Corona im Kreis Recklinghausen Inzidenz steigt - und der Wochenvergleich kippt

Eine Arzthelferin zieht in einer Praxis einer Hausärztin eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gegen das Corona-Virus auf.
Täglich zeigen wir an dieser Stelle die aktuelle Corona-Entwicklung im Kreis Recklinghausen und seinen Städten auf. © picture alliance/dpa
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Update 9. Dezember, 8.35 Uhr

Bei den Corona-Infektionen ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Recklinghausen erneut gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Freitag, 9. Dezember, für den Kreis einen Inzidenzwert von 234,5 veröffentlicht. Am Donnerstag betrug dieser noch 223,6, am Mittwoch 213,6. Am vergangenen Freitag lag die Inzidenz im Kreis Recklinghausen bei 228,1. Der Wochenvergleich fällt damit wieder negativ aus.

Landes- und bundesweit ist der Inzidenzwert ebenfalls gestiegen. In NRW beträgt die Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen je 100.000 Einwohner wiedergibt, am Freitag 248,8 (Vortag: 239,0) – und im Bund 219,9 (Vortag: 214,2).

Allerdings sind die Inzidenzwerte grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten: Fachleute gehen davon aus, dass eine hohe Zahl an Fällen nicht in den RKI-Daten erfasst ist. Ein Grund dafür: ein überlastetes Melde- und Testsystem. Eine Rolle könnte auch spielen, dass einige Menschen ihren positiven Selbst- oder Schnelltest nicht mit einem PCR-Test abklären lassen. Sie tauchen dann nicht in der Statistik auf. Auch Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme können das Bild verzerren. Oder eben die Tatsache, dass viele Bundesländer am Wochenende oder Feiertag Zahlen gar nicht oder nicht vollständig ans Robert Koch-Institut (RKI) melden.

Bei der Bewertung der Corona-Lage werden auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz wird jedoch nur landesweit ausgewiesen (siehe unten).

Regierungsbezirk: Bottrop hat weiterhin den besten Wert

Im Regierungsbezirk Münster konnten sich Gelsenkirchen sowie die Kreise Borken und Coesfeld verbessern, andernorts ist die Inzidenz gestiegen. Die höchste Inzidenz hat nach wie vor der Kreis Warendorf. Den niedrigsten Wert weist Bottrop auf. Nachfolgend die Übersicht über den Regierungsbezirk Münster im Detail (Quelle: RKI, Stand: 9. Dezember, 3.08 Uhr, die Werte vom Vortag in Klammern):

Kreis Warendorf: 298,4 (287,9)

Kreis Steinfurt: 251,5 (236,1)

Münster: 245,2 (230,4)

Kreis RE: 234,5 (223,6)

Gelsenkirchen: 225,7 (239,5)

Kreis Borken: 191,9 (198,6)

Kreis Coesfeld: 183,9 (190,6)

Bottrop: 167,1 (133,0)

NRW-weit hat der Kreis Minden-Lübbecke (473,0) die negative Spitzenposition inne, am unteren Ende steht der Kreis Olpe (117,9). Und so sieht die Situation in den Nachbarregionen des Vests im Ruhrgebiet aus: Dortmund kommt auf eine Inzidenz von 248,4, Herne auf 283,5, Essen auf 169,6, Bochum auf 257,5, der Kreis Unna auf 267,6 und der Kreis Wesel auf 220,7.

Kreis RE: 325 Neuinfektionen und sechs Todesfälle

Der Kreis Recklinghausen hat gemeinsam mit seinen zehn Städten beschlossen, die detaillierte Veröffentlichung der Zahlen auf einen Tag in der Woche zu beschränken. Es werden immer freitags die Daten für die kreisangehörigen Städte zur Verfügung gestellt (siehe unten), nicht mehr täglich. Der Kreis meldet seine Daten nach eigenen Angaben jedoch täglich an die übergeordneten Behörden – allerdings mit Ausnahme von Wochenenden und Feiertagen. Der Statistik des RKI für Freitag, 9. Dezember, ist zu entnehmen, dass im Kreis Recklinghausen seit Pandemie-Beginn 233.588 Corona-Fälle registriert wurden (bei 615.000 Einwohnern). Es sind zuletzt also 325 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden hinzugekommen. Außerdem wurden sechs weitere Todesfälle registriert. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle steigt damit kreisweit auf 1611.

