Tag des offenen Denkmals

Sein und Schein im Kreis Recklinghausen

Beim Tag des offenen Denkmals gibt es am 12. September viel Mythisches auch in der Region zu entdecken.
Die Tribünenkonstruktion gilt als einsturzgefährdet. Experten widersprechen dem. © Meike Holz

Unter dem Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ rücken 2021 Mythen und Legenden sowie Handwerkskünste in den Fokus beim Tag des offenen Denkmals am 12. September. Vielerorts gilt es daher, illusionistischen Malereien, Materialimitaten oder Restaurierungen auf den Grund zu gehen.

In diesem Jahr findet der Tag des Denkmals digital und vor Ort statt. Dabei greifen die Veranstalter die Erfahrungen des vergangenen Jahres auf, in dem der Tag bekanntlich nur online erlebbar war. Videoführungen, 3-D-Rundgänge oder Podcasts tragen dazu bei, die Erlebniswelt Tag des offenen Denkmals ein Stück weit barrierefreier zu gestalten.

Auch weniger bekannte Orte sind dabei

Im Kreis Recklinghausen sind zahlreiche Orte bzw. Denkmäler dabei. Und die haben es in sich. Mit dabei sind unter anderem das altehrwürdige Jahnstadion in Marl und das Römermuseum in Haltern. Aber auch bisher weniger bekannte Orte können besichtigt werden.

Grundgedanke der Aktion ist es, einmal im Jahr historische Gebäude und Orte

für Besucher zu öffnen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind (bei Objekten wie Bahnhöfen usw. gilt dies natürlich eingeschränkt, Führungen zu deren baulicher Gestalt und Geschichte gibt es allerdings nur am Tag des offenen Denkmals). Die Öffnung ist in der Regel kostenfrei.

Vielerorts warten Sonderführungen, Schauvorführungen und bunte Rahmenprogramme auf die Besucher. So kann man in allen Regionen Deutschlands einen Tag lang Denkmalschutz „live“ erleben: Restauratoren über die Schulter schauen, archäologische Ausgrabungsstätten erkunden, die sonst verschlossenen Kellergewölbe einer Burg bestaunen und noch vieles mehr.

Hier die Übersicht der Teilnehmer:

Archäologische Plätze

Römermuseum

Am Ufer der Lippe befindet sich einer der wichtigsten Stützpunkte der Römer. Der Name des Lagers: Aliso. Hier steht heute das LWL-Römermuseum. Die Führung zeigt den Weg von den archäologischen Grabungen bis hin zur Rekonstruktion des Lagers am Originalschauplatz und gibt Einblicke in das Leben der römischen Legionäre vor rund 2.000 Jahren.

Weseler Straße 100

45721 Haltern am See

Öffentliche Bauten

Mühlpforte im Alten Dorf

1996 begann die Planung zur Restauration der Mühlpforte im „Alten Dorf“ in Westerholt, die Arbeiten begannen 1998. Viele Bergkameraden kamen und arbeiteten ohne Lohn am Wiederaufbau mit. 2000 wurde die Mühlpforte festlich eingeweiht. Sie dient heute als Vereinsheim des Knappenvereins und beheimatet das „Bergbaumuseum Mühlpforte“. Die Bergknappen führen gerne durch die Mühlpforte, zeigen das Gebäude und die Welt eines Bergmannes im Ruhrgebiet.

Schlossstraße 2 a

45701 Herten

Die Europahalle und die Stadthalle in Castrop-Rauxel. © Tobias Weckenbrock (Archiv) © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Forum Stadtmittelpunkt

Seit Ende der 1930er Jahre wurde in Castrop-Rauxel der Bau eines Rathauses an zentraler Stelle geplant. Nach einem beschränkten Wettbewerb 1965, zu dem Arne Jacobsen + Otto Weitling, Alvar Aalto, Egon Eiermann, Fr. W. Kraemer und Paul Schneider-Esleben geladen worden waren, erhielt 1966 das Architekturbüro Arne Jacobsen + Otto Weitling aus Kopenhagen den Auftrag zum Entwurf eines Rathauses mit Sporthalle, Mehrzweckhalle und Volkshochschule auf einer Fläche, die die geographische Mitte der Stadt ist.

Europaplatz 1

44575 Castrop-Rauxel

Jahnstadion

Das Jahnstadion in Marl-Hüls fällt bis heute durch eine bemerkenswerte Tribüne auf, die ihresgleichen sucht: Das Dach in Stahlrahmen-Bauweise hängt mit Eisenbändern an zwei konisch zulaufenden Stahl-Pylonen, an diesem Spannbetondach hängen Kabinen für Fernseh- und Rundfunkübertragung und für den Stadionsprecher. Der Bau wurde von dem Architekten Aribert Riege im Stil des Bauhaus geplant und am 2.8.1964 eröffnet.

Otto-Hue-Straße / Ecke Dr. Klausener Straße

45772 Marl

Kulturforum Kapelle

1899 als Teil des Krankenhauses St. Laurentius-Stift im neugotischen Stil von Bernhard Hertel erbaut. 1884 Abriss des Krankenhauses, 1999-2002 Sanierung und Restaurierung.

Hochstraße 20

45731 Waltrop

Sakralbauten

Katholische St.-Peter-Pfarrkirche

Erstmals 1032 erwähnt, romanischer Westturm im Kern aus dem 12. Jh., Bruchstein und rötlicher Ziegelstein. Taufbrunnen aus dem 12. Jh.

Kirchplatz

45731 Waltrop

Laurentiuskapelle

Wahrscheinlich im 11. Jh. erbaut, im 14. Jh. urkundlich erwähnt als Kirche der Abtei Werden. Dem Heiligen Laurentius geweiht, mittlerer Bau ältester Teil, Altarraum später angebaut, zwei Glocken aus dem 12. Jh. und von 1518.

Schultenstraße

45731 Waltrop

Elektrisierend: Das Süder Umspannwerk lädt wieder in die Dauerausstellung rund um das Thema Elektrizität ein. © Uli Nickel (Archiv) © Uli Nickel (Archiv)

Industrie und Technik

Umspannwerk Recklinghausen

Das Museum Strom und Leben im 1928 erbauten Umspannwerk Recklinghausen erzählt die Geschichte, wie der Strom unser Leben revolutioniert hat. Markenzeichen des Hauses sind seine greifbaren Objekte wie riesige Plasmakugeln, alte Haushaltsgeräte oder eine 100-jährige Straßenbahn.

Uferstraße 2-4

bei Nutzung eines Navis: Bochumer Straße 253

45663 Recklinghausen

Zeche Waltrop, Manufactumgebäude

Erbaut 1903-06 im historistischen Stil. Zentralmaschinenhalle, Verwaltung, Lohnhalle, Waschkaue und Fördermaschinenhalle. Heute Sitz der Firma Manufactum.

Hiberniastraße 5

45731 Waltrop

Sonstiges

Wohnwaggon

Ehemalige Eisenbahnwaggons der deutschen Bundespost von 1974/75, integriert in ein Haus unter Berücksichtigung und Erhaltung der originalen Innenausbauten. Früher Postsortierung in der Bundesrepublik in den Waggons. Die Bahnpost wurde im Mai 1997 eingestellt. Durch den Erhalt der beiden Post-Wagen wird die Bahnpostgeschichte lebendig gehalten und hat gleichzeitig einen aktuellen Nutzen.

Wallstraße 120

45770 Marl

Weitere Info: www.tag-des-offenen-denkmals.de

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