Kreuzkirche

Ein Neubau und ein Neuanfang in Sinsen

Das AWO-Quartier in Sinsen wächst. Im September beginnt auch der Umbau der Kreuzkirche an der Goldregenstraße, die wieder zum Begegnungszentrum werden soll.
Das neue AWO-Quartier an der Kreuzkirche in Marl-Sinsen wächst. © Meike Holz

Noch bietet die Kreuzkirche an der Goldregenstraße in Sinsen ein trauriges Bild. Eingerahmt wird das vom Verfall gezeichnete Gebäude von der neuen Seniorenwohnanlage der AWO, deren Rohbau zum größten Teil fertig ist – und von einem Bauzaun, der seit Freitag in bunten Farben leuchtet. Kinder aus Sinsen wurden von der AWO zur Sommermalaktion „Lieblingsorte“ eingeladen und haben rege teilgenommen. Die Arbeiten der kleinen Künstlerinnen und Künstler sind nun auf großen Bannern an den Bauzäunen zu sehen. „Natürlich gab es für jedes Kind, das mitgemacht hat, auch ein Eis in der Sinsener Eisdiele“, berichtet der Awo-Stadtverbandsvorsitzende Arvid Weber, der im Stadtteil zu Hause ist.

Ein Lieblingsort für Sinsener

Ein Lieblingsort für Sinsener soll auch die Kreuzkirche wieder werden. Gut 2 Millionen Euro werden in das marode Baudenkmal investiert. Im September sollen die Arbeiten beginnen.

Seitdem die denkmalgeschützte Sinsener Kirche von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde (esm) im Januar 2017 aufgegeben wurde, werden die Schäden an dem leerstehenden Gebäude immer größer – leider auch im Innern. Zuletzt haben ungebetene Eindringlinge sogar Teile des Parketts verfeuert. Es drang Wasser in das Gebäude ein. Auch die großen Fensterfassaden bieten einen jämmerlichen Anblick.

Noch bietet die Kreuzkirche selbst einen traurigen Anblick. © Meike Holz © Meike Holz

Gut 2 Millionen für das Kirchengebäude

Erst nach langem Ringen um Erbpachtverträge konnte die AWO daran gehen, ihre Pläne für Sinsen umzusetzen. Gut 2 Millionen Euro will sie allein in die Kreuzkirche investieren. Es wird eine Kindertagespflege geben und die Kirche soll wieder das Begegnungszentrum für den Stadtteil werden. „Wir werden eigene Angebote machen. Aber wir setzen auch darauf, dass die Sinsener das Haus wieder als ihren Treffpunkt annehmen“, erklärt Uwe Hildebrandt, AWO-Geschäftsführer im Bezirk Westliches Westfalen.

Auch der AWO-Stadtverband plant nach Angaben von Arvid Weber, eigene ehrenamtliche Angebote zu machen. Vor Ort wird es auch ein Quartiersmanagement geben. Finanziert wird dieser Teil des Bauprojekts in Sinsen zum Teil auch mit Fördergeld, das bereits beantragt ist.

Jonas (9) und seine Schwester Greta (7) haben bei der Kindermalaktion in Sinsen mitgemacht. Jetzt schmücken ihre Bilder zusammen mit vielen anderen Motiven den Bauzaun an der Kreuzkirche. © Meike Holz © Meike Holz

37 barrierefreie Wohnungen

Insgesamt steckt die Arbeiterwohlfahrt 8,5 Millionen in das neue AWO-Quartier mitten in Sinsen. Im September 2022 werden die ersten Bewohner einziehen. Für die 37 barrierefreien Wohnungen mit Fußbodenheizung und Balkon für ein bis zwei Personen gibt es schon eine Warteliste mit Interessenten, erklärt Uwe Hildebrandt. Die Häuser verfügen über Aufzüge, in denen auch bettlägerige Menschen in die oberen Stockwerke gebracht werden können.

Die Wohnungen sind 45 bis 60 Quadratmeter groß, verfügen über Abstellraum, Loggia oder Terrasse.

Die gute Ausstattung hat auch ihren Preis: 11,50 wird die Miete pro Quadratmeter kosten. „Anders rechnet sich das nicht“, so der Geschäftsführer des AWO-Bezirks Westliches Westfalen.

Die Arbeiten liegen im Zeitplan, auch die Kosten bleiben im vorab gesteckten Rahmen, betont der AWO-Geschäftsführer – trotz der zurzeit explodierenden Baukosten.

Vertreter der AWO kamen an der Kreuzkirche in Marl-Sinsen zusammen. © Meike Holz © Meike Holz

„Bis hierher war es ein Marathonlauf“

Für das Quartiersprojekt in Sinsen brauchte die AWO langen Atem. „Bis hierher war es ein Marathonlauf“, sagt Uwe Hillebrand. Dass die Kreuzkirche überhaupt ein Projekt für die Arbeiterwohlfahrt wurde, ist vor allem dem Marler SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Groß zu verdanken, der im Juni zusammen mit Katrin Sonnenholzner aus Bayern an die Spitze des AWO-Präsidiums in Deutschland gewählt wurde.

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