Die jüngsten lokalen Daten aus dem Kreis:

Hier die Zahlen vom Kreis Recklinghausen für die zehn kreisangehörigen Städte – vom Freitag, 9. Dezember. Die Inzidenz ist in sechs Städten im Wochenvergleich gestiegen, nur Marl, Castrop-Rauxel, Recklinghausen und Datteln weisen gesunkene Werte auf. Die höchste Inzidenz hat jetzt Haltern, die niedrigste Datteln. Und so sieht die Situation in den zehn kreisangehörigen Städten konkret aus (Stand: 9. Dezember, 7.00 Uhr; der Wert vom 2. Dezember in Klammern):

Haltern: 267,1 (177,2)

Herten: 264,9 (252,0)

Dorsten: 258,9 (250,8)

Marl: 256,9 (258,1)

Waltrop: 251,5 (139,3)

Castrop-Rauxel: 247,7 (272,3)

Recklinghausen: 224,9 (238,5)

Gladbeck: 197,8 (188,5)

Oer-Erkenschwick: 181,6 (137,0)

Datteln: 154,8 (217,9)

Gesamt: 234,5 (227,0)

In der folgenden Übersicht ist die Zahl der bisherigen Corona-Fälle insgesamt in den jeweiligen Städten sowie die Zahl der Verstorbenen aufgelistet (Stand: Freitag, 9. Dezember):

Castrop-Rauxel: 27.636; 155;

Datteln: 11.475; 116;

Dorsten: 29.679; 140;

Gladbeck: 29.209; 223;

Haltern am See: 13.458; 39;

Herten: 25.148; 193;

Marl: 32.526; 208;

Oer-Erkenschwick: 11.102; 120;

Recklinghausen: 44.359; 353;

Waltrop: 8996; 64;

Gesamt: 232.588; 1611;

Neun Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation

Laut Divi-Intensivregister (Stand: 9. Dezember, 7.18 Uhr) befinden sich im Kreis Recklinghausen aktuell neun Corona-Patienten auf der Intensivstation (Vortag: 7), davon muss keiner künstlich beatmet werden (Vortag: 0). Zurzeit sind 32 von 182 Intensivbetten frei. Das sind 17,58 Prozent (Vortag: 16,93 Prozent). Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt im Kreis bei 4,95 Prozent (Vortag: 3,83 Prozent).

Die Impfquote in NRW bleibt unverändert

Der Kreis Recklinghausen veröffentlicht keine kreisweiten Impfzahlen mehr, sondern verweist in seinem Dashboard nur noch auf die Impfquoten des Landes. Vollständig geimpft sind in ganz NRW demnach 79,5 Prozent, unvollständig weitere 2,3 Prozent der Menschen (Stand: 7. Dezember 2022). Die Impfquote hat sich damit innerhalb der letzten Wochen nicht verändert.

Kommunales Impfangebot endet am 15. Dezember

Der Endspurt für die kommunalen Impfangebote ist eingeläutet. An noch zwei Terminen können sich Bürgerinnen und Bürger im Kreis Recklinghausen gegen das Corona-Virus impfen lassen, bevor das Impfgeschehen komplett durch Ärzte und Apotheken abgedeckt wird. Am Samstag, 10. Dezember, öffnet letztmalig die Impfstelle in Recklinghausen in den Räumlichkeiten des DRK an der Kölner Straße 20 ihre Pforten. Dort wird in der Zeit von 12 bis 18 Uhr geimpft. Final gibt es die Möglichkeit, sich am Donnerstag, 15. Dezember, 13.30 bis 17 Uhr, im Kreishaus an der Kurt-Schumacher-Allee 1 impfen zu lassen.

An den kommunalen Impfstellen werden neben der Corona-Grundimmunisierung und Kinderimpfungen auch Auffrischungsimpfungen mit dem auf die Omikron-Varianten BA.4/5 angepassten Impfstoff angeboten. Sie sind vorgesehen sechs Monate nach der ersten Boosterimpfung oder einer Coronainfektion für Personen über 60 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Personen im Alter ab fünf Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, für Beschäftige in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und damit vergleichbare Personengruppen sowie Personal in Einrichtungen der Eingliederungshilfe insbesondere mit direktem Nutzerkontakt. Ein Nachweis darüber ist nicht erforderlich.

Weitere Impfmöglichkeiten:

– Marl, Paracelsus-Klinik (Kapelle), Öffnungszeiten: mittwochs und donnerstags, jeweils 16 bis 20 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.klinikum-vest.de oder Tel. 02361 5684917 (werktags von 8 bis 12 Uhr)

– Recklinghausen, Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen (Pflegeschule), Dorstener Straße 151, Öffnungszeiten: montags, dienstags, freitags und samstags jeweils 16 bis 20 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.klinikum-vest.deoder Tel. 02361 5684917 (werktags von 8 bis 12 Uhr)

Der Kreis Recklinghausen hat einen Handlungsleitfaden entwickelt. Der ist zu finden unter: www.kreis-re.de/positiv.

35.826 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 219,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 214,2 gelegen (Vorwoche: 205,0; Vormonat: 294,1). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 35.826 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 30.420) und 167 Todesfälle (Vorwoche: 166) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 36.726.061 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Thüringen hat jetzt den besten Inzidenzwert

In Nordrhein-Westfalen liegt der Inzidenzwert am Freitag, 9. Dezember, bei 248,8 (Vortag: 239,0). Den höchsten Wert unter den Bundesländern hat Niedersachsen (431,8), den niedrigsten Thüringen (114,4).

Die für die Lagebewertung wichtige Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt in Nordrhein-Westfalen laut Landeszentrum Gesundheit (LZG) am Freitag, 9. Dezember, bei 9,74 (Vortag: 9,17).