TOP-Antrag scheitert

Die Wallstraße in Bertlich gilt nicht als Rennstrecke

Mit ihrem Antrag, die Wallstraße durch Blumeninseln und regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen zu entschärfen, scheiterte die TOP-Partei im Westerholter Bezirksausschuss des Rates.
Bei Geschwindigkeitsmessungen auf der Wallstraße in Höhe Hausnummer 14 hat die Stadt keine Raserei feststellen können. © Frank Bergmannshoff

Anwohner hätten geklagt, die Wallstraße sei eine gefährliche Rennstrecke, heißt es in dem besagten Ratsantrag der TOP-Partei. Ihre Autos parkten die Anlieger bewusst – regelwidrig – halb auf dem Gehweg, aus Furcht, die Fahrzeuge könnten sonst durch die Raser beschädigt werden. Zwischen Barbaraschule und Marler Straße sei die Raserei besonders ausgeprägt. Zudem werde die Einmündung des Finkenwegs häufig übersehen – Beinahe-Kollisionen seien an der Tagesordnung.

Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 33 km/h

Um herauszufinden, welches Ausmaß die Raserei tatsächlich hat, postierte die Stadtverwaltung dort mehrfach den Panzerblitzer. Zuletzt sei der mobile Blitzer dort im November 2020 sowie im April/Mai 2021 zum Einsatz gekommen. Zusätzlich gab es im Juni 2021 noch eine Messung mittels Seitenradar – jeweils auf Höhe der Hausnummern 12 bis 16. Die Auswertungen der Messdaten zeichnet ein anderes als das beschriebene Bild: Demnach lag die durchschnittliche Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer bei 33 Stundenkilometern. Ein Ergebnis, dass bei insgesamt 2907 erfassten Fahrzeuge wohl als repräsentativ angesehen werden darf.

Und so schlussfolgert die Stadtverwaltung: „Die gemessenen Geschwindigkeiten lassen nicht erkennen, dass auf der Wallstraße übermäßig zu schnell gefahren wird.“ Gefährliche Geschwindigkeitsspitzen ließen sich nur in Ausnahmefällen und insbesondere in den Nachtstunden registrieren. Insgesamt sei das Verkehrsaufkommen im Vergleich zu anderen Anwohnerstraßen sogar sehr niedrig und Geschwindigkeitsverstöße die absolute Ausnahme.“

Verkehrsrowdys müssen den Panzerblitzer fürchten

Einschränkend wird allerdings erwähnt, dass es zum Zeitpunkt der Verkehrsmessung in der Wallstraße eine Baustelle gab, die vielleicht Einfluss auf das Fahrverhalten hatte. Deshalb sollen weitere Geschwindigkeitsmessungen stattfinden. Verkehrsrowdys müssen den Panzerblitzer an dieser Stelle auch in Zukunft fürchten.

Kreuzungsschild in der Hecke verschwunden

Der Kreuzungsbereich Wallstraße/Finkenweg sei einwandfrei beschildert, so die Stadt. Allerdings: Beim gestrigen Ortstermin unserer Zeitung war das dreieckige Kreuzungsschild in der Finkenstraße fast vollständig in einer hoch gewachsenen Hecke verschwunden und somit für Autofahrer nicht sichtbar.

Das Kreuzungsschild in der Einmündung Finkenweg/Wallstraße ist fast vollständig von der Hecke zugewachsen und für Autofahrer quasi nicht mehr zu erkennen.
Das Kreuzungsschild in der Einmündung Finkenweg/Wallstraße ist fast vollständig von der Hecke zugewachsen und für Autofahrer quasi nicht mehr zu erkennen. © Frank Bergmannshoff © Frank Bergmannshoff

Statt Blumenkästen kommen vielleicht Straßenbäume

Ungeachtet dessen, so die Stadtverwaltung, sei die Wallstraße kein Unfallschwerpunkt. Weder die Polizei noch die Stadt Herten konnten dort vermehrt Unfälle feststellen. Gleichwohl würden Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung geprüft. Das Aufstellen von Blumenkästen wird allerdings eher als Gefahrenpotenzial eingeschätzt und ist gemäß der Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt. Allerdings denkt man bei der Stadt über das Anpflanzen von Straßenbäumen nach.

Letztendlich entschieden wird über den Antrag der TOP-Partei im Rahmen der Sitzung des Stadtrats am 29. September. Diese beginnt um 17 Uhr im Forum der Rosa-Parks-Schule.

Der Abend in Waltrop

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt