Ratsbeschluss: Rudi Assauer wird NICHT Ehrenbürger der Stadt Herten

HERTEN Der Rat der Stadt Herten hat am Mittwochnachmittag darüber entschieden, ob Schalke-Ikone Rudi Assauer die Ehrenbürgerwürde erhalten soll. Die Mehrheit verweigerte dem 73-Jährigen jedoch diesen Ehrentitel. In einem Live-Ticker haben wir ab 17 Uhr aktuell aus der Ratssitzung berichtet.

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  • Bettina Michel Assauers und ihr Vater Rudi

    Rudi Assauer erhielt 2006 die Diagnose Alzheimer. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

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    Rudi Assauer. Foto: dpa Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

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    Karin Assauer, die Schwester von Rudi Assauer, verfolgt die Ratssitzung auf der Tribüne. Foto: Carola Wagner

Der Live-Ticker ist beendet.
Die Hertener Allgemeine wird in der Donnerstagsausgabe ausführlich berichten.
Dabei wird auch die Familie Assauer zu Wort kommen.

17.38 Uhr:
Bürgermeister Toplak: "Ich werde das Ergebnis nicht kommentieren."
Draußen auf dem Flur sind Besucher der Ratssitzung, es wird laut diskutiert.
Die Ratssitzung läuft regulär weiter. Es geht um einige Nachbesetzungen in politischen Gremien...

17.35 Uhr:

Rudi Assauer wird NICHT Ehrenbürger der Stadt Herten!


Es fällt Bürgermeister Toplak schwer, das Ergebnis zu verlesen.

Das Abstimmungsergebnis:
Ja: 17
Nein: 21
Enthaltung: 2

17.32 Uhr: 
Die Abstimmung ist beendet. Jetzt wird ausgezählt. Auf der Tribüne des Ratssaals sitzen Rudi Assauers Tochter Bettina Michel und seine Zwillingsschwester Karin Assauer. Sie warten gespannt.

17.21 Uhr:
BM Toplak leitet die geheime Abstimmung ein. Jedes Ratsmitglied wird nun namentlich aufgerufen und muss in einer Wahlkabine seine Stimme abgeben.

17.20 Uhr:
UBP-Fraktionsvorsitzender Lars Radziej hält eine geheime Abstimmung für falsch. Er sagt, es solle doch jedes Ratsmitglied zu seiner Entscheidung stehen.

17.19 Uhr:
Bugzel erklärt, dass man in der SPD-Fraktion nicht zu einer einstimmigen Meinung gekommen sei. Daher die geheime Abstimmung. Er will das Thema nicht von der Tagesordnung nehmen lassen.

17.16 Uhr:
CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Grave weist darauf hin, dass eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Ehrenbürgerschaft nötig wäre. Er fordert die SPD auf, deutlich zu machen, wie groß die Zahl der Nein-Sager in der SPD-Fraktion bei einer geheimen Abstimmung womöglich sein könnte. Wenn absehbar sei, dass es die nötige Mehrheit nicht gebe, dann solle die SPD beantragen, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen, um weiteren Schaden von Rudi Assauer abzuwenden.

17.13 Uhr:
Keine Fraktion will etwas sagen. SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Bugzel beantragt geheime Abstimmung.

17.12 Uhr:
Der Tagesordnung Ehrenbürgerschaft beginnt.

BM Toplak betont, Rudi Assauer habe sich für Herten verdient gemacht. "Die Ehrenbürgerschaft ist für mich eine einfache Möglichkeit, darauf stolz zu sein."

17.10 Uhr:
Bürgerfragestunde.

17.08 Uhr:
Bürgermeister Toplak gibt einige Änderungen zur Tagesordnung bekannt.

17.05 Uhr:
Ingrid Buttler (CDU) wird für 15-jährige Zugehörigkeit zum Hertener Rat geehrt. Bürgermeister Toplak überreicht Blumen. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Grave ebenfalls.

17.03 Uhr:
Bürgermeister Fred Toplak eröffnet die Sitzung. Zuerst vereidigt er Lieselotte Kowalski als neue Ratsfrau in der SPD-Fraktion. Sie ersetzt den ausgeschiedenen Ratsherrn Michael Jähn.

Der Rat ist aufgrund einiger Anmeldungen wie folgt besetzt: SPD (21 Fraktionsmitglieder), CDU (12), UBP (2), Linke (2), Grüne (2). Außerdem ist Bürgermeister Fred Toplak (parteilos) stimmberechtigt.

16.59 Uhr:
Schalke-Ehrenpräsident Gerd Rehberg war heute Nachmittag im Kardinal-Galen-Haus zu Besuch. Wir haben ihn kurz zum Thema Rudi Assauer befragt. Rehberg wusste von der Entscheidung heute und hat nur diplomatisch gesagt: "Das ist nicht mein Bier, das ist Sache der Stadt Herten. Da halte ich mich raus."

