Krebskranke Kinder

Haare ab für eine gute Sache

2017 sorgte Nina Broermann für Aufsehen. Sie ließ sich ihre langen Haare abschneiden, aus denen eine Perücke für krebskranke Kinder gemacht wurde. Bettina Dunkel hat es ihr nun nachgemacht.
Es ist vollbracht: Bettina Dunkel hat die 32 Zentimeter langen Zöpfe in der Hand, aus denen jetzt eine Perücke für krebskranke Patienten gemacht wird. © Dunkel

Die Dattelnerin hatte seinerzeit den Bericht in der Dattelner Morgenpost gelesen und war tief beeindruckt von dem Engagement des jungen, damals neun Jahre alten Mädchens. „Diese Idee fand ich so toll, dass aus dem geplanten Friseurtermin mit Rundumschnitt und Strähnchen nur ein Spitzen-Haarschnitt wurde. Ich wollte mal versuchen, ob ich das mit einer Haarspende auch hinbekomme“, erzählt die in Hachhausen wohnende Bettina Dunkel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seit Sommer 2019 nur Spitzen schneiden

Sprich: Seit Sommer 2019 ließ sie ihre Haare wachsen und beim Frisör gab es lediglich Spitzen schneiden. Jetzt war es so weit. Tochter Joleen hatte die Ehre, die Haarpracht abzuschneiden. Ergebnis: 32 Zentimeter lange Zöpfe, die die Dattelnerin an das Unternehmen Rieswick und Partner in Vehlen schickt, die daraus eine Echthaarperücke herstellt. Und da der Zopf mehr als 30 Zentimeter lang war, wird das Unternehmen zusätzlich noch einen Betrag an die Deutsche Krebshilfe spenden. Die abgeschnittenen Haare müssen übrigens eine Mindestlänge von 25 Zentimetern haben.

„Ich habe mich oft selbst motivieren müssen, um durchzuhalten“

„Zwischendurch war ich oft genervt und wollte die lange Mähne einfach loswerden. Ich habe mich oft selbst motivieren müssen, um durchzuhalten“, räumt die Dattelnerin ein. Geholfen hat ihr dabei die Lektüre im Internet und in Zeitschriften über dieses wichtige Thema.

Viel Lob von den Arbeitskollegen

Als Bettina Dunkel nach dem Radikalschnitt zur Arbeit kam – sie arbeitet als Sekretärin in einer Schule – sorgte das natürlich für ein großes Hallo bei den Kollegen. Und nach einer entsprechenden Erklärung gab es auch viel Lob für die Aktion. „Alles richtig gemacht“, sagt die Dattelnerin. Ob es eine zweite Lass-die-Haare-wachsen-Runde für sie gibt, glaubt Bettina Dunkel nicht. Aber sie möchte mit ihrer Aktion andere motivieren, es ihr gleichzutun. „Das ist so traurig, wenn man Filme oder Fotos von krebskranken Kindern sieht, die ihre Haare verlieren“, hofft Bettina Dunkel auf Nachahmer.

Im Fall von Nina Broermann hat das jedenfalls bestens funktioniert. Mehrere Kinder und Erwachsene haben sich nach Ninas Aufruf in der Morgenpost bereit erklärt, ebenfalls ihre Haarpracht zu stutzen, um krebskranken Kindern zu helfen. Der Horneburger Friseur Christoph Wesselbaum hatte dafür extra an einem Sonntag seinen Laden geöffnet, um die Aktion zu unterstützen.

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