Messe e:motion in Herten

Vom E-Bike bis zum Wasserstoffauto

Auf dem Gelände der Zeche Ewald in Herten drehte sich für die Besucher alles rund um die CO2-freie Mobilität . Dabei wurde auch eine Umsetzungsstudie zum Thema Wasserstoff vorgestellt.
Thomas Lücke (r.), Edelhelfer-Verkaufs-Mitarbeiter, informierte über E-Bikes auf der Messe e:Motion. © Randolf Leyk

Was kostet mich ein E-Bike, wenn ich es lease? Wie hoch sind die Fördermöglichkeiten bei einem Hybrid-Fahrzeug? Wie tanke ich an einer Stromtankstelle? Das sind nur drei Fragen, auf die die Besucher bei der diesjährigen Messe „e:Motion“ auf dem Gelände der Zeche Ewald in Herten Antworten bekamen.

Wer möchte, kann einen kleinen Hindernis-Parcours mit einem Elektro-Roller abfahren und diverse Modelle testen. Guido Muth ist mit seiner Familie eigens aus Bochum angereist. „Wir haben dabei gemerkt, dass die leichteren Roller etwas unstabiler sind und haben uns deshalb ein größeres Modell entschieden“, sagt der Familienvater und kauft direkt auf der Messe. Auch die Auszubildende Goljica Mahmudija lässt es sich nicht nehmen, eine kleine Testfahrt zu unternehmen.

Welche Gelder winken vom Staat?

Ein paar Meter weiter lassen sich Besucher beim Team Edelhelfer beraten. „Uns geht es darum, welche Möglichkeiten wir bei einem Firmen-Leasing vielleicht haben“, zeigt sich Jens Duwer aus Castrop-Rauxel interessiert. Wie er und seine Frau Melanie tummeln sich mitunter viele Besucher an dem Zweirad-Stand.

Ohnehin ist in diesem Jahr eine Menge los auf der Messe. Deshalb ist Achim Kaminski aus Recklinghausen froh, dass er am Opel-Stand einen Verkaufsberater an seiner Seite hat, um zu erfahren, welche Fördermöglichkeiten bei Hybrid-Modellen möglich sind. „Allerdings ist das Ganze auch ein bisschen schizophren, wenn man bedenkt, wieviel Tausend Euro ich vom Staat und vom Hersteller als Prämie erhalte für ein paar Kilometer Elektro“, sagt er.

Wasserstoff – spannend und neu gleichermaßen

Interesse ziehen aber auch die Wasserstoffautos auf sich – ob als

Limousine oder Lkw. Für viele Menschen scheint das Thema gleichsam spannend wie neu zu sein. So auch für Werner Kaczmierzak aus Marl: „Mein Enkel sagt, Wasserstoff gehöre die Zukunft. Deshalb bin ich hier.“ Er ist bei einem kurzen Rundgang dabei, auf dem erklärt wird, wie sich die Westfälische Hochschule mit diesem Thema und einer möglichen Wasserstoffwaage beschäftigt.

Apropos Wasserstoff. Im Rahmen der Messe wurden nun auch endlich die Ergebnisse des von der „HyExperts Region Emscher-Lippe“ erarbeiteten Umsetzungskonzeptes für eine Wasserstoffmobilitätsregion vorgestellt.

„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft“

Landrat Bodo Klimpel brachte es mit einem Zitat von Jules Verne auf den Punkt, das damals wie heute kaum zeitgemäßer sein kann: „Das Wasser ist die Kohle der Zukunft.“ Der Schriftsteller glaubte bereits vor 150 Jahren an Wasserstoff als Energieträger. Das neue Umsetzungskonzept zeige konkret, wo die Region beim Thema Wasserstoffmobilität stehe, welche Schnittstellen zu anderen Sektoren vorhanden seien und welche Schritte als nächste gegangen werden müssen. Und Klimpel wolle sich in fünf Jahren messen lassen, was in diesem Bereich erreicht werden sein wird. Doch wo genau kann der Kreis Recklinghausen mit den Städten Bottrop und Gelsenkirchen ansetzen?

„Bei der Umrüstung von Bussen im ÖPNV kann konkret etwas getan werden. Damit verbunden sind neue Betriebshöfe mit neuen Bauvorhaben, neue Technik und neue Ausbildungs- sowie Weiterbildungsberufe. Auch neue Tankstellen gehören dazu“, sagt Dr. Hanno Butsch, der die Studie durchgeführt hat. Und so soll in den kommenden Jahren in jeder Kreisstadt mindestens eine Wasserstofftankstelle entstehen. „Genau für solche Projekte wie zum Beispiel kommunale Nutzfahrzeuge und Busse werden aktuell weitere Förderprogramme aufgelegt“, weiß Alexander Gehrung von der Now GmbH, die im Auftrag der Bundesregierung diese Förderprogramme koordiniert und strategisch ausgestaltet.

Hier kann man sich die Studie aus dem Internet herunterladen.

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