Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Zwei Kilometer Ölspur: Fahrzeughalterin muss zahlen

In Marl-Drewer entdeckt die Feuerwehr eine Ölspur, die sich bis zu einem geparkten Auto zieht. Jetzt muss die Fahrzeughalterin die Reinigungskosten übernehmen.
Das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hat die Ölspur-Klage abgewiesen. © Jörn Hartwich

Der Hinweis erreichte die Marler Feuerwehr im November 2019: Passanten hatten eine rund zwei Kilometer lange Ölspur entdeckt, die sich von der Willy-Brandt-Allee bis zur Paul-Schneider-Straße in Drewer zog. Sie endete unter einem Kleinwagen, der auf dem Bürgersteig geparkt war. Jetzt muss die Halterin des Autos für die Kosten des Feuerwehreinsatzes aufkommen. Das hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Freitag entschieden.

Rund zweieinhalb Stunden waren die Feuerwehrleute damals im Einsatz. Es wurde Bindemittel auf die Ölspur gestreut, außerdem mussten Warnschilder aufgestellt werden. Die Kosten für den Einsatz beliefen sich laut Stadt auf rund 560 Euro, die die Fahrzeughalterin übernehmen sollte. Doch die hatte sich geweigert und war vor Gericht gezogen. Ihr Argument: Sie sei damals eine ganz andere Strecke gefahren und hätte ja wohl merken müssen, wenn ihr Auto so viel Öl verlieren würde. Das sei jedoch nicht der Fall gewesen. Überzeugen konnte sie das Gericht jedoch nicht.

Ein Hauptbrandmeister hatte sich im Prozess noch genau an den Vorfall erinnert. „Unter dem Pkw war eine 10 bis 15 Zentimeter große Öllache“, sagte er dem Richter. „Von der Ölwanne tropfte sogar noch Öl herunter.“

Für das Gericht war die Verursacher-Frage damit geklärt. Die Kosten müssen übernommen werden.

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