt eine Entschuldigung schon leicht? Also, liebe Autofahrer, seid stolz! Die anderen Verkehrsteilnehmer werden es Euch danken!

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Alfonso Manrique Zuñiga ist 20 Jahre alt und verbringt derzeit ein Jahr in Peru. Der Waltroper berichtet in seinem Blog auf unserer Internetseite von seinen Erlebnissen vom anderen Ende der Welt.

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