Die Münsteraner haben sich klar geäußert: Sie wollen die Gesamtschule.
26 Prozent der Bürger würden die Partei laut Münster-Barometer wählen. Die SPD käme auf 25 Prozent, die CDU auf 37 Prozent und die FDP auf 5 Prozent. Damit sind CDU und FDP die Verlierer. Die Christdemokraten bekommen im Vergleich zur Kommunalwahl 2009 etwas mehr als zwei Prozent weniger Zuspruch, bei den Liberalen sind es sogar vier Prozent weniger.
Schulpolitik
Antreiber des Politikwechsels sind in erster Linie die jungen Wähler zwischen 16 und 29 Jahren. Fast 38 Prozent dieser Gruppe würden die Grünen wählen. Während sich der Zuspruch für die Sozialdemokraten in allen Altersgruppen etwa gleich verteilt, hat die CDU ihre Stammwähler mit 51 Prozent bei den über 60-Jährigen.
Neben der Mehrheit für Rot-Grün gibt es in Münster laut Umfrage auch eine Mehrheit für eine städtische Gesamtschule. 55 Prozent halten sie für notwendig, 35,6 Prozent sogar für unbedingt notwendig. In der aktuellen Elterngeneration (30 bis 44 sowie 45 bis 64 Jahre) sind es noch mehr: 61 Prozent.
Vor 14 Jahren noch große Ablehnung
Im Herbst 1996, als die Münsteraner mit überwältigender Mehrheit in einem Bürgerentscheid die Pläne der Stadt für eine Gesamtschule abgelehnt hatten, lag die Zahl der Befürworter bei nur 31 Prozent.
Konsens besteht laut Umfrage bei den Bürgern auch darüber, dass das dreigliedrige Schulsystem einer Reform bedarf (57, 2 Prozent) und dass die Stadt aufgrund sinkender Schülerzahlen einige Schulen schließen sollte (63,1 Prozent). Unter den prestigeträchtigen Neubauten in der Stadt gefällt den Bürgern das Picasso-Mosaik laut Umfrage am wenigsten.
Nur 11,2 Prozent geben ihm die Schulnote sehr gut. 19 Prozent mögen das Werk dagegen überhaupt nicht. Die vielfach kritisierte Stubengasse kann zwar nur bei 9,6 Prozent mit der Bestnote punkten, allerdings verteilen auch nur 7 Prozent der Befragten die schlechteste Note. Beiden Bauprojekten gibt die ältere Generation eine deutlich schlechtere Bewertung als die jüngere.
Einsparungen im Etat
Die Münsteraner befürworten laut Umfrage kaum Gebührenerhöhungen oder Zuschusskürzungen, um den städtischen Etat zu sanieren. 63,2 Prozent sind für eine Erhöhung der Hundesteuer, aber nur 42,7 Prozent für einen Anstieg der Parkgebühren.
Wenn bei den Zuschüssen gekürzt werden müsse, dann auf keinen Fall bei sozialen Einrichtungen und Sportvereinen. Hier sprachen sich 93,4 beziehungsweise 86,7 Prozent der Bürger dagegen aus.
Für das Münster-Barometer haben die Mitarbeiter des Instituts für Soziologie der Uni Münster zwischen dem 20. September und 1. Oktober insgesamt 799 wahlberechtigte Münsteraner anonym befragt. Das sind knapp 0,4 Prozent der Wahlberechtigten. Die Telefonnummern für die Umfrage über die Meinungstrends zu lokalen Themen stammen aus einem computergestützten Zufallsverfahren.


