Junge CIJAG

Fünf junge Leute aus drei Religionen setzen sich für Toleranz ein

Fünf junge Leute engagieren sich in der Christlich-Islamisch-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft. Als „Junge CIJAG“ wollen sie neue Akzente in der interreligiösen Zusammenarbeit setzen.
Sind als „Junge CIJAG“ aktiv (v .l.): Patrick Höfken, Sami Yesil, Meltem Catmak, Ceylan Aslan und Beyza Köse. © Jürgen Wolter

Anfang November traten sie zum ersten Mal gemeinsam vor eine größere Öffentlichkeit: Fünf Jugendliche moderierten das Konzert des syrischen Pianisten Aeham Ahmad in der Aula der Scharounschule: Sie nennen sich die „Junge CIJAG“ und sind Teil der Christlich-Islamisch-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft.

Das Konzert fand im Rahmen des diesjährigen Abrahamsfestes statt, das in diesem Jahr unter dem Motto steht: „Utopisches in Krisenzeiten – gemeinsam unterwegs“. Vor einem Jahr lautete das Motto: „Jugend zwischen den Stühlen“. „Und unter diesem Motto haben wir uns eigentlich auch kennen gelernt“, sagt Beyza Köse. Die 22-Jährige studiert an der Ruhr-Universität Bochum Jura. Sie hat am ASGSG Abi gemacht und vertritt ihre Gemeinde der Yunus-Emre-Moschee aus Brassert in der CIJAG.

Meltem Catmak,  Patrick Höfken, Beyza Köse und Sami Yesil moderierten das Konzert von Aeham Ahmad in der Scharounschule.
Meltem Catmak, Patrick Höfken, Beyza Köse und Sami Yesil moderierten das Konzert von Aeham Ahmad in der Scharounschule. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Unter diesem Motto kam auch Patrick Höfken mit den anderen in Kontakt. Der 20-Jährige hat die Willy-Brandt-Gesamtschule besucht und kam durch Benedikt Stelthove, den Pastoralreferenten der Pfarrei Heilige Edith Stein, in der er auch als Messdiener aktiv ist, zur Gruppe. Heute macht er eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer.

Einmal ohne und einmal mit Publikum

Zusammen mit Sami Yesil hatte Patrick schon vor einem Jahr das erste Konzert von Aeham Ahmad moderiert, das aber damals wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum auf Video aufgezeichnet wurde.

„Das vor Publikum zu machen, ist schon was anderes“, sagt Sami, der gern bereit war, die Moderation zusammen mit den anderen ein zweites Mal zu übernehmen. Er ist 24 Jahre alt und studiert internationale Wirtschaft an der Hochschule Ruhr-West in Mülheim.

Weiteres Mitglied der Gruppe ist Meltem Catmak. Die 22-Jährige hat am Loekamp-Gymnasium ihr Abitur gemacht, ist Krankenschwester und studiert außerdem „International Business“ an der Fachhochschule Dortmund. „In Teilzeit“, sagt sie schmunzelnd. „Ich habe mich schon vorher in der Fatih Moschee sozial engagiert. Und da fand ich die Idee spannend, in einer jungen Gruppe auch kultur- und religionsübergreifend tätig zu werden“.

Fünfte im Bunde ist Ceylan Aslan. Sie hatte beim Konzert Textpassagen aus Aeham Ahmads Buch „Taxi Damaskus“ vorgelesen, fehlerfrei, obwohl sie erst direkt zu Beginn erfuhr, dass sie zwei Texte lesen sollte, von denen sie aber nur einen geübt hatte. „Ich habe aber schon bei Vorlesewettbewerben mitgemacht“, sagt die 18jährige Schülerin, die in diesem Jahr an der Martin-Luther-King Gesamtschule ihr Abi machen will.

„Keimzelle“ Kunterbuntes Chamäleon

Sie gibt Nachhilfe im Jugendtreff Kunterbuntes Chamäleon, in dem auch Sami Yesil und Meltem Catmak aktiv waren. „Zur Gruppe der jungen CIJAG sind wir aber erst durch das Abrahamsfest geworden, auch wenn einige sich schon vorher kannten“, sagt sie.

Über die Kulturgenzen und die religiösen Grenzen hinweg gemeinsam zu arbeiten, das finden alle spannend. „Bei der Vorbereitung der Moderation, haben wir auch viel gelacht“, so Meltem Catmak. Und Beyza Köse betont, wie wichtig es ist, sich interkulturell auszutauschen. „So überwindet man Grenzen und gewinnt Vertrauen.“

Ceylan Aslan las Texte von Aeham Ahmad.
Ceylan Aslan las Texte von Aeham Ahmad. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Was Ausgrenzung und Diskriminierung bedeuten, haben alle schon selbst erfahren, sei es in der Schule oder im Beruf. „Deshalb überlegen wir auch, dass vielleicht der Schwerpunkt Antirassismus in Zukunft stärker in unseren Aktivitäten eine Rolle spielt“, sagt Sami Yesil.

Außerdem bringen sich die Fünf in die Organisation des Abrahamsfestes mit ein und nehmen an den regelmäßigen Vorbereitungstreffen teil, soweit das zeitlich möglich ist. Als „Junge CIJAG“ wollen sie dort weiterhin präsent bleiben.

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