Zahl der Verkehrstoten auch 2018 weiter rückläufig

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Alkohol am Steuer – Trotz sinkender Zahlen eine Gefahr

Neben der Nichteinhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und dem gebotenen Abstand zu anderen Fahrzeugen sind Fahrten unter Alkoholeinfluss nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr. Trotz immer enger werdender Gesetze, der 0,0-Promille-Regel für Fahranfänger, anhaltenden Präventionsmaßnahmen an Schulen und großflächigen Kampagnen seitens Behörden und Verbänden gelingt es leider nur spärlich, einige Teile die Bevölkerung davon abzuhalten, sich nach dem Genuss alkoholischer Getränke hinters Steuer zu setzen. Gesellschaftlich ist es leider immer noch vielerorts akzeptiert, bei vermeintlich geringem Konsum den Autoschlüssel nicht hinter der Bar zu lassen und ein Taxi zu rufen, sondern den Weg des geringsten Widerstands zu wählen. Aus einem „Feierabendbier“ werden nicht selten mehrere - und in Trinklaune entsteht schnell eine Selbstüberschätzung der eigenen Fahrtüchtigkeit. Gerade auf kurzen innerstädtischen Strecken oder schlecht ausgeleuchteten Landstraßen zwischen Ortschaften wird das Sicherheitsrisiko oftmals unterschätzt oder mit einer scheinbar geringen Wahrscheinlichkeit „erwischt“ zu werden, auf nicht selten verhängnisvolle Weise gegengerechnet. Umso wichtiger ist es, auf polizeilicher Ebene stets hinter unverantwortlichen Verkehrsteilnehmern hinterher und mit der neuesten Technik ausgestattet zu sein. Neben dem technischen Fortschritt in der Automobilindustrie und kontinuierlich sicherer werdenden Fahrzeugen ist es vor allem den Ordnungshütern und Einsatzkräften zu verdanken, effektiver denn je gegen alkoholisierte Verkehrsteilnehmer vorgehen zu können. Insbesondere der Einsatz immer präziser werdender Testgeräte bei Kontrollen erlaubt es Polizei und Behörden, Alkoholsünder eindeutig und vor Ort zu überführen und aus dem Verkehr zu ziehen. Während man früher noch auf imaginären Linien gehen oder langwierige Koordinationstests bestehen musste, kommt heutzutage routinemäßig und unkompliziert das Alkoholanalysegerät zum Einsatz. Fehleinschätzungen von Beamten oder Unsicherheit von Beschuldigten haben keine Relevanz für die Bewertung des Pegels: Die wissenschaftliche Genauigkeit ist unbestechlich, Fehler können somit praktisch ausgeschlossen werden.
 

Häufig wissen die Menschen nicht, ob sie fahren dürfen. Alkohol wird unterschiedlich schnell abgebaut und das Empfinden ist individuell und häufig fehlerhaft. Auch der private Gebrauch von einem Testgerät ist möglich, um sich selbst abzusichern. Häufig fühlen sich die Fahrer in der Lage, ein Kraftfahrzeug zu führen, obwohl die Promillegrenze überschritten ist.
 
Smartphone – Die unterschätzte Gefahr
 
Überschattet werden die Erfolge in der Verhinderung alkoholbedingter schwerer Verkehrsunfälle durch einen deutlich jüngeren Trend: Die Ablenkung von Autofahrern durch die Nutzung des Smartphones am Steuer nimmt nach wie vor zu. Zwar nutzt mittlerweile eine Vielzahl von Menschen eingebaute oder externe Freisprechanlagen, die Problematik, sich nicht gleichzeitig auf den Verkehr und auf das Lesen oder Tippen von Kurznachrichten konzentrieren zu können, besteht allerdings nach wie vor. Polizei und Automobilverbände appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, den Gebrauch der schon seit geraumer Zeit allgegenwärtigen kleinen Helfer auf ein Minimum zu beschränken. Besser noch, ganz auf die Smartphonenutzung zu verzichten und Nachrichten der Gesetzeslage entsprechend bei stillstehendem Fahrzeug zu lesen oder zu beantworten. Der ADAC rechnet beispielsweise vor, dass Autofahrer schon bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h und einer Ablenkungsdauer von zwei Sekunden fast 30 Meter zurücklegen, ohne dabei angemessen auf die Fahrbahn achten zu können. Im Gegensatz zu alkoholisierten Fahrern lässt sich ein unaufmerksames Verhalten aus polizeilicher Sicht nur schwer am Fahrstil feststellen. Da Textnachrichten in Intervallen geschrieben werden und eventuelle, nur punktuelle Abschweifungen von der Fahrbahn schwieriger auszumachen sind, als etwa kontinuierliches Fahren in Schlangenlinien, braucht es auch hier eine technische Lösung. Es scheint, als sei es an der Zeit, dass findige Ingenieure eine Technik entwickeln, um bei Kontrollen eine ordnungswidrige Nutzung des Mobilfunkgeräts feststellen zu können. So könnten uneinsichtige Texter den Alkoholfahrern ähnlich sanktioniert werden, was dem weiteren Rückgang der Verkehrstoten und der steigenden Sicherheit auf unseren Straßen sicherlich zu Gute käme.  


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. November 2018, 14:49 Uhr
    Aktualisiert:
    28. November 2018, 14:52 Uhr