Spieler fordern beim Afrika-Cup mehr Sicherheit

Von Peter Auf der Heyde, dpa am 03. Februar 2012 12:00

Libreville (dpa). Nach den Gewaltexzessen im ägyptischen Port Said fordern Spieler und Trainer beim Afrika-Cup mit Nachdruck Verbesserungen der Sicherheitsvorkehrungen in den Fußball-Stadien.

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Houcine Ragued (l) und sein tunesischer Teamkollege Youssef Msakni sind derzeit beim Afrika-Cup im Einsatz. Foto: Stringer

«So wie die Dinge jetzt sind, ist es gefährlich für die Fans und die Spieler», sagte der tunesische Mittelfeldspieler Houcine Ragued. Am Mittwoch hatten Zuschauer in Port Said mit Flaschen, Steinen und Messern regelrecht Jagd auf Spieler und Fans des Kairoer Traditionsclubs Al-Ahli gemacht. Polizei und Militär sahen tatenlos zu. Die blutigen Fußball-Krawalle forderten mehr als 70 Menschenleben, mehr als 1000 Personen wurden verletzt.

Was in Ägypten passiert ist, sei «furchtbar», sagte Ragued. Er spielt für den türkischen Verein Karabukspor. «Das sind unsere Brüder: Algerien, Marokko, Tunesien, Ägypten - sie sind alle gleich.» Ägypten solle seine Meisterschaft unterbrechen, bis all die Fragen geklärt seien, forderte er. «Jeder weiß, dass Fußball in Ägypten wie eine Religion ist und es war immer schon eine gefährliche Situation. Es gab Konflikte, aber das ist eine Katastrophe», ergänzte Ragued.

Dabei ist das Turnier in Gabun und Äquatorialguinea vor ähnlichen Konflikten nicht gefeit. In der vergangenen Woche stürmten Fans in Libreville beim Afrika-Cup-Spiel Gabun - Marokko auf das Spielfeld.

Für Leicester-Verteidiger John Paintsil ist klar, dass Funktionäre und Verbände deutlich mehr für die Sicherheit tun müssen. «Wir müssen die Sicherheit bei Fußballspielen in Afrika verbessern», forderte der Ghanaer. Außerdem müsse man den Fans besser vermitteln, dass «Fußball etwas ist, das man genießen soll und nicht anderen Menschen Ärger und Schmerzen bereitet», meinte der 30-Jährige.

«Wir, die Fußballspieler, müssen die afrikanischen Fans erziehen», betonte Gabuns Torhüter Didier Ovono. «Sie haben Familien, genau wie wir. Sie müssen verstehen, dass ein Fußballspiel nur ein Fußballspiel ist, nicht mehr.»

Der ghanaische Nationalspieler Asamoah Gyan sah die Berichte von den Krawallen im Fernsehen in Franceville, wo sich die Mannschaft auf das Viertelfinale gegen Tunesien vorbereitet. Es sei «Wahnsinn» gewesen, sagte Gyan. «Der Fußball soll die Menschen einen und nicht entzweien. Das war der helle Wahnsinn. Jeder, der das Spiel liebt, muss so einen Vorfall verurteilen.»

Bei ihrem nächsten Spiel würden die Gedanken den Opfern gelten, versprach Gabuns Stürmer Daniel Cousin. «Bei jeder dieser Tragödien hoffst du, es sei die letzte. Wir werden an die Menschen denken, die gestorben sind, wenn wir am Sonntag auf das Spielfeld laufen.»

Ragued war im Stadion von Libreville, als dort die Fans auf den Rasen stürmten. Trotz dieses Vorfalls glaubt er nicht, dass es beim Afrika-Cup zu Krawallen wie in Ägypten kommen kann. «Es gibt viel mehr Konflikte, wenn Clubs gegeneinander spielen», meinte der Tunesier. «Hier repräsentieren wir unser Land. Außerdem sind nicht so viele Fans hier. Deswegen glaube ich, dass wir sicher sind.»

Sport-Blog von Olaf Krimpmann

Olaf Krimpmann

Ballaballa? Muss man nicht sein, um über Sport zu philosophieren. Manchmal hilft’s allerdings schon. Sportredakteur Olaf Krimpmann (41) jedenfalls liebt den Sport. So sehr, dass er sich sogar freiwillig in die Hallen und auf die Plätze bewegt. Dass dort nicht nur der Ball rund ist, sei schon jetzt verraten. Mehr zum Thema Bälle – große wie kleine – und Sport in all seiner Pracht gibt’s jedenfalls hier.

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