Zeche Schlägel & Eisen

Ein Metallzaun soll das Drama ums Basketballfeld beenden

Das Unkraut steht hoch am Bauzaun, der das Basketballfeld auf Schlägel & Eisen seit 2020 umschließt. Und noch immer steht nicht fest, wann hier endlich legal gespielt werden darf.
Meterhoch wuchert das Unkraut am Bauzaun, der das Basketballfeld auf Schlägel & Eisen seit 2020 umschließt. © Carola Wagner

Gedribbelt und aufgepostet wird auf dem flexiblen blauen Spielgrund des Basketballfelds auf Schlägel & Eisen schon lange und fast täglich. Der Bauzaun um den Platz hält Basketball-begeisterte Besucher des Zechenareals nicht davon ab, dort Körbe zu werfen und sich im Sternschritt um die eigene Achse zu drehen. „Nachmittags ist da immer was los“, erzählt Markus Büning. „Ich habe auch schon mal gefragt, wie es sich auf dem Belag spielt. Bestens, lautete die Antwort.“

An manchen Stellen wuchern Gras und Wildkräuter so stark, dass die „Leisten des Anstoßes“ schon fast überwachsen sind.
An manchen Stellen wuchern Gras und Wildkräuter so stark, dass die „Leisten des Anstoßes“ schon fast überwachsen sind. © Carola Wagner © Carola Wagner

Der Unternehmer hat der Stadt und ihren Bürgern das Feld in bester Absicht zur Verfügung gestellt. Dabei sollte gleichzeitig der neuartige Kunststoffbelag des Prototyps getestet und interessierten Kunden bei Bedarf vorgeführt werden – der Basketballplatz und das Gebäude der Firma für Fußbodentechnik sind nämlich nur einen Katzensprung voneinander entfernt.

Eine Geschichte voller Pannen und Enttäuschungen

Doch es wurde eine Geschichte voller Pannen und Enttäuschungen. Alles kam anders als gewünscht. Seit Mai 2019 schmiedete Markus Büning in Kooperation mit der Stadt den Plan für den Streetbasketball-Platz. Der Zentrale Betriebshof (ZBH) leistete im Oktober 2019 die Vorarbeiten für den Unterbau: Eine 15 mal 11 Meter große Fläche wurde ausgekoffert, mit Randsteinen eingefasst und mit feinem Kies aufgefüllt. Kosten: 21.000 Euro, finanziert aus der Stadtkasse, ohne vorherige Information oder Beteiligung der Politik.

Der Bau der flächenelastischen Spielfläche, die die Kraft der Sportler aufnimmt, fand im Mai 2020 statt und kostete die Firma Büning rund 20.000 Euro.

Mit Unterstützung eines Schlosserbetriebes wurde der Übergang vom Feld zu den Randsteinen mit Alu-Schienen überdeckt. Vorteil: Sie verhindern, dass Chaoten den Bodenbelag anheben und beschädigen. Nachteil: Zwischen den Schienen gibt es Spalte, durch die Regenwasser von der Fläche ablaufen soll. Die Stadt sieht hier eine potenzielle Gefahrenquelle und will den Platz so nicht freigeben.

Als Sicherheitsproblem bemängelt wurden die Spalten zwischen den Abschlussleisten rings um den Bodenbelag.
Als Sicherheitsproblem bemängelt wurden die Spalten zwischen den Abschlussleisten rings um den Bodenbelag. © Carola Wagner © Carola Wagner

Seit damals hat sich nichts Erkennbares getan. ZBH-Betriebsleiter Thorsten Westerheide bleibt dabei: „Die Bleche sind haftungsrechtlich nicht okay, es besteht Verletzungsgefahr. Wenn da was passiert, kriegen wir als Stadt ein Problem.“ Mittlerweile sind die „Leisten des Anstoßes“ an vielen Stellen von Wildkräutern überwuchert. Es gibt Ideen, wie man das Basketballfeld bespielbar machen kann und auch konkrete Pläne. Umgesetzt wurden sie aber bislang nicht.

Metallzaun soll die Schienen überdecken

Man hätte die Aluschienen rausreißen und den Rand des Feldes mit Asphalt neu einfassen könne, erklärt ZBH-Chef Thorsten Westerheide. Doch das habe die Stadtverwaltung nicht gewollt. Umgesetzt werden soll nun die Idee, das Feld zu umzäunen. „Dann ist der Platz begrenzt. Das ist für den Spielbetrieb gut: Der Ball rollt nicht weg, und gleichzeitig werden die Schienen überdeckt.“

Im September sollte besagter Metallzaun errichtet und der Bauzaun endlich entfernt werden. Bislang ist nichts geschehen, aber der Monat ist ja noch lang. Dann gibt es allerdings noch ein Problem mit den Markierungen auf der Fläche… Es bleibt spannend. Der Tag X, an dem der Bauzaun fällt, ist nach wie vor unbekannt.

Macbeth soll ohne Bauzaun morden

Anders sieht es mit dem Bauzaun rings um die kürzlich sanierte „Parkour“-Anlage aus. Chaoten hatten u.a. den Bodenbelag zerstört, die Reparatur erfolgte vor einigen Wochen. Offenbar eigenmächtig hatten Besucher dann Teile des Bauzaunes geöffnet und sich auf der Anlage getummelt. Doch nach einer Inspektion durch den ZBH war der Zaun plötzlich wieder „dicht“. Das ärgert nicht nur Menschen, die dort spielen wollen. Auf dem Platz unterm roten Förderturm soll am Freitag (10.9.) Shakespeares „Macbeth“ aufgeführt werden. Thorsten Westerheide verspricht: „Bis dahin ist der Zaun weg.“

Der Abend in Waltrop

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