16.50 Uhr:
Die Tribüne im Ratssaal füllt sich. Unter den zahlreichen Besuchern fiebert auch Michael Krause (39) mit, wenn unten im Ratssaal die Abstimmung über Rudi Assauers Ernennung zum Ehrenbürger läuft. Krause lebt seit sieben Jahren in Herten, stammt aus Gelsenkirchen und ist quasi von Geburt an glühender Schalke-Fan mit Dauerkarte und Mitgliedschaft im S 04. „Die Idee, Rudi Assauer zum Ehrenbürger zu machen, ist ja nicht neu“, sagt Krause. „Die hat zum Beispiel Reiner Calmund schon im Jahr 2015 bei einer Talkshow auf der Zeche Ewald hier in Herten geäußert.“ Der Vorschlag des ehemaligen Bundesliga-Managers habe ihm aus der Seele gesprochen. „Ich habe den Gedanken dann beim Unternehmertreff am 28. Februar 2017 an Bürgermeister Toplak herangetragen. Der fand die Idee gut und wollte drüber nachdenken – was er dann ja offensichtlich auch getan hat.“ Michael Krause hofft, dass die Mehrheit der Ratsmitglieder für die Ernennung Assauers zum Hertener Ehrenbürgerschaft stimmt. "Er hat es ganz einfach verdient."
 

Hintergrund:

Die Initiative zur Ehrenbürgerschaft ging von Bürgermeister Fred Toplak aus. Er hatte im September einige Ratsmitglieder per E-Mail über seine Idee informiert, es folgte eine kontroverse öffentliche Diskussion. Auch in der Politik ist bisher kein einheitliches Meinungsbild zu erkennen. Womöglich kommt es in der Ratssitzung heute Nachmittag zu einer geheimen Abstimmung. Deren Ausgang wäre dann kaum vorhersagbar.

In der bisherigen Diskussion meinten die Kritiker einer Ehrenbürgerschaft, Rudi Assauer sei in Herten kaum präsent gewesen und habe konkret für die Stadt wenig geleistet. Die Befürworter hingegen betonten, Assauer sei seinem Stammverein, der Spielvereinigung, stets engagiert verbunden geblieben und als Fußball-Ikone eine zentrale Identifikationsfigur für die Menschen in Herten und im Ruhrgebiet.

Um 17 Uhr beginnt die Ratssitzung. Das Thema Ehrenbürgerschaft steht auf Platz 4 der Tagesordnung. Wir berichten aktuell über die Entscheidung und - falls es vorher eine gibt - auch über die politische Diskussion.

30 KOMMENTARE
17.10.17 15:10

Landrat Süberkrüb (SPD) watscht eigene Genossen heftig ab!

Landrat Süberkrüb (SPD) watscht eigene Genossen heftig ab!

von: Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen

Da holt der Landrat Cay Süberkrüb (SPD) zum Rundumschlag gegen die eigenen Genossen aus und spricht von Peinlichkeit, die nicht mehr zu überbieten sei. Es geht um den großen Sympathieträger im Ruhrgebiet, Rudi Assauer, der untrennbar mit Schalke 04, dem „Ruhrpott“ und der Stadt Herten verbunden ist. Assauer besitzt einen geradlinigen Charakter und gilt als ehrlicher Mensch mit einer harten Schale und einem weichen Kern. Er ist direkt und offen und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Die Ehrenbürgerschaft dieses honorigen und ehrenhaften Mannes wäre eine echte Bereicherung für die Stadt Herten gewesen! Das Ansinnen des Bürgermeisters Fred Toplak wird durch das Verhalten der SPD-Fraktion, die offensichtlich bewusst eine geheime Abstimmung zu dieser Angelegenheit beantragt hat, zurückgewiesen. Cay Süberkrüb kritisiert das Verhalten der eigenen Parteifreunde vehement und zeigt sein Entsetzen über dieses Debakel. Ich kann mich dieser Meinung nur gänzlich anschließen. Die SPD hat sich mit diesem Fiasko bei den Bürgern des Ruhrgebiets wahrlich nicht beliebt gemacht, denn die große Mehrheit steht mit Sicherheit hinter Rudi Assauer. Seine Verdienste seien nicht zu bestreiten, so der Landrat. Somit hat die Hertener SPD die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung mit Füßen getreten. Hier handelt es sich um einen kaum wieder gut zu machenden Fehler. Tröstend kann man nur sagen, dass Rudi Assauer längst in den Herzen der Menschen einen angemessenen Platz gefunden hat. Süberkrüb drückt das so aus: „Ehrenbürger der Herzen ist Rudi Assauer spätestens jetzt.“

13.10.17 15:44

Vielleicht

sollte man den BM mal darauf hinweisen. zwinkern

13.10.17 13:51

Gesellschaft der Ehrenbürder

Das das Niemand mehr zu verantworten hat versteht sich von selbst.
Hat aber auch keiner den Arsch in der Hose diesen historischen Fehler zu korrigieren.
Das wäre doch mal ein Vorschlag, welchen der Bürgermeister machen sollte.
Mal schauen, wer alles (aus Prinzip) dagegen ist. zwinkern

?

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