Klimaneutralität

Strukturwandel mit grüner Energie forcieren

Die Emscher-Lippe-Region gehört mit dem Kreis Recklinghausen zu den Vorzeigestandorten beim Thema Wasserstoff.
Wasserstoff-Tankstelle auf dem Gelände der Zeche Ewald in Herten. © Jörg Gutzeit

„Herten ist der Ort und soll es bleiben, in dem über Wasserstoff geredet und entschieden wird“, bringt es Hertens Bürgermeister Michael Müller auf den Punkt. Er will seine Stadt und damit auch die gesamte Region inklusive des Kreises weiter an der Spitzenposition etablieren. Dabei geht es Müller um die Vernetzung von Wasserstoff mit den Themen Bildung, Digitalisierung und Mobilität.

Wen das Thema interessiert, der kann bei der Publikumsmesse e:motion am kommenden Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr mehr dazu auf dem Gelände der Zeche Ewald (Doncaster Platz) erfahren.

Wasserstoff anwenden und nutzbar machen

Doch wie steht es tatsächlich um das Thema Wasserstoff im Kreis Recklinghausen? Eine Studie soll darüber Aufschluss geben, die vor rund einem Jahr gestartet wurde. Die unter dem Titel „HyExperts Region Emscher-Lippe“ initiierte Umsetzungsstudie für die Emscher-Lippe-Region untersucht dabei, wie Wasserstoff angewendet und nutzbar gemacht werden kann – sprich, was muss passieren, dass letztlich auch Endverbraucher davon profitieren können?

Klimaschutz aktiv betreiben

„Für uns ist es enorm wichtig. Denn das Wasserstoffthema kann eine Maßnahme für den Strukturwandel in der Region sein und damit für neue Arbeitsplätze sorgen“, sagt Dr. Uta Willim vom Kreis Recklinghausen. Denn Ziel sei es, regionale Wertschöpfung zu realisieren und dabei auch Klimaschutz zu betreiben. Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt auf, wie viele Projekte und Akteure in der Region bereits existieren.

Rund 65 Projekte wurden bereits „indentifiziert“. Und diese Projekte erstrecken sich von der Produktion des Wasserstoffs über die Verteilung (wie zum Beispiel Tankstellen) bis hin zur Nutzung (öffentliche Verkehrsmittel) sowie Qualifizierung von Personal. Ein nächster Schritt, so Willim, könne dann sein, wie aus der bestehenden und zukünftigen Vernetzung dieser Projekte ein flächendeckendes Konzept erarbeitet werden kann, das erfolgreich sein wird.

Wasserstoff muss für jeden zugänglich sein

Wenn es um Klimaneutralität geht, dann kommt an der heimischen Region niemand vorbei. Denn „Grüner Wasserstoff“ spielt in der Emscher-Lippe-Region bereits eine entscheidende Rolle.

„Unser Ziel muss eine Verbundwirtschaft sein. Das bedeutet, dass Wasserstoff für jeden zugänglich sein muss“, sagt Dr. Babette Nieder, Wasserstoff-Koordinatorin bei der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiN Emscher-Lippe. Denn nur so könne man unabhängig von Öl oder Gas aus Saudi-Arabien oder Russland sein. Pkw wie das Dienstfahrzeug des Hertener Bürgermeisters oder Busse im öffentliche Nahverkehr nutzen bereits Wasserstoff als Antriebsquelle. „Müllfahrzeuge und Lkw werden hier in der Region folgen“, blickt Nieder nach vorne. Der große Vorteil im Kreis Recklinghausen, Gelsenkirchen und Bottrop sei, dass „hier bereits Startups, Mittelstand, Wirtschaft und Industrie zusammenarbeiten.“ So ist die Emscher-Lippe-Region mit dem Chemiepark Marl heute eine der größten Erzeugerinnen von Wasserstoff in Europa.

Aktuell gibt es alleine zehn Wasserstofftankstellen in der heimischen Region. Und im Gegensatz zur Elektromobilität dauert ein Tankvorgang beim Wasserstoff nur kurze Zeit, zudem sind die Tankstutzen genormt, wenn der Stoff mit rund 700 Bar in den Tank gepresst wird.

Info

Die App „H2Live“ zeigt übrigens, wo es Wasserstofftankstellen gibt.

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