Kommentar zum Spielplatz Sandweg

Der Ruf nach Streetworkern wird lauter – und das ist gut so

Hinter dem Anwohner-Protest gegen den Umbau des Spielplatzes am Sandweg steckt ein gesellschaftliches Problem. Manchen jungen Menschen mangelt es an Erziehung und Zuwendung.
Carola Wagner, stellv. Redaktionsleiterin © Jörg Gutzeit

Was da im Zusammenhang mit dem Umbau des Spielplatzes zutage tritt, ist kein exklusives Problem des Areals am Sandweg. Es begegnet uns auch an anderen Brennpunkten im Stadtgebiet – etwa auf den Zechen-Geländen, in der Innenstadt oder im Backumer Tal. Überreste von Saufgelagen, Vandalismus … es sind Verhaltensweisen und Spuren der Verwahrlosung und Missachtung gesellschaftlicher Normen und Werte.

Irritierender Ton gegenüber der Baurätin

Es ist verständlich, dass die Anlieger des Spielplatzes die Nase voll haben. Im eigenen Garten möchte man nicht mit lauter Musik zugedröhnt werden. Und Alkohol und Drogen haben auf einem Spielplatz nichts zu suchen. Das dürfte freilich vor allem die Eltern von Kindern, die dort spielen, beunruhigen. Irritierend war der harsche Ton, mit dem Baurätin Janine Feldmann angegangen wurde.

Die Forderung, den Umbau des Spielplatzes zu stoppen, ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Jugendliche treffen sich dort seit Jahrzehnten – ob mit oder ohne Unterstand. Und sie werden es auch weiter tun, denn irgendwo müssen sie ja hin. Wie so oft kommt man zu dem Schluss, dass am ehesten Sozialarbeiter etwas ausrichten können. So wurde auch hier der Ruf nach Streetworkern laut. Er erschallt immer öfter – und das ist gut so. Schlimm genug, wenn junge Menschen daheim weder Erziehung noch Zuwendung oder Kontrolle erfahren und sich – wohl auch mangels anderer Treffpunkte – an solchen Orten herumdrücken. Letztlich können sie einem leidtun. Und es ist den Aufwand wert, so viele wie möglich aus ihrer Trostlosigkeit herauszuholen. Wie sagte eine Besucherin so treffend: Jugendliche sind unsere Zukunft.

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