Rund um die Bahnhofstraße

37 Leerstände in Westerholt: Das hat die Stadt Herten jetzt vor

Ende 2014 gab es in Westerholt laut des dortigen Stadtteilbüros 18 Leerstände, heute sind es 37. Rund 30 davon gebe es rund um die Bahnhofstraße. Jetzt wurde eine Kampagne gestartet.
Sie kämpfen gemeinsam gegen die Leerstände in Westerholt (v.l.): Dirk Ruß (Stadtteilbüro Hassel.Westerholt.Bertlich), Werner Schnieders (Werbe- und Interessengemeinschaft Westerholt), Birgit Mordhorst (Stadtteilbüro Hassel.Westerholt.Bertlich), Brigitte Berkau, (Wirtschaftsförderung Stadt Herten), Martin Kügler (Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Verein Buer-Horst-Westerholt). © Daniel Maiß

„,Hinterm Schloss geht’s weiter“ lautet das Motto einer Initiative, die die Leerstände in Westerholt gerade im Bereich der Bahnhofstraße bekämpfen möchte. Zusammengetan haben sich dazu die Wirtschaftsförderung der Stadt Herten, das Stadtteilbüro „Hassel.Westerholt.Bertlich“ und die Werbe- und Interessengemeinschaft Westerholt (WIW).

Sofortprogramm ist auf zwei Jahre angelegt

„Wir wollen mit Plakaten, Flyern und Postkarten auf interessante Leerstände rund um die Bahnhofstraße hinweisen, die als Standort für neue Geschäftsmodelle dienen könnten“, erklärt Birgit Mordhorst vom Stadtteilbüro.

Ob Existenzgründer oder bereits am Markt: Wer eine Geschäftsidee im Bereich Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung, Soziales oder Kultur hat und das eigene Konzept immer schon mal ausprobieren wollte, kann an dem Sofortprogramm in Westerholt teilnehmen. Das Interessante für die potenziellen neuen Ladenbesitzer: Für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren zahlen Mieterinnen und Mieter lediglich 20 Prozent der regulären Miete (zuzüglich Nebenkosten). Darüber hinaus stehen die Experten des Stadtteilbüros und der Wirtschaftsförderung der Stadt Herten mit Rat und Tat zur Seite.

Stadt mietet Ladenlokal und vermietet weiter

Der Ablauf: Die Eigentümerin/der Eigentümer vermietet das momentan leerstehende Ladenlokal für 70 Prozent der Altmiete (Kaltmiete) an die Stadt Herten. Die wiederum untervermietet an Gewerbetreibende zu den schon erwähnten Konditionen.

Ein Rechenbeispiel für ein Ladenlokal mit 100 Quadratmetern Verkaufsfläche:

  • Kaltmiete 10 Euro/m² pro Monat: 1.000 Euro
  • Anmietung durch die Stadt Herten zu 70 % der Altmiete pro Monat: 700 Euro Mieteinnahme für den Eigentümer
  • Untervermietung an den neuen Mieter zu 20 % der Altmiete pro Monat: 200 Euro Gesamtkosten für den Mieter zzgl. Nebenkosten

Auch die Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer profitieren laut den Beteiligten: Sie verzichten zwar auf 30 Prozent ihrer regulären Mieteinnahmen, hätten aber mit der Stadt als Mieter einen verlässlichen Partner an ihrer Seite. „Wir kümmern uns um die Vermietung und die Kommunikation“, erläutert Brigitte Berkau von der Wirtschaftsförderung der Stadt Herten.

Einige Eigentümer haben bereits Interesse signalisiert

Die ersten Erfolge wurden bereits erzielt: Martin Kügler von dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Verein Buer-Horst-Westerholt berichtet, dass sich der von ihm vertretene Eigentümer der Gewerbeimmobilie Bahnhofstraße 82a spontan entschlossen habe, sich zu beteiligen. Einige andere Eigentümerinnen und Eigentümer haben bereits ebenfalls Interesse signalisiert.

Unterstützt wird das Vorhaben von der Werbe- und Interessengemeinschaft Westerholt. „Unser Ziel ist es, Westerholt auch für andere Branchen als die Nahversorgung attraktiv zu machen“, so Werner Schnieders.

Das Land NRW unterstützt das Sofortprogramm in Westerholt mit insgesamt 147.000 Euro.

Weitergehende Informationen gibt es unter: www.watt-willste-woanders.de/sofortprogramm

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