Kreisausschuss

500 Mio. Euro könnten nach Corona im Kreis RE fehlen

Kreisdirektor Roland Butz brachte es im Ausschuss direkt auf den Punkt: Ab dem Jahr 2025 werden vor allem die städtischen Haushalte die Corona-Pandemie in ihren Kassen spüren.
Die Stadt hat fast 300 Millionen Euro Schulden. Umgerechnet auf die aktuell 73.126 Castrop-Rauxeler liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei über 4000 Euro. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Rund 500 Millionen Euro Kosten zwischen 2021 und 2024, schätzt Kreisdirektor Roland Butz, werden ab 2025 die Kassen der Kommunen im Kreis Recklinghausen zusätzlich belasten – als Folge der Pandemie. Hinzu komme, dass „vor allem dann, wenn bestimmte Branchen von der Pandemie besonders betroffen waren, dies bei den Gewerbesteuereinnahmen zu spüren sein wird“, sagte Butz in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses.

Planungen ohne Landeshilfen

Die Herausforderungen zeigen sich an einem Beispiel deutlich: 2021 waren die städtischen Haushaltsplanungen ohne Landeshilfen möglich – allerdings nur, weil die genannten Corona-Kosten herausgerechnet wurden. Und noch immer drücken die Altschulden die städtischen Haushalte im Keis Recklinghausen.

Apropos Corona und Finanzen. Im Haushaltsjahr 2020 hatte die Kreisverwaltung pandemiebedingt einen zusätzlichen Finanzbedarf von 11,2 Millionen Euro. Deutlich besser sieht es für 2021 aus. Dort werden zusätzliche Kosten „nur“ in Höhe von 1,1 Millionen Euro prognostiziert. Vor allem die Ausgaben für Schutzmaterialien unter anderem für Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gingen ins Geld: Mehr als 6,6 Millionen Euro stehen dafür in den Büchern. Gut 750.000 Euro machten die zusätzlichen Personalkosten für die Kontaktnachverfolgung aus.

Landrat einstimmig entlastet

Notiz am Rande: Einstimmig wurde der Gesamtabschluss für 2019 und die damit verbundene Entlastung des Landrates durchgewunken. Drei Zahlen dazu: Insgesamt betrug die Bilanzsumme etwas mehr als 682 Millionen, das Eigenkapital gut 136 Millionen und der Jahresüberschuss 8,65 Millionen Euro, der in die Rücklagen einfließen wird.

Roland Butz gab anschließend noch einen Ausblick auf das Haushaltjahr 2021, das mit einem Fehlbedarf von etwa 17,5 Millionen Euro geplant war. Am Ende sieht es aber wohl deutlich besser aus. „Voraussichtlich werden wir nur bei einem Minus von einer Million landen“, so Butz. Die Verbesserung um 16,5 Millionen resultiert vor allem aus Einsparungen bei der Pflegehilfe (zwei Millionen) und beim Jobcenter (10 Millionen, weil durch die Corona-Zeit weniger Pflegeausgaben entstanden sind und die Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften nicht so hoch wie gedacht waren).

Nicht viel Neues gab es beim Thema Kreishaussanierung. 85 Millionen Euro war der Ausgangswert. Höhere Kosten wegen nicht absehbarer Baupreissteigerung könnten aber noch hinzukommen. Am Ende rechnet der Kreis mit Kosten knapp unter 100 Millionen. Doch Roland Butz geht nach wie vor davon aus, dass die Sanierung weiterhin ohne Kredite zu realisieren ist und der endgültige Vorschlag im Dezember im Kreistag eingebracht wird.

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