Hochburgen und Tiefpunkte

Nur in Herten-Mitte kommt die CDU der SPD ganz nah

In einigen Wahllokalen entfallen so viele Stimmen auf SPD und AfD, dass für Andere wenig übrig bleibt. Punktuell laufen aber auch Kleinstparteien den Größeren den Rang ab. Eine Wahl-Nachlese.
Im SPD-Parteibüro in der Innenstadt verfolgen die Genossen am Sonntagabend die Wahlergebnisse, hier von links: Jörg Rattay, Babette Nieder, Khaled El Osman und Wolfgang Kumpf. © Daniel Maiss

Beim Blick auf den Plan mit den 22 Hertener Wahlbezirken fällt eines sofort ins Auge: alles rot. Die SPD hatte bei der Bundestagswahl nicht nur unterm Strich mit 36,3 Prozent der Zweitstimmen die Nase vorne, sondern auch in jedem Präsenz-Wahllokal.

Nur in einem Lokal kam es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen: In der Grundschule Herten-Mitte I (Bezirk 17) trennten CDU und SPD lediglich neun Stimmen, lagen die Christdemokraten mit 29,5 Prozent so knapp wie sonst nirgendwo hinter der SPD mit 31 Prozent.

Ein Überblick über Hochburgen und Tiefpunkte der Parteien in Herten, gemessen an den Ergebnissen der Präsenz-Wahllokale:

SPD: Alle Zweitstimmen-Ergebnisse der Sozialdemokraten liegen oberhalb von 30 Prozent. 30,3 Prozent in der Grundschule Herten-Mitte II sind die Talsohle. Dagegen wird in Teilen von Westerholt, Bertlich und Scherlebeck die 40-Prozent-Marke übersprungen, in der Rosa-Parks-Schule mit 43 Prozent die Spitze erreicht.

• CDU: Apropos Rosa-Parks-Schule. Die Christdemokraten verzeichnen dort mit 13,7 Prozent ihr niedrigstes Ergebnis. Die erwähnten 29,5 Prozent in der Grundschule Herten-Mitte I sind die Bestmarke der CDU. Vergleichsweise stark schneiden die Christdemokraten mit Werten oberhalb von 23 Prozent auch in Teilen von Westerholt, Langenbochum und Scherlebeck ab.

• Bündnis 90/Die Grünen: Mit 11,1 Prozent sind die Grünen drittstärkste Kraft in Herten, wobei sie in der Spitze sogar 14,5 Prozent verzeichnen, und zwar in der Grundschule Herten-Mitte II. Aber auch 12,6 Prozent in der Comeniusschule und 11,8 Prozent in der Zeche Scherlebeck sind überdurchschnittlich. Das niedrigste Ergebnis kassieren die Grünen in der Westerholter Kita Sternschnuppe mit 6,4 Prozent.

AfD: Apropos Sternschnuppe. Sie sowie die Bertlicher Barbaraschule und die Süder Grundschule „In der Feige“ sind die Hochburgen der AfD in Herten. In diesen drei Bezirken landet die Rechtsaußen-Partei mit 15,9 Prozent (Sternschnuppe) beziehungsweise 18,7 Prozent (Barbaraschule) und 18 Prozent (Feige-Schule) als zweitstärkste Kraft vor der CDU. Jeweils nur knapp hinter den Christdemokraten rangiert die AfD in der Rosa-Parks-Schule und der Ludgerusschule. Ihr niedrigster Wert sind 7,9 Prozent in der Zeche Scherlebeck.

Die Linke: 7,9 – ein Wert, von dem die Linke nur träumen kann. 4,6 Prozent in der Rosa-Parks-Schule sowie jeweils 4,3 Prozent in der Grundschule Herten-Mitte I und in der Sternschnuppe sind die besten Ergebnisse der Linken. 1,7 Prozent in der Barbaraschule sind der Tiefpunkt. Gleich in mehreren Wahlbezirken werden die Linken entweder von der Tierschutzpartei oder vom „Team Todenhöfer“ überholt. Diese Kleinstparteien verschwinden üblicherweise im großen Sammelbecken der „Sonstigen“.

Übrigens: In der Zeche Scherlebeck sticht die Corona-kritische Partei „Die Basis“ mit 1,3 Prozent aus den „Sonstigen“ hervor.

FDP: Die Liberalen bewegen sich im gesamten Stadtgebiet solide bei etwa sieben bis neun Prozent. Ausreißer nach oben sind zum Beispiel 12,2 Prozent im Jugendzentrum Nord und 11,9 Prozent im Süder Johannes-Gemeindezentrum. Am schwächsten schneidet die FDP mit 7,2 Prozent in der Sternschnuppe und der Barbaraschule ab. Wo knapp 60 Prozent entweder SPD oder AfD wählen, bleibt für anderen Parteien nicht viel übrig.

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