Die nächste Generation: Was wird aus Kindern von Hartz-IV-Empfängern?

Gerade noch in einem Arbeitsverhältnis, da kommt auch schon die Kündigung rein. In vielen Fällen ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines der ersten Schritte einer Spirale von Arbeitssuche, Frustration und Resignation.

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Viele Menschen geraten ungewollt in die Situation der Arbeitslosigkeit. Oftmals spalten sie die Meinungen und Ansichten der Gesellschaft stark. Schließlich gibt es die Partei, welche eine große Empathie und Mitleid mit Arbeitslosen hat, die andere Partei hingegen sieht in ihnen faule Personen. Oftmals gehen in dieser Diskussion die Kinder der Hartz-IV-Empfänger unter. Sie geraten in Vergessenheit und somit auch die alltäglichen Sorgen. Probleme und Risiken, die mit einem Kind in Hartz IV Verhältnissen einhergeht.

Ist Fördern überhaupt möglich? - Sport, Musik und soziale Interaktion

Die meisten Kinder gehen einem Hobby nach. Ob in einem Sportverein, beim Erlernen eines Instrumentes oder in einer kreativen Gruppe – an zahlreichen Anhaltspunkten werden Kinder abgeholt, um deren Charakter zu bilden und besondere Stärken hervorzubringen. Doch in den meisten Fällen handelt es sich hierbei um ein kostenpflichtiges Angebot, das mit monatlichen oder jährlichen Beiträgen einhergeht. Für viele Familien, die gerade einmal genug Geld zum Essen haben, stellt sich ein unüberwindbares Problem. Schließlich ist die Förderung des eigenen Kindes wichtig, aber kaum realisierbar.

Für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern bleibt daher nur noch die Möglichkeit ihre Interessen an das kostenfreie Angebot anzupassen. Doch hierin können sie meist nicht aufblühen, sodass diesem Hobby schnell nicht mehr nachgegangen wird. Ein großes Potenzial geht verloren.

Arbeiten verboten? – Wie Regelungen die Arbeitslosigkeit fördern

Wenn schon nicht das Potenzial gefördert wird, dann sollen die Kinder wenigsten einen Einblick in die Berufsfeld erhalten. Nur so kann verhindert werden, dass die Angewohnheiten der Eltern in der Arbeitslosigkeit nicht übernommen werden. Doch hier zeigt sich eine sehr kontroverse Regelung des deutschen Staates. Schließlich würde man davon ausgehen, dass der Staat es fördert, wenn Kinder von Hartz-IV-Empfängern einen Einblick in die Berufswelt erhaschen. Doch dem ist nicht so.

Vergleicht man die Abzüge, welche ein Kind eines arbeitsnehmenden Elternhauses hat, mit denen, die ein Kind eines arbeitslosen Elternhauses abgeben muss, fällt auf, dass hier keinerlei Gerechtigkeit herrscht.
So dürfen Kinder in Jahr bis zu 7664 Euro verdienen, ohne dass Eltern der Kinderfreibetrag genommen wird. Hingegen ist diese Einnahmegrenze für Kinder von arbeitslosen Eltern drastisch reduziert. Maximal 100 Euro im Monat darf ein Kind eines arbeitslosen Elternhauses verdienen. Wie kann ein Kind da Lust am Arbeiten finden?
 


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  • Erstellt:
    5. Dezember 2018, 15:21 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Dezember 2018, 15:23 Uhr