Nahverkehr

Mit dem schnellen X-Bus zur Dortmunder Uni – das ist ab 2022 geplant

Die Verkehrspolitiker im Kreis Recklinghausen setzen auf den Ausbau des ÖPNV – auch aus Klimaschutzgründen. Jetzt wurden drei neue Express-Buslinien beschlossen, die bald im Vest unterwegs sind.
Schnellbusse der Vestischen - wie hier der SB25 - vernetzen den gesamten Kreis Recklinghausen. Ab 2022 sollen Express-Busse das regionale Angebot verbessern. © Meike Holz

Grünes Licht für die neuen „X-Busse“ im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr: Am heutigen Donnerstag, 24. Juni, hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ein neues Pilotprojekt beschlossen, das Städte ohne Schienenanschluss besser anbinden und Lücken im Regionalverkehr schließen soll. „Ich finde, dass ist eine tolle Sache“, freut sich Jörg Jedfeld (CDU), Vorsitzender des Mobilitätsausschusses im Recklinghäuser Kreistag, über das Votum der VRR-Gremien. Schon Anfang kommenden Jahres soll es losgehen. „Ich hoffe sehr, dass dieses zusätzliche Angebot von den Bürgern auch angenommen wird“, betont er gegenüber unserer Redaktion.

80 Linien waren angemeldet – jetzt gehen sieben an den Start

Insgesamt hatten die Städte und Kreise im VRR rund 80 Linien für das X-Bus-Netz vorgeschlagen, von denen zwölf in die engere Auswahl kamen, weil für sie der meiste Fahrgastzuwachs prognostiziert wurde. Allerdings reicht das Geld trotz Landeszuschuss höchstens für sieben Linien, von denen immerhin drei den vestischen Raum bedienen:

  • Der neue X13 soll künftig Datteln und Waltrop über Dortmund-Huckarde und Dortmund-Dorstfeld mit der Technischen Universität und dem Technologiezentrum in Dortmund verbinden. Der aktuell fahrende Schnellbus SB24 von Recklinghausen über Oer-Erkenschwick, Datteln und Waltrop nach Dortmund-Mengede bleibt ebenfalls erhalten.
  • Neu ist auch der X42, der künftig von Oberhausen über Sterkrade und Kirchhellen nach Dorsten fährt und dabei den Moviepark Germany in Bottrop-Feldhausen direkt bedient.
  • Eine Überlandverbindung an den Niederrhein bietet das Unternehmen Busverkehr Rheinland (BVR) mit dem neuen X05 von Dorsten über Schermbeck nach Wesel an.

WLAN, USB-Anschluss und alternativer Antrieb

Alle X-Busse, die nur an wenigen Stellen halten, sollen stündlich verkehren, wochentags von 5 bis 23 Uhr, samstags von 6 bis 23 Uhr und sonntags von 7 bis 23 Uhr. Zwar sei es anfangs wohl notwendig, mit Bestandsfahrzeugen zu fahren. Doch über kurz oder lang soll die Ausstattung verbessert werden – mit WLAN, USB-Anschluss, Klimaanlage und alternativen Antrieben, so ist es in den Qualitätsmerkmalen festgeschrieben.

„Ich bin mir ganz sicher, dass alle Fraktionen im Kreistag das X-Bus-Angebot für das Vest unterstützen werden“, prophezeit Nahverkehrs-Experte Jedfeld. Allerdings hat das ganze auch seinen Preis. Gemeinsam mit der STOAG in Oberhausen und DSW21 in Dortmund muss die Vestische als heimisches Verkehrsunternehmen rund zwei Millionen Euro zuschießen. Noch in der Warteschleife bleibt – auch aus Kostengründen – etwa der X57, der von Marl aus über Herten und Herne die beiden Universitätsstandorte Bochum und Dortmund anpeilen soll.

Rückkehr von Abo-Kunden ist ein wichtiges Ziel

„Gerade für die Nahverkehrs-Abonnenten müssen wir im Vest dringend etwas tun“, betont Verkehrs-Fachmann Jedfeld. So hat etwa die Vestische während der Corona-Pandemie viele Stammkunden verloren, zuletzt war von 13 Prozent die Rede. Und es sei zu befürchten, dass viele dieser Fahrgäste nicht zurückkommen, da zum Beispiel Homeoffice auch in Zukunft eine große Rolle spielen werde.

„Ich hoffe, dass mit dem neuen X-Bus-Angebot, aber auch mit dem kostengünstigeren VRR-Flex-Ticket, wieder mehr Menschen auf den klima- und umweltfreundlichen ÖPNV umsteigen“, betont Jedfeld. „Die aktuelle Preiserhöhung um 1,7 Prozent zum 1. Januar 2022 jedoch schreckt eher ab“, spart er nicht mit Kritik an der VRR-Politik.

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