Gewerbegebiete

Regionalverband Ruhr bietet Städten Kompromiss an

Die umstrittenen Flächen „Dillenburg“ und „Emmelkamp“ bleiben zwar auf der Liste, aber Städte sollen Ersatz vorschlagen dürfen. So wollen es CDU und SPD in der RVR-Verbandsversammlung.
Der Standort "Emmelkamp" an der A31 in Dorsten. © Guido Bludau

Im Streit um die Gewerbegebiete „Dillenburg“ (Datteln/Oer-Erkenschwick) und „Emmelkamp“ (Dorsten) zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) wird zwar am Freitag (25. Juni) aller Voraussicht nach bei ihrer Sitzung in Essen den Sachlichen Teilplan „Regionale Kooperationsstandorte“ beschließen, dessen Bestandteil die beiden umstrittenen Flächen aus dem Kreis Recklinghausen sind. Aber die Koalition aus CDU und SPD, die die Mehrheit im Ruhrparlament hat, will den Städten die Möglichkeit geben, Ersatzstandorte vorzuschlagen. Ein entsprechender Antrag liegt am Freitag zur Beschlussfassung vor.

RVR will große zusammenhängende Wirtschaftsflächen sichern

„Dillenburg“ (64 Hektar) und „Emmelkamp“ (53 Hektar) gehören zu den 24 geplanten Kooperationsstandorten im Ruhrgebiet, für die in einem vorgezogenen Verfahren zum neuen Regionalplan Planungssicherheit geschaffen werden soll. Der RVR will damit „zeitnah“ ein Angebot an großen zusammenhängenden Wirtschaftsflächen sichern. Zu den 24 Standorten zählen auch die – unstrittigen – Flächen „Südlich Schwatten Jans“ in Marl/Dorsten (26 Hektar), Auguste Victoria 3/7 in Marl („gate.ruhr“, 71 Hektar) und die ehemalige Kohlelagerfläche im Grenzbereich von Recklinghausen/Herten (24 Hektar).

Der Standort „Dillenburg“ im Grenzbereich von Datteln und Oer-Erkenschwick. © ANDREAS KALTHOFF © ANDREAS KALTHOFF

In Datteln und Dorsten hatten sich die Stadträte gegen die Ansiedlung von Unternehmen auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen „Dillenburg“ und „Emmelkamp“ ausgesprochen. Insgesamt gibt es im Ruhrgebiet ablehnende Ratsbeschlüsse zu sechs Kooperationsstandorten.

Alle fünf Jahre sollen die Kooperationsstandorte überprüft werden

Weil die Kommunen die Planungshoheit haben, können gegen ihren Willen keine Flächen entwickelt werden. Die Linke im RVR-Parlament spricht deshalb von „Planungsleichen, die niemandem nutzen“. Die Fraktion fordert, die umstrittenen Standorte bei der Beschlussfassung auszuklammern. CDU und SPD wollen hingegen den betroffenen Städten die Möglichkeit geben, „adäquaten Flächenersatz“ vorzuschlagen, der dann später in einem Regionalplan-Änderungsverfahren abgesichert werden könnte. Spätestens alle fünf Jahre, so der Vorschlag der Koalition, sollten die Kooperationsstandorte ohnehin einer Prüfung unterzogen werden. Geprüft werden solle, ob sich die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, planungsrechtlichen, ökologischen oder klimatologischen Rahmenbedingungen geändert hätten.

Die Stadt Dorsten hat mit dem „Rüster Feld“ auf dem Gebiet der Gemeinden Dorsten und Schermbeck bereits eine Ersatzfläche für den „Emmelkamp“ ins Spiel gebracht.

Lesen Sie jetzt