Warum die A43 über das Pfingst-Wochenende wieder voll gesperrt wird

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Ein Experte untersucht die marode A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal. © dpa
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Am kommenden Pfingst-Wochenende ist die beschädigte Autobahnbrücke der A43 über den Rhein-Herne-Kanal erneut voll gesperrt. In der Zeit von Freitag (21.5.) ab 20 Uhr bis Dienstag (25.5.) um 5 Uhr wird der Verkehr daher am Kreuz Recklinghausen über die A2 und und am Kreuz Herne über die A42 und die A45 großräumig umgeleitet. Die Anschlussstelle RE-Hochlarmark kann von Norden kommend nur noch für Abfahrten genutzt werden. Die Hintergründe:

Was am letzten Wochenende geschah:

Für den großen Belastungstest wurden über Wochen 80 Sensoren an dem Bauwerk angebracht. Dann wurden vier große Lkw, alle beladen mit Kies, auf die Fahrbahn gefahren. Zusammen hatten sie ein Gewicht von mehr als 120 Tonnen. Die Lkw wurden nach und nach in verschiedene Positionen gefahren, die Sensoren unterhalb der Brücke haben Daten wie Spannung und Temperatur gemessen.

Ein Belastungstest soll den Zustand der A43-Emschertalbrücke ermitteln. Dafür wird die Autobahn am Wochenende gesperrt. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Was über die Pfingsttage geschieht:

Jetzt finden an mehr als 40 Stellen sogenannte Eigenspannungsmessungen statt, um die Spannung im Stahl der Brücke zu ermitteln. Jede Messung dauert mit Vorbereitung mindestens eine Stunde. Zusätzlich werden die Kräfte gemessen, die in die Lager der Brücke eingeleitet werden. Abschließend wird die Qualität der Stahlkonstruktion geprüft.

Wann steht fest, was mit der Brücke geschieht?

In Kombination mit den bei der Belastungsprobe gemessenen Spannungen, Verformungen und der Temperatur wird ein Berechnungsmodell geschaffen, das den aktuellen Zustand des Bauwerks möglichst genau abbildet. Wegen der Komplexität der Auswertung und der statischen Analyse rechnet die Autobahn GmbH erst Ende Juni mit dem Ergebnis.

Was sind die Folgen?

Dann steht fest, welche Fahrzeuge auf der bestehenden A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal noch fahren können. Falls es bei der Lkw-Sperrung bleibt, werden bis zum Spätsommer zwei Sperr- und Wiegeanlagen vor und hinter der Brücke gebaut, um uneinsichtige Lkw-Fahrer aufzuhalten. Im schlimmsten Fall muss das Bauwerk, das im Normalfall von täglich rund 100.000 Fahrzeugen genutzt wird, allerdings auch für Pkw gesperrt werden. Dann ist ein Verkehrschaos auf den innerstädtischen Straßen im Recklinghäuser Süden und im Herner Norden zu befürchten. Schon in den letzten Wochen wurde dort infolge der Sperrung für Lkw über 3,5 Tonnen eine Verkehrszunahme von etwa 15 Prozent gemessen.

Was plant die Autobahn GmbH als Ersatz?

Nach Auskunft von Carola Ziebs, Projektleiterin für den Ausbau der A43, soll so schnell wie möglich ein Ersatzneubau hergestellt werden. Damit sei allerdings frühestens Mitte bis Ende 2024 zu rechnen. Die Installation von zunächst in Betracht gezogenen Behelfsbrücken würde den Neubau nur aufhalten, sagt Ziebs. Deshalb wurden diese Pläne bereits verworfen.