Rudi Assauer sieht zuversichtlich in die Zukunft. Foto: Ingo Wagner/Archiv
Angst, die Krankheit öffentlich zu machen, hatte Assauer nie. Die Entscheidung, wie und wann das zu geschehen habe, fällte er gemeinsam mit seinem Umfeld, vor dem er sein schwindendes Gedächtnis nicht lange verheimlichen konnte. „Wir wussten früher davon als er“, sagt Söldner.
Die neue Lebenssituation ist schwer zu bewältigen. „Meine Stimmung schwankt sehr. In einem Moment himmelhochjauchzend und im nächsten zu Tode betrübt. Es gibt Tage, da ist es o.k., und es gibt Tage, da denkst du: „Puh, und das ist erst der Anfang!“, erzählt Tochter Bettina.
Hansch spricht vom Moment, als Assauer ihm offenbarte, dass er an Alzheimer erkrankt sei. Nach dem Besuch einer Veranstaltung sei Assauer in Tränen ausgebrochen und ihm um den Hals gefallen. Für die Familie waren die Monate der Geheimhaltung sehr anstrengend. Das Leben sei leichter geworden, seit alles bekannt sei. „Wir haben ihm immer zugeraunt: Das ist jetzt der und der. Wir mussten ihn bei öffentlichen Auftritten ständig beschützen. Jetzt ist es einfacher. Jetzt weiß jeder Bescheid,“ erzählt Tochter Bettina. Lange Zeit sei in der Fußballszene sogar gemunkelt worden: „Der hat sich den Verstand weggesoffen.“ Mit diesem Gerücht wollten sie durch das radikale „Outing“ mit Buch und offensiver Pressearbeit aufräumen.
Sabine Söldner gibt Auskunft darüber, wie sehr die Öffentlichkeit an Assauers Schicksal teilnimmt: „Im Moment ist es schwer, bei mir durchzukommen. Jeder Fußball-Fan gibt einen Kommentar ab. Ein Prozent ungefähr sagt: Vielleicht war es der Lebenswandel. Aber der Rest der Kommentare ist sehr positiv. Viele sagen: „Kämpfen, kämpfen, kämpfen.“
Vieles ist nicht mehr normal im Leben von Rudi Assauer. Unverändert ist aber seine Liebe zu Schalke. Wenn er über seinen Club spricht, blüht er auf: „Ich habe das Stadion mitgebaut, wenn ich hingehe, ist es immer noch etwas Außergewöhnliches. Vor allem, wenn man gewinnt.“











