Heimatforscher erklärt den Ortsnamen

Warum heißt Westerholt eigentlich Westerholt?

Wie kam Westerholt zu seinem Namen? Heimatforscher Heinz Wener hat eine Antwort auf diese Frage.
Der Westerholter Wald, im rechten Teil befindet sich heute die „Ruhestätte Natur“. © Heinz Wener

Die Benennung eines Ortes dient der Orientierung des Menschen in seiner Umwelt. Ortsnamen waren erforderlich, damit man ein Anwesen eindeutig benennen oder kennzeichnen konnte. Die Entstehung der Ortsnamen hatte immer ein Benennungsmotiv, ein Merkmal, das diesem Ort anhaftete und dass sich, wie Westerholt, von Merkmalen der natürlichen Umgebung herleitete.

Es gibt auch ein Osterholt

Westerholt ist ursprünglich ein Gehölz im Westen von Recklinghausen gewesen, das vom dortigen Reichshof geprägt worden ist. Um das Jahr 800 aus einem karolingischen Königshof entstanden und 1017 als „Ricoldinchuson“ erwähnt, war die Stadt Sitz politischer, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Vestes Recklinghausen, aus dem 1815 der preußische Kreis Recklinghausen hervorging.

In gleicher Entfernung von Recklinghausen liegen westlich Westerholt und östlich Osterholt in der Bauernschaft Röllinghausen.

Zum Autor

Heinz Wener, Jahrgang 1937, übernahm die Liebe zu Westerholt von seinem Großvater. Auf dessen Chronik baut seine historische Sammlung auf. 17 Jahre leitete er den Heimatverein, 32 Jahre das Heimatkabinett. Heinz Wener schreibt in loser Folge Artikel für unsere Zeitung.

Da der Reichshof Recklinghausen eine fränkische Gründung ist,

können die Namen erst ab 800 entstanden sein. Über dem Hof Osterholt stand kein glücklicher Stern. Er war später ein Lehnsgut der Abtei Werden, mit dem einer der Recklinghäuser Vikare belehnt wurde.

Der Familienname Westerholt ist also ein alter Flurname. Der Name dieses Geschlechtes, das früher einen noch ungefestigten Familiennamen geführt haben mag, passte sich dem Namen der Flur an, auf der es ansässig wurde.

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