Bellingham gibt den Weg vor: Für den BVB muss in Manchester alles passen

Redakteur
Jude Bellingham und Karim Adeyemi am Dortmund Airport.
Auf und neben dem Platz in einer BVB-Führungsposition: Jude Bellingham (r.). © Groeger
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Vor der Saison wurde ganz genau Maß genommen. Die neuen dunkelbraunen Anzüge, die die BVB-Profis in dieser Spielzeit auf den Champions-League-Reisen tragen, sollten schließlich perfekt sitzen. Taten sie am Ende auch. Ein Detail störte Jude Bellingham aber kurz vor dem Abflug aus Dortmund dann doch noch – die Krawatte von Karim Adeyemi. Der 19-Jährige wurde prompt zum Stilberater und richtete noch schnell den Knoten – es muss schließlich alles passen in Manchester. Modisch, aber vor allem fußballerisch.

Der BVB steht bei Manchester City vor einer Herkulesaufgabe

Heute Abend (21 Uhr, live auf DAZN), wenn im Etihad Stadium die Champions-League-Hymne erklingt, steht der BVB dem aktuell wohl größten Schwergewicht des europäischen Fußballs gegenüber: Manchester City. „Sie sind sicherlich nicht nur der Favorit in der Gruppe, sondern auch auf den Titel in der Champions League“, hatte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl schon am Sonntag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten gesagt. Seit Jahren schon träumt der blaue Teil Manchesters vom ersten Henkelpott-Gewinn der Vereinsgeschichte, dieses Jahr soll es endlich gelingen.

Unter anderem ein gewisser Erling Haaland, vor der Saison für 75 Millionen Euro vom BVB auf die Insel gewechselt, soll dabei helfen. Und der macht in England genau dort weiter, wo er in Deutschland aufgehört hatte. Zwölf Tore in acht Spielen für die Citizens, in der Premier League hat er gleich mehrere Rekorde gebrochen.

BVB-Trainer Edin Terzic: „Sie haben eine unfassbare Qualität“

„Er ist hier herausragend gestartet. City ist ein Team, das auch ohne ihn 100 Tore geschossen hat. Dass er auch hier trifft, ist keine große Überraschung. Aber wir werden alles tun, dass wir ihn aufhalten“, sagte Edin Terzic auf der Pressekonferenz am Dienstagabend, um gleich darauf zu verweisen, dass es neben dem Norweger (und Ex-Borusse Manuel Akanji) auch noch zahlreiche andere Weltklassespieler gibt. „Sie haben eine unfassbare Qualität. Wir müssen rausfiltern, was wir nicht machen dürfen und welche Stärken wir einsetzen müssen.“ Hier in Manchester reiche es nicht aus, „nur“ ein gutes Spiel zu machen. „Es ist auch das Match-Glück“, das man benötige.

Vor eineinhalb Jahren hatte es der BVB nicht. Die Schwarzgelben lieferten dem Starensemle von Trainer Pep Guardiola im Viertelfinale der Champions League einen harten Fight, mussten sich letztlich aber mit 1:2 geschlagen geben.

Manchester gegen den BVB: Bellingham kommt besondere Rolle zu

Einer, der damals groß aufspielte, war Jude Bellingham. Spätestens in dieser Nacht war sein ohnehin schon hell leuchtender Stern komplett aufgegangen. 17 Monate später ist Bellingham nicht mehr nur das junge Talent, er ist Führungsspieler, seit dieser Saison dritter Kapitän beim BVB. „Ich will dem Team in dieser Rolle helfen“, sagte der Engländer am Dienstag, nahm aber – vor allem nach dem dürftigen Auftritt in Leipzig – die gesamte Mannschaft in die Pflicht. „Es ist wichtig, dass jeder präsent ist. Mit und ohne Ball. Andernfalls reißen sie uns auseinander.“

Inwieweit die Rückkehrer Thorgan Hazard, Donyell Malen und Karim Adeyemi dabei mithelfen können, wird sich erst kurzfristig entscheiden. „Wir gucken, wie sie sich heute bewegen, wie sie morgen reagieren. Wir hoffen, dass sie morgen den Daumen heben und wir sie einsetzen können.“ Doch unabhängig davon, wer am Ende auf dem Platz steht: Borussia Dortmund benötigt gegen dieses Team eine magische Nacht in Manchester. Andernfalls ist der nicht sitzende Krawattenknoten von Karim Adeyemi wirklich das geringste Problem.