Delia und Mollie: Ohne Dich geht's nicht

Scenario zeigt Herz. In unserer Reihe „Ohne Dich geht’s nicht“ dürfen Jugendredakteure und Leser eine Liebeserklärung abgeben: an ihren Partner, an Mama oder Papa, an die beste Freundin oder den besten Kumpel, den tollen Arbeitskollegen oder eben an das Haustier oder gar an einen Gegenstand. Heute bekennt sich die 21-jährige Jugendredakteurin Delia Kühler aus Marl zu ihrer besseren Hälfte: Katze Mollie.

  • Ohne Dich Delia und Mollie

    Katze Mollie war immer interessiert am Tagesgeschehen und eine begeisterte Zeitungsleserin - genau wie Frauchen Delia. Foto: Privat

Wer oder was seid Ihr?
Auf dem Foto seht Ihr meine kleine Schwester. Zumindest habe ich sie so genannt. Sie war unser pelziges und tierisches Familienmitglied und wuchs zusammen mit mir auf. Doch, habt Ihr richtig gelesen: „Sie war“. Leider ist Mollie im vergangenen Jahr gestorben und schleicht jetzt nicht mehr bei uns auf ihren Samtpfötchen herum. Aber ich vergesse meine Weggefährtin nicht. Als erstes Haustier wird sie immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Tatsächlich war es ein eher holpriger Start. Ich war fünf Jahre alt, als wir Mollie von einem Bauernhof zu uns holten. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir noch zu 100 % sicher, dass ich eine getigerte Katze haben wollte. Und natürlich gab es dort auch ein kleines getigertes Fellknäuel. Süß waren definitiv alle Katzen: Auch heute würden meine Augen beim Anblick von so vielen tapsigen Babykatzen leuchten.

Schweren Herzens eine Auswahl getroffen

Meine Mutter und ich trafen schließlich schweren Herzens eine Vorauswahl. Zwei Katzen schafften es in die letzte Runde, darunter Mollie und ein kleiner getigerter Kater. Weil wir uns dann aber doch nicht zwischen den beiden entscheiden konnten, gab uns die Verkäuferin einen Tipp. Angeblich könne man an der Nasenspitze der Katze erkennen, wie aktiv sie ist. So sollte der Kater ein freches Kätzchen gewesen sein, Mollie jedoch ruhiger und gemütlich.

Ob der Tipp tatsächlich stimmt oder damals nur eine clevere Entscheidungshilfe sein sollte, weiß ich nicht. Den Wahrheitsgehalt lasse ich deswegen mal dahingestellt. Schließlich geht es hier um Mollie! Denn sie nahmen wir mit nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt wurde sie zur Freundin, Spielgefährtin, Trösterin und vielem mehr.

Was war Euer bester Moment?
Da gibt es sehr viele. Jeder, der ein Haustier hat, kennt diese wahrscheinlich. Es machte nicht nur Spaß mit ihr zu spielen, ich konnte mich auch immer auf Mollie verlassen: Wenn ich traurig war, hat sie es gemerkt und kam zu mir. Dann hat sie sich neben mich gelegt oder schlich mir um die Beine. Es war ihre eigene Art des Tröstens, die meist geklappt hat.

Gab es in Eurer Beziehung mal brenzlige Situationen oder lief immer alles glatt?
Brenzlige Situationen in dem Sinne gab es nicht. Mollie zeigte jedoch, wenn sie keine Lust aufs Spielen oder Kraulen hatte. Bei einer Katze ist es einfach normal, dass man den einen oder anderen Kratzer abbekommt. Deswegen würde ich dies auch nicht als brenzlige Situation beschreiben. Tiere können ihre Meinung einfach nicht so preisgeben wie wir. Sie brauchen einfach ein anderes Ablassventil und schlimm waren diese Kratzer nie.

Was konntet Ihr voneinander lernen?
Ich glaube, wir können einiges von Tieren lernen. Was mir bei Mollie oft auffiel, ist, dass sie ehrlich war. Sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer ihre Meinung gezeigt. Zudem konnte man davon ausgehen, dass, wenn sie jemanden ins Herz geschlossen hatte, dass dies dann auch so immer so blieb. Tiere sind treue Seelen.

Was habt Ihr gerne zusammen unternommen?
Sie versuchte immer, mich beim Lernen „zu unterstützen“, auch wenn dies nicht so gut klappte: Sie hat sich immer auf meine Bücher oder Hefte gelegt, wenn ich meinen Arbeitsplatz mal auf den Teppich verlegt hatte. Auch die Zeitung war bei ihr sehr beliebt, als wenn sie genau in diesen Lese-Momenten Aufmerksamkeit brauchte.

Was machte Eure Beziehung besonders?
Mollie war eine Weggefährtin, mit der ich aufgewachsen bin. Das Leben ohne sie ist immer noch komisch: Sie war ein vollwertiges Familienmitglied und ich vermisse sie.
Hier darf jeder (bis 25) mitmachen! Zu wem oder was sagt Ihr denn: „Ohne Dich geht’s nicht“? Mailt Eure Liebeserklärung mit dem Betreff „Ohne Dich“ an: scenario@medienhaus-bauer.de


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    6. Dezember 2018, 12:45 Uhr
    Aktualisiert:
    6. Dezember 2018, 12:50 Uhr