Neue Kitaplätze für Marl

Bauen gegen den Kita-Notstand

Um Kita-Plätze zu schaffen, wird in Marl zurzeit auf Hochtouren gebaut, zum Beispiel an der Wiener Straße, wo bis zu 90 Kinder Platz haben werden.
Die Stadt Marl baut an der Wiener Straße eine neue Kindertagesstätte. © Meike Holz

Auf dem Gelände gleich neben dem städtischen Bauturm entsteht zurzeit der Kita-Neubau Wiener Straße. Der zweigeschossige Rohbau ist fast fertig. An dieser Stelle gab es bis Anfang des Jahres noch eine städtische Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner wurden umquartiert, das alte Gebäude anschließend abgerissen. Im Februar fiel dann der Startschuss für eine von insgesamt acht Kita-Baumaßnahmen, die die Stadt Marl zurzeit durchführt, um den akuten Mangel an Betreuungsplätzen zu lindern.

Darüber hinaus gibt es neben dem Ausbau der Kapazitäten auch noch qualitative Veränderungsmaßnahmen. „Die Einrichtungen werden auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht und dadurch entstehen mehr U3-Plätze“, so Stadtsprecherin Riccarda Ast auf Nachfrage.

Insgesamt 165 neue Plätze bis zum Ende des Kita-Jahres

Einige Neu- und Erweiterungsbauten haben bereits begonnen, andere befinden sich noch im im Planungsverfahren. Insgesamt werden zusätzlich 405 neue Kitaplätze geschaffen. Innerhalb des laufenden Kindergartenjahres 2021/22 werden aller Voraussicht nach 165 Plätze in vier Einrichtungen fertiggestellt, so die aktuelle Prognose der Stadtverwaltung.

An der Wiener Straße dürfen also bald 75 bis 90 Mädchen und Jungen in der neuen Kita toben und spielen. Das städtische Grundstück ging nach einem öffentlichen Vergabeverfahren an das Marler Bauunternehmen Fromme. Gebaut wird nach dem Entwurf des Architekturbüros Feja & Kemper. Die beiden regionalen Unternehmen hatten bereits die neue Kindertagesstätte an der Bergstraße gemeinsam realisiert.

Falkennest GmbH übernimmt den Betrieb

Und ebenso wie an der Bergstraße wird auch an der Wiener Straße die Falkennest gGmbH den Betrieb übernehmen. Die Stadt verspricht sich positive Effekte aus den Erfahrungen an der Bergstraße für das neue Projekt, das keine zehn Minuten Fußweg entfernt entsteht. Das Familienzentrum Falkenkinder an der Bergstraße war zudem 2021 als „Kita des Jahres“ beim Deutschen Kitapreis nominiert.

Problem hält sich hartnäckig

Zahlreiche Kinder in Marl können auch in diesem Jahr nicht wie geplant eine Kindertageseinrichtung besuchen. Das Problem hält sich seit Jahren hartnäckig, obwohl das Angebot an Einrichtungen wächst.

Im August 2020 waren noch 300 unversorgt. In diesem Jahr ist die Zahl sogar auf rund 390 gestiegen. Mit Neu- und Erweiterungsbauten schafft die Stadt Marl zurzeit insgesamt 130 neue Plätze für die Betreuung und Förderung von Ein- bis Sechsjährigen. Die Plätze sollen zum Kindergartenjahr 2022/23 zur Verfügung stehen.

Weitere Neubauten in Marl

Geplant wird auch eine neue Kita in Hüls Nord. Nach Beschluss der Politik wird der Arbeiter-Samariterbund neue Kindertagesstätte an der Carl-Duisberg-Straße, nahe des Abzweigs Am Dicken Stein betreiben. Der vorgesehene Standort hatte für Diskussionen gesorgt.

Auf dem Gelände der Goetheschule an der Hervester Straße in Alt-Marl wird ebenfalls ein Kindergarten für vier Gruppen neu gebaut. Zuvor hatte sich ein geplantes Projekt an der Holbeinstraße in Alt-Marl zerschlagen. In Alt-Marl war ein neues Wohnquartier geplant, mit dem ein Kindergartenneubau verbunden war. Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bekam den Zuschlag für die Kinderbetreuung an der Hervester Straße.

Auch die ESM baut aus

Die Evangelische Stadt-Kirchengemeinde (esm) lässt als Vermieterin ihre zwei Kindergärten Sonnenschein an der Ringerottstraße und Regenbogen an der Westfalenstraße ausbauen, um möglichst schnell neue Kapazitäten anzubieten. Im Februar 2022 sollen 55 zusätzliche Plätze in den beiden Kitas entstehen. Träger ist der Verbund Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen.

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