Ein Gruß aus der Eiszeit: Die Denkmäler der Natur

Waltrop Man kann nicht gerade davon reden, dass die Stadt Waltrop reich gesegnet ist mit herausragenden Monumenten, die Mutter Natur schuf. „Es könnten schon ein paar mehr sein“, sagt auch Michaela Heßelmann, Grün-Beauftragte der Stadt. Vier dieser besonderen Objekte, sogenannte Naturdenkmäler, gibt es dann aber doch: zwei Rotbuchen und eine Schwarzpappel – und einen ganz besonderen Stein.

  • Naturdenkmal

    Eine der beiden Rotbuchen, die in der Hebewerks-Siedlung stehen. Experten schätzen ihr Alter auf 160 Jahre. Foto: Martin Behr

Letzteren hat wahrscheinlich jeder Bürger schon einmal gesehen – bewusst oder unbewusst. Es ist der Findling vor dem Rathaus und das mit Abstand älteste Denkmal, das uns die Natur hinterlassen hat.

Ein Überbleibsel aus der Eiszeit

Denn der Stein aus grobkörnigem Granit ist tatsächlich ein Überbleibsel aus der letzten Eiszeit, die vor etwa 115.000 Jahren begann und vor rund 12.000 Jahren endete. „Genaueres zu dem Findling können wir leider nicht sagen. Aber vermutlich ist er irgendwann mit den Gletschern nach Waltrop gelangt“, sagt Jochem Manz, Sprecher des Kreises Recklinghausen. Der Kreis ist für die Pflege und Erhaltung aller Naturdenkmäler zuständig. Das heißt aber auch: Stehen Naturdenkmäler auf Privatgrundstücken, beschlagnahmt sie die Behörde sozusagen. „Dann darf niemand mehr was machen an dem Denkmal“, sagt Jochem Manz. Auf der anderen Seite übernimmt der Kreis auch die nötige Pflege – bei Bäumen etwa das Stutzen der Krone – samt der anfallenden Kosten.

Pappel ist 130 Jahre alt

Die Krone der Schwarzpappel am Rande der Sydowstraße ist inzwischen lichter geworden. Dass eine Pappel überhaupt auf der Liste der Naturdenkmäler geführt wird, ist schon außergewöhnlich. Nur zwei dieser Exemplare sind im ganzen Kreisgebiet gelistet. „Weil Pappeln in der Regel auch gar nicht so alt werden“, erklärt Michaela Heßelmann. Nach Schätzung des Kreises ist das Exemplar in Waltrop circa 130 Jahre alt, wenngleich eine genaue Altersbestimmung nur nach Fällung des Baumes möglich ist. Doch gefällt werden dürfen Naturdenkmäler nicht so ohne Weiteres, sie stehen unter Naturschutz.
Allmählich macht sich das Alter an der Pappel trotzdem bemerkbar. „Ihr Zustand ist nicht mehr ganz so gut“, sagt Michaela Heßelmann.

Genaue Prüfung

Deutlich besser in Schuss sind die zwei Rotbuchen an der Ecke Am Hebewerk/Im Depot. 160 Jahre alt müssen sie nach Expertenmeinung sein, der Stammumfang beträgt 3,50 Meter bei einer Höhe von 25 Metern.
Die Voraussetzungen, um ein offizielles Naturdenkmal zu werden, sind übrigens vielfältig. „Unter anderem kommt es aber auf Größe, Alter und Schönheit an“, sagt Jochem Manz. Experten des Kreises begutachten und bewerten jedes Objekt auf seine Denkmaltauglichkeit.

In Waltrop haben es also vier Exemplare auf die Liste der Naturdenkmäler geschafft. In Datteln sind es 14, natürlich auch wegen der Haard.
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