Heimatgefühle

Marler Autor Klaus Gorzny wirbt für Schönheit der Schlösser der Region

Der Marler Klaus Gorzny empfiehlt nach einem Bericht über Parklandschaften im Ruhrgebiet, darüber nicht die imposanten Bauwerke zu vergessen, die für ihn das Gesamtbild untrennbar prägen.
Buchautor Klaus Gorzny © Thomas Fiekens

„Wer kennt die Schlösser, nennt die Namen, die hier im Ruhrgebiet zusammenkamen…“ Der Marler Autor Dr. Klaus Gorzny bewahrt sich in der Beobachtung des Tagesgeschehens augenscheinlich den Blick über das Offensichtliche hinaus. Immer wieder erscheinende Artikel in der Marler Zeitung zum Thema „Parklandschaften im Ruhrgebiet“ treiben den 85-Jährigen Chemiker und ehemaligen Manager der damaligen Hüls AG später um. „Wer die Parkanlagen kennt, weiß sie in der Tat zu schätzen“, sagt Gorzny, „aber die ausgeprägte Schlosslandschaft, die wir im Ruhrgebiet besitzen, gehört dazu. Was aber, wie ich immer wieder erfahre, weitgehend unbekannt ist.“

Architektonische und handwerkliche Meisterschaft

Die Empfehlung, sich mit den Schlössern zu befassen, weil es einfach schön ist, kommt aus berufenem Munde. Immerhin hat sich Gorzny als Autor seines Piccolo-Verlages, einem Ein-Mann-Unternehmen, in gleich drei Büchern Bauwerken gewidmet, die mit architektonischer und handwerklicher Meisterschaft beeindrucken. Die Leser der mit Hochglanzpapier wertig ausgestatteten Bücher ebenso wie Besucher vor Ort. „Emscherschlösser ein Wegbegleiter“ ist ein Titel aus Gorznys Feder, „Schlösser und Parks des Ruhrgebietes“ oder schlicht „Ruhrschlösser“ sind andere.

„Wer kennt schon Haus Bodelschwingh im Großraum Dortmund, Haus Lüttinghof im Großraum Gelsenkirchen-Buer oder Haus Hugenpoet in Essen-Kettwig?“, fragt Der Marler. „Insgesamt sind es 50 Burgen und Schlösser im Ruhrgebiet, die das Herz des Burgenfreundes höher schlagen lassen. Auch deswegen, weil niemand mit dieser Zahl und Vielfalt an Anlagen rechnet.“

In Zeiten bis dato nicht gekannter Freizeitmobilität – z.B. durch den Boom bei E-Bikes – lädt der 85-jährige gerade jüngere Menschen dazu ein, sich mit Heimat und der Genialität der Altvorderen zu beschäftigen. „Es lohnt sich wirklich“, meint Dr. Klaus Gorzny. Werbung für das Kulturgut „Schlösser im Ruhrgebiet“ ist sein Anliegen – um seine Person oder von ihm aufgelegte Bücher gehe es ihm nicht, sagt der 85-jährige.

„Die sind ohnehin fast komplett vergriffen“, sagt der Marler. Dabei waren Verlagsgründung und Autorenschaft vor mehr als zehn Jahren einem netten Abend mit Gästen im Hause Gorzny geschuldet. „Als das Gespräch auf unsere Schlösser kam, hat irgendwer gesagt: Da müsste mal einer ein Buch schreiben… Das war ich dann“, erinnert er sich. Mit der Akribie des Naturwissenschaftlers wurden Fakten für die Bildbände zusammengetragen, mehrere Tausend verkauft. „Jetzt gibt es nur noch ein paar Exemplare“, berichtet der Marler – Abgabe höchstens noch an Schlossliebhaber mit ausgeprägter Überredungskraft unter Telefon 02365/46166.

Der Abend in Waltrop

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