In Deutschland herrscht ein deutliches Bildungsgefälle. Archivfoto: Julian Stratenschulte
Die hatte die Stadt in Auftrag gegeben, um eine fachliche Beurteilung und Vorschläge für den neuen Schulentwicklungsplan in die Hand zu bekommen. Dezernent Gottfried Oelenberg hat den Entwurf des Gutachtens jetzt den Ratsfraktionen und den Schulleitern zur Verfügung gestellt. Die abschließende Fassung werde bis zum Schulausschuss am Dienstag, 31. Januar, vorliegen.
Die gute Nachricht der Untersuchung: Die Stadt steht nicht unter Zugzwang. Kurzfristige, dringende Änderungen am Schulsystem sind nicht notwendig. Die Stadt als Schulträger könne zunächst alle drei Schulen unverändert weiterführen und erst im akuten Bedarfsfall reagieren. Der Nachteil: Dann würden weiterhin mit einer sechszügigen Gesamtschule überwiegend für auswärtige Schüler aus Dortmund und Lünen hohe Kosten entstehen. Selbst wenn man die Gesamtschule auf vier Züge verkleinere, würden noch Kinder von Auswärts benötigt. Bei sinkenden Schülerzahlen und neuen Schulformen in den Nachbarstädten, werde es allerdings nicht leichter, diese Kinder auch nach Waltrop zu bekommen. Im Grunde ist die Gesamtschule laut Rösner am Waltroper Bedarf gemessen zu groß und zu teuer.
Beim Gymnasium ermittelt der Schulexperte eine im Landesvergleich überraschend schlechte Nachfrage und eine hohe Quote von vorzeitigen Schulabgängern. Das Gymnasium schaffe es nicht, sich als attraktive, die Kinder fördernde Schule darzustellen. Rösner stellt das Gymnasium nicht in Frage, es brauche aber innere Veränderungen, um attraktiver zu werden.Problemlos läuft es laut Rösners Analyse offenbar nur in der Realschule: Eine über dem Landesdurchschnitt liegende Anmeldequote verweise auf „gesicherte Akzeptanz in der Elternschaft“. Die Schülerzahlprognose zeige, dass sich die Realschule zu einem dreizügigen System entwickeln werde und damit ein „gesicherter Bestandteil der kommunalen Bildungslandschaft“ sein könne.
Und trotzdem rät Rösner dazu, die Realschule aufzugeben: Drei weiterführende Schulen in Waltrop sind für ihn „mittelfristig kaum vorstellbar“. Er schlägt vor, neben dem Gymnasium die Realschule zunächst als Teilstandort der Gesamtschule umzuwandeln und später beide Schulen im Gebäude an der Brockenscheidter Straße zusammenzuführen.








