Lünen bekommt Fahrradverleihsystem Start ist schon bald geplant

Redakteur
Beigeordneter Christian Klicki erklärte im Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität das neue Fahrradverleihsystem, das in Lünen demnächst eingesetzt wird.
Beigeordneter Christian Klicki erklärte im Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität das neue Fahrradverleihsystem, das in Lünen demnächst eingesetzt wird. © Tier/Schober
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Mal kurz mit dem Fahrrad vom Lüner Hauptbahnhof zum Horstmarer See oder vom Rathaus zum Cappenberger See? Das wird in Lünen bald auch ohne das eigene Rad möglich sein. Denn die Lippestadt bekommt ein Fahrradverleihsystem.

Zum 1. April soll das Bike-Sharing des Unternehmens Tier (ehemals Nextbike) starten. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Mobilität informierte der Beigeordnete Christian Klicki über die Details. „Das Verleihsystem wird stadtteilübergreifend mit 60 Fahrrädern an 19 Standorten für ein Jahr getestet.“

Ab dem 1. April 2023 wird es möglich sein, Fahrräder von Tier in Lünen zu leihen.
Ab dem 1. April 2023 wird es möglich sein, Fahrräder von Tier in Lünen zu leihen. © Tier

Kostenlos sind die Räder allerdings nicht. Genau ein Euro wird für eine 15-minütige Ausleihe fällig. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, für zehn Euro im Monat eine Flatrate zu erwerben. Diese Flatrate beinhaltet 30 Freiminuten pro Ausleihe. „Wir wollen die Alltagsmobilität fördern. Wir wollen unterstützen, dass man nicht auf den Bus wartet“, sagte Klicki.

Die Leihe funktioniert ausschließlich über die App. Dort kann man sehen, wo Fahrräder verfügbar sind. Mit einem QR-Code kann man das jeweilige Rad entriegeln. Wer an seinem gewünschten Ziel angekommen ist, stellt das Rad auf einer ausgewiesenen Parkfläche ab oder parkt so auf dem Bürgersteig, dass andere nicht behindert werden. Anschließend klappt man den Ständer aus und tippt in der App auf „Fahrt beenden“.

19 Standorte geplant

Aktuell plant die Stadt 19 Stationen für die Leihe der Räder. Dort werden entsprechende Parkmöglichkeiten errichtet. In der Innenstadt sind etwa am Hauptbahnhof, am Rathaus oder der Hauptfiliale an der Sparkasse solche Standorte angedacht. In den Stadtteilen sind bisher Fahrradständer am Lüntec, Horstmarer und Cappenberger See, aber auch am Preußenbahnhof und an der Kupferstraße geplant.

Carola Deinhart-Auferoth (FDP) merkte zur Auswahl der Standorte an: „Es fehlen noch Stationen wie Remondis, Aurubis oder Caterpillar. Gerade für unsere Geschäftskunden wären das zentrale Orte.“ Klicki antwortete darauf, dass die Stadt weitere Standorte prüfen würde.

Auch die Frage nach den Abstellmöglichkeiten beschäftigte viele Mitglieder des Ausschusses. Klicki sagte dazu: „Das Abstellen ist gewährleistet. Wenn alle Ständer voll sein sollten, ist auch ein Abstellen im virtuellen Raum möglich.“ Die App würde dies genau erklären, beschrieb der Beigeordnete.

Aktuell können Bürgerinnen und Bürger nur „normale“ Räder leihen. E-Bikes seien aktuell noch nicht geplant, heißt es aus der Verwaltung. Man wolle kein zu starkes Konkurrenzangebot zur Radstation machen, erklärte Klicki.

Die Fahrräder können Nutzer auch in anderen Städten nutzen. Lünen kommt als elfte Stadt im regionalen metropolradruhrNetzwerk des Regionalverbund Ruhr dazu. Wer will, kann das geliehene Rad mit in den Zug nehmen und es etwa in Dortmund, Castrop-Rauxel, Hamm oder Münster weiternutzen und dort abstellen.

Kosten von 28.000 Euro

Die Kosten für die einjährige Testphase liegen bei etwas mehr als 23.000 Euro. Dazu kommt ein Betrag von etwa 5000 Euro, der für die Erstellung von Abstellmöglichkeiten eingeplant wird. Die Summe wird von der Stadt Lünen in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Lüntec, WBG, Sparkasse, Stadtwerke und Bauverein getragen.

Klaus Lamczick (SPD) wunderte sich im Ausschuss darüber, dass kein politischer Beschluss für die Maßnahme vorliegt. Immerhin gehe es um 28.000 Euro. Christian Klicki erklärte, dass das Budget von der Politik über bestehende Haushaltsmittel für Mobilitätsausgaben zur Verfügung gestellt wurde. Außerdem würden die genannten Partner das Projekt mitfinanzieren.

Für Ende 2023 ist eine erste Bestandsaufnahme geplant, wie viel die Räder genutzt werden. Dann soll der Stadtrat entscheiden, ob aus der Testphase eine dauerhafte Einführung wird.