Neuer Ausweis: Damit der Assistenzhund mit ins Geschäft darf

Waltrop Nanu, ein Hund im Supermarkt? Das mag sich mancher denken, der Jessica Ochs mit ihrem Goldendoodle Kimba in einem Lebensmittelgeschäft trifft. Das ist in ihrem Fall in Ordnung, denn Kimba ist ein Assistenzhund, und darüber hat Jessica Ochs seit Kurzem eine Bescheinigung des städtischen Ordnungsamtes im Ausweis-Format im Portemonnaie.

  • Assistenzhund

    Gruppenbild mit Hundedame (v.li.): Veronika Schröder-Norosinski (Behindertenbeirat), Jessica Ochs mit Goldendoodle Kimba, Sonja Heidrich (Ordnungsamt) und Christiane Bröcker (Fachbereich Jugend, Soziales, Schule) Foto: Tamina Forytta

Kimba ist ein PTBS-Hund (PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung). Sie spürt beispielsweise, wenn sich bei ihrem Frauchen Panikattacken ankündigen, oder stellt sich zwischen Jessica Ochs und andere Leute, wenn diese näher kommen, als es Frauchen lieb ist.

Aber: Assistenzhund ist kein geschützter Begriff. Auch für das Schriftstück, das das Ordnungsamt jetzt für Assistenzhund-Halter erarbeitet hat, gibt es keine ausdrückliche gesetzliche Grundlage, wie Ordnungsamtsleiter Martin Voskort und seine Kollegin Sonja Heidrich unterstreichen. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft könne im Sonderfall erlaubt werden, einen Assistenzhund mit ins Lebensmittelgeschäft zu nehmen, so Sonja Heidrich, die beim Ordnungsamt unter anderem fürs Landeshundegesetz zuständig ist. Im Zusammenhang damit, dass behinderte Menschen nicht diskriminiert werden dürften, habe man hier einen solchen Sonderfall. Man habe Rücksprache mit Veterinär- und Gesundheitsamt des Kreises genommen, und von dort seien keine Einwände gekommen.

Ein Nachweis muss sein

Mit dem ausgestellten Schreiben wolle man einfach vermitteln zwischen Geschäftsinhabern und -mitarbeitern und Menschen, die auf einen Assistenzhund angewiesen sind, sagt Martin Voskort. Damit ein solches Schreiben ausgestellt wird, müssen die Halter von Assistenzhunden Nachweise vorlegen, dass ihr Vierbeiner tatsächlich entsprechend ausgebildet wurde.

Das letzte Wort hat aber immer der Hausherr eines Geschäfts. Und: Kimba und ihre Kollegen dürfen Waren nicht berühren – ganz egal, ob verpackt oder unverpackt.

Viele Kunden sprechen Jessica Ochs an

Manches Mal sei sie schon angesprochen worden, berichtet Jessica Ochs. Andere Kunden hätten sie darauf hingewiesen, dass Tiere doch im Supermarkt nicht erlaubt seien. „Nicht, dass Sie Ärger kriegen!“, hätten die Leute dann gesagt. Jetzt, mit dem Schriftstück der Stadt, kann sie noch ein bisschen sicherer auftreten.

Die Vorsitzende des Waltroper Behindertenbeirats, Veronika Schröder-Norosinski, ist froh, dass es solche Schreiben für Assistenzhund-Halter jetzt gibt. Jessica Ochs und Anja Marten, eine weitere Halterin eines Assistenzhundes, hatten im September ihre Begleiter in einer Behindertenbeirats-Sitzung vorgestellt. Dabei war die Sprache auf ein „offizielles Schriftstück“ für Supermarkt-Besuche gekommen.

Assistenzhund-Ausweise können beim Ordnungsamt beantragt werden.
 
6 KOMMENTARE
13.02.18 15:30

Zu schwanzusLongus Kommentar

von arahjendra

Hallo, ja genau wegen dieser Äußerungen wie die von dem SchwanzusLongus ist es wichtig so ein offizielles Schriftstück zu haben, wie er selbst auch kommentiert.
Und es ist auch richtig, dass ein solcher Hund sogar auch in Arztpraxen und Krankenhäuser hereingelassen werden sollte. Allerdings ist das noch viel schwieriger das zu erreichen, als in Lebensmittelgeschäften, was verständlich ist. Da ist Hygiene noch wichtiger. Die Lebensmittelgeschäfte sind heutzutage ja so gut abgeschirmt und alles gut verpackt, dass eine Gefahr weitestgehend vermieden werden kann. Obst und Gemüse wird ja auch oft von vielen Bürgern angefasst, da sagt auch keiner, und fragt, hast du dir auch die Hände gewaschen?

Aber unter den Schuhen von den Menschen ist es genauso gefährlich, und da tümmelt auch alles mögliche an Bakterien , Viren und Co herum. Da sagt auch keiner Schuhe im Geschäft ausziehen. So auch in den Rollatoren, die auch keiner beanstandet. Warum dann bei den Assistenzhunden? Sie sind geimpft, gechipt und haftpflichtversichert, wenn so eine amtliche Karte vorliegt, falls doch mal was passieren sollte kann man diese auch ausfindig machen, im Gegensatz zu vielen anderen Hunden die sonst manchmal herum laufen und nicht registriert sind. Wenn der Bürger nicht verantwortungsvoll und rücksichtslos gegenüber anderen Bürgern ist, kann man ein Zusammenleben in einem Staat nicht gewährleisten. So meine Meinung, das ist auch gut so, dass wir hier die freie Meinungsäußerung haben.

08.02.18 15:44

Das finde ich gut, dass es endlich amtliche Ausweise gibt

von arahjendra

ich finde es ganz gut so, dass es nun amtliche Ausweise gibt, die man vorzeigen kann, um in die Geschäfte herein zu können. Gelten diese denn nun bundesweit? Und kann man diesen Ausweis in allen Städten und Gemeinden erhalten? Damit wäre auch nachgewiesen, dass der Hund im Hunderegister verzeichnet , gechipt und haftpflichtversichert wäre und auch qualifiziert ausgebildet wurde. Gibt es eine amtliche Liste von anerkannten geprüften Ausbildern? Nur so läßt es sich prüfen, ob der Ausbilder denn auch staatlich geprüft ist. Dann würde ich es wirklich toll finden.

08.02.18 10:09

Assistenzhund im Lebensmittelgeschäft

von Hohwachter

Ich würde es sehr gut finden, wenn die beiden Kommentarschreiber sich erst
einmal mit dem Thema vertraut machen würden, bevor sie den Kommentar
absetzen. Denn dieser Hund wird sich viel besser beim Einkaufen verhalten,
als manche Menschen.

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