Auch in der Schwarzkaue gehen die Lichter aus

Hohe Infektionszahlen: Stadt Herten zieht einmal mehr die Reißleine

Nach den hohen Coronazahlen der vergangenen Wochen hat die Stadt die Reißleine gezogen und ihre nächsten Kulturveranstaltungen abgesagt. Das Schlosskonzert findet trotzdem statt – aber anders.
Auch zwei Veranstaltungen im Rahmen der städtischen Reihen "KlangRaum" und "7nach8" im Glashaus sind von der Absage betroffen. © Banu Altun

Nach dem Aus für kleinere Veranstaltungen wie der „Christmas Rock“ wird auch die städtische Kultur im Dezember erneut in die Corona-Zwangspause geschickt. Die Entscheidung traf jetzt der Stab für außerordentliche Ereignisse (SAE) im Rathaus. Für andere Kulturmacher im Stadtgebiet war diese Entwicklung absehbar. „Selbst wenn man dürfte, sind Konzerte, Kabarett & Co. bei dieser Corona-Lage moralisch nicht zu transportieren“, sagt Andreas Weidner, Betreiber der Schwarzkaue auf der Zeche „Schlägel & Eisen“. „Wir wollen doch alle ein schönes Weihnachtsfest feiern und niemanden gefährden.“

Kinderveranstaltungen sollen vorerst stattfinden

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betont Bürgermeister Matthias Müller, „aber wir können es in diesen Zeiten nicht verantworten.“ Einen kleinen Lichtblick verspricht er den Klassikfans. Das Schlosskonzert mit dem Vokalensemble „Voicemade“ findet statt – wenn auch ohne Publikum. „In Absprache wird das Konzert aufgezeichnet und Heiligabend bei WDR 3 um 20.04 Uhr in der Reihe ,das Konzert‘ gesendet“, erklärt Sabine Fiebig-Fechtner, Leiterin der Musikschule Herten. So traurig das Aus für das Live-Erlebnis sei, „unsere Besucher, die schon Karten reserviert haben, sind sehr verständnisvoll“.

Ausfallen werden auch das A-Capella-Konzert „Les Brünettes“ am 10. Dezember und das Weihnachtskabarett von Matthias Reuter am 16. Dezember im Glashaus. Nur die Veranstaltungen für Kinder sollen zunächst wie geplant stattfinden.

Weihnachts-Popup-Restaurant noch in Planung

Wie es mit den kulturellen Veranstaltungen ohne Bildungscharakter weitergeht, wird der SAE im Laufe des Monats entscheiden. „Wir wissen, dass dies für Bürgerinnen und Bürger, aber vor allem für die Kulturschaffenden ein herber Einschnitt ist“, betont Bürgermeister Matthias Müller. Deshalb solle auf Grundlage der aktuellen Corona-Situation in kleinen Schritten zeitnah reagiert werden.

Eigentlich wollte die Blues-Initiative Vest ihre Konzerte im Dezember mit der Zugangsvariante 2G+ fortsetzen. Inzwischen haben sich Arno Welke und seine Mitstreiter auch für die Absage der Blues-Session am 10. Dezember im Tief-Keller unter der Schwarzkaue entschieden. „Wir hoffen, dass alle Schutzvorkehrungen dazu führen, zumindest das Jahr 2022 wieder planmäßig starten zu können.“ Inzwischen wurden auch alle Weihnachtsfeiern in der Schwarzkaue gecancelt. „Wir überlegen aktuell noch, ein Weihnachts-Popup-Restaurant zu organisieren – mit Klaviermusik und Menü“, so Andreas Weidner. Dabei würden 60 Gäste in der Schwarzkaue auf 600 Quadratmetern verteilt sitzen. Aber auch hier hat das Virus das letzte Wort.

Der Abend in Waltrop

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