Projekt der Emschergenossenschaft: Am Phoenix-See wird Wein angebaut

Von Peter Bandermann am 04. Mai 2012 18:56

DORTMUND. Der Phoenix-See ist ab sofort Weinanbau-Gebiet: Die Emschergenossenschaft pflanzt dort die vor zehn Jahren gezüchtete Phoenix-Rebe auf einem kleine Berg am See an und folgt einer vor Jahrhunderten begründeten Tradition.

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Bauingenieur und Projektleiter Helmut Herter stammt aus einer Winzerfamilie. Weil der Weinbau durch den Klimawandel zwangsläufig in Richtung Norden wandert, forscht die Emschergenossenschaft mit Experten der Forschungsanstalt in Geisenheim am Rhein.

Die im Herbst 2013 einsetzende Traubenernte symbolisiert nicht nur den ökologischen Umbau der renaturierten Emscher. Der Anbau dient auch Klimaforschern, die mit diesem Experiment auf 150 Quadratmetern in bester Lage die von Experten prognostizierte „Nordwanderung“ des Weinbaus in Deutschland untersuchen.

Erwähnung schon im Jahr 1342

Die Idee zum Weinbau am See hatte der Heimatforscher Willi Garth vor fünf Jahren. Den wissenschaftlichen Hintergrund, an dem nun die Forschungsanstalt in Geisenheim am Rhein arbeitet, gab es da noch nicht.

Historische Dokumente belegen, dass der Hörder Stadtgründer Konrad von der Mark im Jahr 1342 einer Antoniusbruderschaft einen „Winberg“ (Weinberg) auf dem „Renneberghe“ (heute Am Remberg) geschenkt hatte. 1429 wird der Rebhang als „Wingarden“ erwähnt. 138 Jahre später ist von einem adeligen „Graven Wyngard“ die Rede.

Der Standort ist ideal

Nun kommt ein Bauingenieur der Emschergenossenschaft zu Wort. Der Projektleiter Helmut Herter stammt aus einer Winzerfamilie in Rheinland-Pfalz und kennt den Weinanbau von der Pike auf. „

  Dieser kleine Weinberg verfügt nicht über die kalkhaltigen Böden wie im Rheingau und wird nicht so intensiv von der Sonne verwöhnt wie die Berge an der Mosel, aber für die robuste Phoenix-Rebe ist dieser Standort ideal“, so der Bauingenieur, der bislang den Umbau der Emscher von einer „Mit dem Wasser der sauberen Emscher bewässert Herter nun die 92 Pflanzen, die in den nächsten zwölf Monaten gut 100 Zentimeter wachsen.

Der Phoenix-See arbeitet dabei als „Lichtspiegel“. Größte Feinde des Weinanbaus sind Hasen und Spaziergänger. Gegen die Hasen stülpen die Emscherwinzer dünne Plastikrohre über die jungen Pflanzen, und die Spaziergänger sollen Vernunft walten lassen.

Denn der Anbau hat einen sehr ernsten Hintergrund: Wie einst der Bergbau im Ruhrgebiet schreitet der Weinanbau in den nächsten 50 bis 100 Jahren mit der Erderwärmung in Richtung Norden voran.

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