Kulturtage

Von jiddischem Tanz bis zu Musik und Theater

Ein sehr abwechslungsreiches Programm startet am Jüdischen Museum in Dorsten ab Mitte August - und präsentiert viele spannende Veranstaltungen. Wir haben den Überblick.
Das Ensemble Cannelle. © Michael Bader

Es ist ein ganz besonderes Sommerfestival, die „Kulturtage“ am Jüdischen Museum in Dorsten. In der zweiten Augusthälfte geht es los. Dann gibt es zahlreiche Musik- und Theaterproduktionen, die verschiedene Traditionen zusammenbringen und modern interpretieren. Hier kann man jiddischen Tanz ausprobieren und Volkslieder aus östlichen und westlichen jüdischen Kontexten neu arrangiert hören. Mal mit Gitarre, mal mit Trompete und Oud. Musik von jüdischen Komponisten aus den 20ern steht ebenso auf dem Programm – und gesungen wird in vielen Sprachen: von Russisch und Deutsch über Ladino bis zu Hebräisch. Die Veranstaltungen im Überblick:

Trio Cannelle

(Sonntag, 15. August, 17 Uhr): Die berauschende Zeit der 20er fasziniert diese Leipziger Musikerinnen besonders. Sie lassen verschüttete Schätze erstrahlen und interpretieren musikalische Perlen jüdischer Komponisten. Zwischen Glamour, Verruchtheit und Zeitkritik. Auf die Bühne gebracht mit Klavier, Violine, Percussion, Gesang.

Let’s meet for a Kneidelsoup

– 3rd generation mash-up (Dienstag, 17. August, 19.30 Uhr) heißt das Theaterstück auf Deutsch und Englisch, das sich um die Frage dreht, was eigentlich nicht-religiöse jüdische Kultur sei – und ob sie überhaupt existiere? Zwischen kommunistischen, ultra-orthodoxen und sekulären Familienmitgliedern begeben sich zwei Schauspieler auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Identität. Der große gemeinsame Nenner: die Kneidelsuppe…

Das Duo Meitar. © Privat © Privat

Duo Meitar

(Donnerstag, 19. August, 19.30 Uhr): Im Herzen des Programms „Interkulturell“ stehen Lieder mit folkloristischen Einflüssen verschiedenster Länder wie Russland, Israel, Spanien, England, Armenien, bis hin zu sephardischen Liedern in neuen Arrangements. Mit Gesang und Gitarre.

Jiddischer Tanzworkshop

(Sonntag, 22. August, 15 Uhr): Eine Einführung in das Kern-Repertoire des jiddischen Tanzes. Ein Tanz, der die Menschen bereits durch einige Pandemien die Jahrhunderte über hindurch gebracht hat und auch in unsere isolierten Zeiten heilende Gemeinschaft bringt. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig. Mit Violine, Akkordeon – und reichlich Tanz.

Deutsche Juden im Ersten Weltkrieg

(Dienstag, 24. August, 19.30 Uhr): Ein Vortrag mit Musik. Anhand der Werke des Schriftstellers Lion Feuchtwanger, der „Feldpostbriefe jüdischer Soldaten“, und einer Auseinandersetzung mit Walther Rathenau wird über die Stellung der Juden in der deutschen Gesellschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt. Nach der Pause folgt die Aufführung der „Suite Op. 23“ für zwei Violinen, Cello und Klavier von Erich Wolfgang Korngold.

Trio Folkadu

(Donnerstag, 26. August, 19.30 Uhr): Eine musikalische und kulturelle Reise über die Einwanderung nach Israel. Mit Gesang, Akkordeon und Oud, die man mit den Klängen des Nahen Ostens assoziiert – und Schofar und Trompete, die die Brücke zwischen der jüdischen Tradition und dem westlichen Musikklang symbolisieren. Gesungen wird in Hebräisch, Jiddisch, Ladino sowie auch in Deutsch.

Schüler & Schüler

– ein Besuch Else Lasker-Schülers im Hier und Jetzt (Sonntag, 29. August, 19.30 Uhr): Theater-Stück, bei dem Else Lasker-Schüler-Texte auch tanzend verkörpert werden.

Kulturtage 2021, Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Straße 1, 46282 Dorsten, 15. bis 29. August. Infos und Buchungen unter der Telefonnummer 0 23 62 / 4 52 79 oder unter rezeption@jmw-dorsten.de. Zu aktuellen Corona-Maßnahmen reicht ein Blick auf www.jmw-dorsten.de

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