Bronze-Relief kommt an neue Martinischule

Dem Heiligen Martin bleibt das Schicksal der „Vielbusigen“ erspart

Westerholt ist ein katholisches Pflaster. Überall begegnet man zum Beispiel Skulpturen von Sankt Martin, so auch an der Martinischule. Zumindest bis zu deren Abriss. Was wird aus dem Relief?
Das Relief des Heiligen Martin - hier noch an der Wand der inzwischen abgerissenen Martinischule - soll nach dem Neubau der Grundschule erneut an einer der Außenwände angebracht werden. © Matthias Waschk

Von der Kirche St. Martinus bis zur Martinischule ist der Heilige Martin im Alten Dorf omnipräsent. An der Grundschule prangte ein Bronze-Relief, das den Wohltäter, der einst seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben soll, hoch zu Ross zeigt. Doch die Schule ist nicht mehr: Im Mai 2021 wurde das alte Gebäude an der Baut abgerissen, ebenso das Hausmeisterhaus und Nebengebäude.

Bedeutende Kunstwerke verschwinden oder vergammeln

Schon als 2020 der Beschluss zum Abriss gefallen war, hatte Jürgen Steinert, Vorsitzender der SPD Westerholt/Bertlich sowie des Bezirksausschusses des Rates, darauf hingewiesen, dass besagte Skulptur erhaltenswert sei. Er tat gut daran, denn in Herten kommen bei Umbauarbeiten schon mal bedeutende Kunstwerke unter die Räder oder werden in irgendeiner dunklen Ecke abgelegt und gammeln vergessen vor sich hin.

Vegetative Säule landet auf dem Waldfriedhof in der Garage

So etwa beim Umbau des Otto-Wels-Platzes im Jahre 2004. Das Wasserspiel „Vegetative Säule“ – im Volksmund „Die Vielbusige“ – des Künstlers Waldemar Wien wurde seinerzeit in einer Garage am Waldfriedhof abgelegt und geriet in Vergessenheit. Erst 2013 fand sie mit Unterstützung der Stadtwerke einen neuen Platz vor dem Copa Ca Backum. Dort entfaltet „Die Vielbusige“ zwar nicht annährend die Wirkung, die sie 35 Jahre lang auf dem Platz vor dem ehemaligen Hallenbad hatte, doch immerhin: Sie ist wieder da.

Die Vegetative Säule – im Volksmund
Die Vegetative Säule – im Volksmund „Die Vielbusige“ – stand 35 Jahre lang als Wasserspiel auf dem Otto-Wels-Platz vor dem ehemaligen Hallenbad (rechts im Bild; links die frühere Hauptpost). © HA © HA

Das kann man von der von Heinrich Brockmeier gestalteten Otto-Wels-Gedenkplatte leider nicht behaupten. Sie war ursprünglich am Gebäude des Hallenbads in die Seitenwand eingelassen. Im Rahmen der Bauarbeiten ging sie schlichtweg verloren oder wurde womöglich gestohlen. Sie ward nie wieder aufgefunden und musste erneut angefertigt werden. Heute steht die Replik in der Baumscheibe des abgestorbenen Mammutbaums.

Relief und Glasmosaik werden überarbeitet

Das Relief von Sankt Martin von der Fassade der Martinischule sowie auch das Glasmosaik aus dem Innenbereich des Schulgebäudes soll kein vergleichbares Schicksal ereilen. Beides wurde von der Stadt sichergestellt und eingelagert. Vor Fertigstellung des neuen Schulgebäudes sollen beide Kunstwerke überarbeitet und restauriert werden. Sobald möglich werden Skulptur und Mosaik dann wieder installiert. So hatte es die Westerholter CDU-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Silvia Godde in einem Antrag an den Stadtrat erbeten. Ihr Wunsch fand bei der Stadt Gehör und ebenso bei allen im Bezirksausschuss vertretenen Fraktionen.

Das Thema kommt noch einmal auf den Tisch beim Ratsausschuss für Bildung, Kultur und Sport, der am 13. September im Glashaus (Hermannstraße 16) tagt. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr.

Der Abend in Waltrop

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