Um eines solcher PIP-Implantate geht es auch im Fall Farina S. Bei den Implantaten kann es zu Hüllenrissen kommen.
Großes Verbrechen
Er sieht sich genauso getäuscht wie seine Patienten. Farina S. hingegen fühlt sich „schlecht aufgeklärt“ durch ihn und wechselt für die erneute Operation zum Plastischen Chirurgen Dr. Martin Reifenrath.
Farina S. konnte die Asymmetrie optisch geschickt kaschieren, aber nicht in ihrem Bewusstsein.
Trotz Narbensalbe entwickelte sich die große OP-Narbe nicht zurück, und wenn sie sich an die Schmerzen erinnert, rät sie jeder Frau: „Wegen einer Körbchen-Größe Doppel-D sollte sich keine operieren lassen.“
Ultraschalluntersuchung
Farina S. beunruhigt neben der Gewissheit, Industrie-Silikon in der Brust zu tragen, ein Verdacht: Ihr neuer Operateur Dr. Martin Reifenrath vermutet eine Kapsel-Fibrose, die sich rund ums PIP-Implantat in ihrer linken Brust gebildet haben könnte.
„Das fühlt sich alles auch sehr hart an“, sagt die junge Frau.
Untersuchung beim Medizinischen Dienst
Vor drei Jahren erhielt sie das Implantat der Skandal-Firma PIP. Ihr linker Busen war extrem kleiner gewachsen als der rechte. Dass die Implantate reißen könnten, ahnten damals weder Operateur noch Patientin.
Ihre Krankenkasse zahlte den Eingriff, nachdem sich Farina S. einer Untersuchung beim Medizinischen Dienst unterzogen hatte. „Sie wollten feststellen, ob ich sportlich bin, und ich musste ein psychologisches Gespräch führen.“ Auch den Austausch des Industrie-Silikons in der Brust zahlt die Kasse.
Furcht vor Schmerzen
„Dr. Reifenrath wird die alte Narbe öffnen und näht dann eine komplett neue, dünne. Ich bekomme auch eine andere Implantatform.“ Farina S. fürchtet die neuen Schmerzen, hofft aber auf ein besseres Ergebnis mit einem unbedenklichen Brustpolster.
Ihrem Erst-Operateur Dr. Jochen Münzberg wirft sie vor, er habe sie nie angeschrieben.
Stimmt dies? Der Plastische Chirurg antwortet: „Dass da jemand durchgegangen ist, ist ungewöhnlich. Aus den Implantat-Pässen wusste ich ja, welche Frauen zwischen 2006 und 2009 mit PIP versorgt worden waren. Ich habe alle 40 Patientinnen, die ich gefunden habe, direkt angeschrieben, bis auf höchstens zwei, wo die Adressen nicht mehr stimmten, weil die Frauen verzogen sind.“
Dagegen hätten sich in seiner Praxis schon drei Frauen gemeldet, die in Essen operiert, aber von dort nicht angeschrieben worden seien, so Dr. Münzberg. Er habe einen guten Rücklauf, bis in den Mai hinein reichten die Termine für Nachoperationen.
Ultraschall-Kontrolle
Grundsätzlich rate er jeder brustimplantierten Frau einmal jährlich zur Ultraschall-Kontrolle.


