Bauingenieur und Projektleiter Helmut Herter stammt aus einer Winzerfamilie. Weil der Weinbau durch den Klimawandel zwangsläufig in Richtung Norden wandert, forscht die Emschergenossenschaft mit Experten der Forschungsanstalt in Geisenheim am Rhein.
Erwähnung schon im Jahr 1342
Die Idee zum Weinbau am See hatte der Heimatforscher Willi Garth vor fünf Jahren. Den wissenschaftlichen Hintergrund, an dem nun die Forschungsanstalt in Geisenheim am Rhein arbeitet, gab es da noch nicht.
Historische Dokumente belegen, dass der Hörder Stadtgründer Konrad von der Mark im Jahr 1342 einer Antoniusbruderschaft einen „Winberg“ (Weinberg) auf dem „Renneberghe“ (heute Am Remberg) geschenkt hatte. 1429 wird der Rebhang als „Wingarden“ erwähnt. 138 Jahre später ist von einem adeligen „Graven Wyngard“ die Rede.
Der Standort ist ideal
Nun kommt ein Bauingenieur der Emschergenossenschaft zu Wort. Der Projektleiter Helmut Herter stammt aus einer Winzerfamilie in Rheinland-Pfalz und kennt den Weinanbau von der Pike auf. „
Dieser kleine Weinberg verfügt nicht über die kalkhaltigen Böden wie im Rheingau und wird nicht so intensiv von der Sonne verwöhnt wie die Berge an der Mosel, aber für die robuste Phoenix-Rebe ist dieser Standort ideal“, so der Bauingenieur, der bislang den Umbau der Emscher von einer „Mit dem Wasser der sauberen Emscher bewässert Herter nun die 92 Pflanzen, die in den nächsten zwölf Monaten gut 100 Zentimeter wachsen.
Der Phoenix-See arbeitet dabei als „Lichtspiegel“. Größte Feinde des Weinanbaus sind Hasen und Spaziergänger. Gegen die Hasen stülpen die Emscherwinzer dünne Plastikrohre über die jungen Pflanzen, und die Spaziergänger sollen Vernunft walten lassen.
Denn der Anbau hat einen sehr ernsten Hintergrund: Wie einst der Bergbau im Ruhrgebiet schreitet der Weinanbau in den nächsten 50 bis 100 Jahren mit der Erderwärmung in Richtung Norden voran.


