Telekom wirbt an der Haustür: Castrop-Rauxeler sind genervt

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Die Telekom will 35.000 Castrop-Rauxeler Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Dazu informiert sie jetzt direkt an der Haustür.
Die Telekom will 35.000 Castrop-Rauxeler Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Dazu informiert sie jetzt direkt an der Haustür. © Telekom
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Eine Warnung in der Facebook-Gruppe „Du bist Castroper, wenn…“: In Habinghorst würden zwei „in schwarz gekleidete Männer“ durch die Gegend „schleichen“ und etwas von „Straßenaufriss und Glasfaserkabel-Verlegung“ erzählen. Der Post endet mit der Einschätzung: „Alles höchst seltsam“.

Er ist nicht der einzige dieser Art, in den Kommentaren ist einiges los. Es wird klar: Viele Castrop-Rauxeler machen aktuell ähnliche Erfahrungen. Doch was steckt hinter der ganzen Sache?

Die Stadt vermeldete nun in einer Pressemitteilung den Start der Haustür-Vermarktung für den Glasfaserausbau durch die Deutsche Telekom. Schon im August hatte die Stadt eine gemeinsame Erklärung mit der Telekom unterschrieben. Ziel ist es, in Zukunft etwa 35.000 Haushalte in Castrop-Rauxel für die Eigentümerinnen und Eigentümer kostenfrei an das Glasfasernetz anzuschließen und so etwa 17.000 Gebäude mit schnellem und stabilem Internet zu versorgen.

In den ersten sechs Ausbaugebieten startet nun die Telekom mit der Direktvermarktung, heißt es von der Stadt. Das betrifft Ickern- Nordost, Ickern-Südwest, Henrichenburg/Ickern nördlich der Emscher, Henrichenburg-Ost, Habinghorst-Mitte, Habinghorst-Ost. Die Telekom hat dafür eine externe Beratungsfirma beauftragt, welche die Beratungen direkt an der Haustür übernehmen soll.

Dem stehen viele Castrop-Rauxeler misstrauisch gegenüber. Schließlich hat es in den vergangenen Wochen schon einige schlechte Erfahrungen mit Haustürberatungen gegeben. Eine Nutzerin berichtet in der Facebook-Gruppe „Du bist Castroper, wenn…“, in einer Woche hätten bereits drei Berater bei ihr vor der Tür gestanden, einmal von E.on, zweimal von der Telekom. Als sie diese wegschickte, habe man ihr gesagt, dann bekäme sie halt kein Glasfaser-Netz. Viele berichten ähnliches. Auch vor etwa einem Monat waren viele Bürger schon über die Telekom verärgert.

Dass Haustürberatungen für Anwohner ein heikles Thema sein können, ist auch der Stadt bewusst. Deshalb gibt sie Tipps, um etwaige Betrüger zu entlarven. So wird dringend empfohlen, bei Beratungen an der Haustür stets den Mitarbeitenden-Ausweis mit dem Personalausweis abzugleichen und den Namen des Beraters zu notieren.

Und für diejenigen, denen das ganze trotzdem nicht behagt, besteht bis zum 29. Oktober zudem die Möglichkeit, sich am Infomobil der Telekom auf dem Ickerner Marktplatz beraten zu lassen. Das ist unter der Woche von 11 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 15 Uhr.

Außerdem weist die Stadt darauf hin, dass die Wahl des Internetdienstleisters unabhängig vom Ausbau des Glasfasernetzes durch die Telekom geschehen kann.