Fahrbericht: Jaguar XF Sportbrake: ein eleganter Briten-Kombi

Marl inst waren die noblen Jaguar-Karossen dem Establishment, also der etablierten, bürgerlichen Gesellschaft bzw. der Oberschicht vorbehalten. Doch auch wenn sich der britische Hersteller Hoflieferant des Königshauses nennen darf, ist Jaguar auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das wird besonders beim XF Sportbrake deutlich.

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  • Jaguar

    Mit dem XF Sportbrake präsentiert Jaguar sein einziges Kombi-Modell – in einem für uns eleganten Design. —Foto: Randolf Leyk Foto: SYSTEM

  • Sportbrake Jaguar

    Sehr aufgeräumt sieht es im Fond des Jaguar XF Sportbrake aus. Die Verarbeitung wird dabei dem Anspruch eines Premiumproduktes gerecht. —Foto: Jaguar Foto: SYSTEM

  • Jaguar XF Sportbrake

    Foto: Jaguar Foto: SYSTEM

Die Designer haben einen schicken Kombi in den Markt geschickt, der auch noch auf der Straße mit seinen Eigenschaften überzeugt. Und das Ganze zu einem Preis, der teils unter dem vergleichbarer Modelle liegt, auch wenn zum Beispiel BMW in puncto Assistenzsystem und Sicherheitsausstattung in der Klasse das Maß der Dinge ist.
Rund ein Jahr nach Markteinführung konnten wir das Modell testen – mit dem 180 PS starken Zwei-Liter-Diesel. Innen geht es im Sportbrake aufgeräumt zu. Der versprochene Wohlfühlfaktor ist tatsächlich gegeben. Die Bedienelemente sind erst einmal dort zu finden, wo sie auch hingehören.

Das Fahrwerk ist straff abgestimmt

Zwei Manko gibt es aber: Die Getränkehalter sind etwas zu klein geraten und die Schalter für die Außenspiegeleinstellungen ein wenig zu weit vorne im Türrahmen versteckt. Darüber hinaus wirkt das Interieur, das einen sportlich-eleganten Charakter besitzt, sehr gut verarbeitet.

Großer Bildschirm

Beim je nach Ausstattung zehn (25,4 Zentimeter) oder 12,3 Zoll (31,2 Zentimeter) großen Touchscreen könnte Jaguar noch etwas besser werden. Während andere Hersteller ihr Bedien- und Kon-
trollzentrum intuitiv bedienen lassen, musste ich mir im XF erst einmal etwas Zeit nehmen, um die Handhabung zu verstehen, beziehungsweise das Bordbuch durchzulesen. Spaß machte hingegen das Navigationssystem, das unter anderem in Realzeit angibt, wie viel Verkehr auf den kommenden Kilometern zu erwarten ist.
Natürlich gibt es auch noch weiteres Positives zu berichten. Das Fahrwerk ist recht straff abgestimmt, die Lenkung greift exakt. So erinnert das Fahrverhalten an den sportlichen 5er aus dem Hause BMW. Da dürften die Mercedes-E-Klasse, der Audi A 6 und Volvo V 90 zusätzliche Konkurrenz aus Großbritannien bekommen. Da lässt es sich leicht verschmerzen, dass die Innengeräusche bei höheren Geschwindigkeiten etwas laut wirken.

430 Newtonmeter

Die Automatik packt sanft und kräftig zugleich zu. Die Übergänge sind weich, die 430 Newtonmeter schnell erreicht. Am Ende braucht der Motor aber ein wenig, ehe er von 200 auf gut 220 km/h Spitze kommt. Die hohe Geschwindigkeit macht sich dementsprechend beim Verbrauch bemerkbar. Dennoch: Während unseres Tests kamen wir über alle Kilometer auf 7,0 Liter Diesel – ein Wert, der sich sehen lassen kann. Über Land reichen sogar 5,0 Liter. Wer in den Urlaub möchte, findet im Kofferraum genügend Platz für Gepäck. Die Rückbank kann im Verhältnis 40:20:40 geteilt werden und lässt das Volumen auf bis zu 1.700 Liter steigern.

Wasserdichter und stoßfester Schlüssel

Und auch hier gilt, wie in anderen Modellen: Geht es einmal mit dem XF Sportbrake zum Joggen, Schwimmen oder Radfahren, schlägt die Stunde des Activity Key: Der wasserdichte und stoßfeste Schlüssel wird am Handgelenk getragen – der normale Autoschlüssel kann währenddessen bedenkenlos im Auto verbleiben.
Übrigens: Der Jaguar XF wird mit einem kostenlosen Garantie- und Service-Paket angeboten. Es umfasst die Garantie sowie sämtliche vom Hersteller vorgeschriebenen Inspektionen während der ersten drei Jahre beziehungsweise bis 100.000 km (je nachdem, was zuerst eintritt). Und für alle Dieselliebhaber, die auf die Schadstoffklasse schauen: Der XF 20d besitzt Euro 6dTEMp.
So bleibt am Ende die Frage, ob man einige Tausend Euro sparen möchte im Vergleich zu einem der Mitbewerber-Kombis.
 
Jaguar XF 20d Sportbrake R-Sport

Motor/Getriebe:
Verbaut ist ein 2,0 Liter Vierzylinder-Diesel-Motor mit Turboauflader und Start-Stopp-System sowie Heckantrieb, der 180 PS leistet. Zur Ausstattung gehört ein Achtgang-Automatik-Getriebe. Max. Drehmoment: 430 Nm bei 1750 bis 2500 Umdrehungen. CO2: 142 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-TEMP.

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 221 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 8,5 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 5,4 bis 5,7 Liter Diesel (kombiniert). Wir haben während des Tests 7,0 Liter im Mix verbraucht. Anhängelast bis zu 2000 Kilogramm.

Karosserie: Länge 4,96, Breite 2,09 (inkl. Spiegelbreite), Höhe 1,50 Meter. Gepäckraumgröße 565 bis 1700 Liter. Leergewicht EU 1789 kg.

Preise: In der Grundausstattung gibt es den XF als Kombi (Sportbrake heißt es bei Jaguar) ab 44.540 Euro. Als 20d kostet das Fahrzeug ab 58.240 Euro. Unser Testwagen lag inklusive der Ausstattungsvariante R-Sport (besitzt unter anderem bereits eine Luftfederung mit Niveauregulierung hinten und ein Sportfahrwerk) und sowie diversen Extras wie Rückfahrkamera, elektrischen Ledersitzen und diversen Assistenzsystemen sowie Navigation-Pro-Paket bei 63.721 Euro.