Engpass im Ehrenamt

Jugendliche unterstützen ältere Semester bei der Tafel-Arbeit

Im Verlauf der Corona-Pandemie haben sich viele der zumeist älteren Helfer der Dattelner Tafel zurückgezogen, aus Sorge sich zu infizieren. Nun wollen sich Jugendliche mehr einbringen.
Tabea Riemer (18) absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Dattelner Tafel. Sie ist auch Teil der Tafel-Jugend. © Sebastian Balint

In den letzten Monaten seien vieler der Tafel-Helfer ausgeschieden oder aus Vorsicht nicht mehr gekommen, bedauert Tafel-Chefin Ursula Kuchta. Auch wenn viele signalisiert hätten, dass sie so bald wie möglich wieder zurückkehren möchten, „aktuell fehlen sie uns“, sagt Kuchta. Da kamen die Projektmittel der Tafel Deutschland für den Aufbau einer Tafel-Jugend in Datteln zum genau richtigen Zeitpunkt. So konnte neben einem Fahrrad samt Anhänger auch Tabea Riemer für die Tafel gewonnen werden. Die 18-Jährige absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Tafel.

Pause nach dem Corona-Abitur

Tabea Riemer hat in diesem Jahr ihr Abitur am Comenius Gymnasium erfolgreich abgeschlossen. Nach den nervenaufreibenden Corona-Monaten habe für sie festgestanden, dass sie nicht direkt im Anschluss an die Schule studieren oder eine Ausbildung absolvieren will, sagt die 18-Jährige. Sie habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, sich erst einmal zu orientieren, Erfahrungen zu sammeln und sich sozial zu engagieren. Die Tafel leiste wichtige Arbeit, sie mache etwas „mega Gutes“, sagt sie. Sich sozial zu engagieren ist für die 18-Jährige nichts Neues. Sie setzt sich schon länger für soziale Projekte in Datteln ein und beschäftigt sich darüber hinaus mit Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Mit dem neuen Fahrradanhänger bringt Tabea die Waren zu den Empfängern. © Sebastian Balint © Sebastian Balint

Ihre Bewerbung hat Tabea Riemer zum genau richtigen Zeitpunkt bei der Tafel eingereicht. Denn mit der Tafel-Jugend will Ursula Kuchta bei jungen Menschen das Interesse für die Tafel wecken. „Wir wollen generationsübergreifend arbeiten“, sagt die Tafel-Chefin. Und das funktioniere schon jetzt ganz gut. „Wenn jemand von den älteren Helfern ausfällt, springen die jüngeren kurzfristig ein“, freut sie sich. Sechs junge Menschen bilden aktuell die Tafel-Jugend in Datteln. „Neben Tabea sind noch fünf junge Menschen dabei, die sich ehrenamtlich einbringen.“

Digitalisierung auch bei der Tafel ein Thema

Der Wert der generationsübergreifenden Arbeit habe sich sehr schnell gezeigt, erklärt Ursula Kuchta. „Auch vor der Tafel macht das Thema Digitalisierung keinen Halt“, sagt sie. So seien die Auslieferungsfahrzeuge der Tafel mittlerweile mit Tablets ausgerüstet. Diese würden eine optimierte Routenplanung ermöglichen und sogar ein Lieferscheinsystem beinhalten, „sodass wir zukünftig sehr viel Papier einsparen können“, freut sich die Tafel-Chefin. Tabea Riemer stehe den älteren Helfern oft zur Seite, wenn es hier und da mal hakt, bei den digitalen Endgeräten.

Über ein Dashboard, also ein digitales Informationssystem, können in Echtzeit zum Beispiel Planänderungen oder andere wichtige Informationen übermittelt werden. „Das spart am Ende Zeit und Sprit“, erklärt Kuchta. Und das passe doch ganz gut zur Tafel, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt. Aber nicht nur durch die Digitalisierung will die Tafel ihren Beitrag für Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten. Erst vor kurzem wurde ein Fahrrad mit Anhänger angeschafft. Und mit dem beliefert Tabea Riemer die Tafelkunden im Innenstadtbereich.

Tafel-Jugend arbeitet an neuen Formaten

Die insgesamt sechs Mitglieder der Dattelner Tafel-Jugend treffen sich in regelmäßigen Abständen zu einem Stammtisch, bei dem sie neue Ideen ausarbeiten und ihre Erfahrungen austauschen. Ein Ergebnis dieser Treffen ist, dass aktuell der Internet-Auftritt der Dattelner Tafel überarbeitet wird. Schon jetzt gibt es dort einen eigenen Bereich für die Tafel-Jugend.

Den will Tabea Riemer mit ihren Mitstreitern weiter ausbauen. Etwa um dort Videos zur Arbeit der Tafel einzustellen. Ebenso sei geplant, Rezepte einzupflegen, die auf den Lebensmitteln basieren, die regelmäßig bei der Tafel erhältlich sind.

Die Tafel-Jugend in Datteln

Wer sich für die Arbeit der Tafel-Jugend interessiert und vielleicht sogar selbst helfen möchte, kann sich direkt bei Tabea Riemer melden. Telefonisch geht das unter der Rufnummer 02363/357024. Per E-Mail über t.riemer@caritas-ostvest.de. Allgemeine Informationen zur Arbeit der Tafel finden Interessierte auf der Homepage www.caritas-ostvest.de

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