Zwischenbilanz des Nabu-Insektensommers

Rot und gepunktet – der Asiatische Marienkäfer ist auf dem Vormarsch

Was krabbelt und surrt denn da? Auch in diesem Jahr ruft der Naturschutzbund zur Zählaktion „Insektensommer“ auf. Der erste Teil ist abgeschlossen und es gibt eine Zwischenbilanz.
Der Asiatische Marienkäfer ist häufig heller und größer als heimische Marienkäfer und trägt meist 18 oder 19 Punkte auf seinen Flügeln. Typisch ist auch ein schwarzes „W“ auf dem Kopf. Allerdings sind Färbung und Anzahl der Punkte unterschiedlich – daher auch der Name „Harlekin-Marienkäfer“. © picture alliance/dpa

Es gibt mehr als eine Million verschiedene Insektenarten. Mit ihrer Vielfalt sind die kleinen Krabbler sehr wichtig für die Umwelt. Insekten sind für das Gleichgewicht aller Ökosysteme unentbehrlich. Doch in den letzten Jahren gehen ihre Bestände dramatisch zurück. Daher ruft der Naturschutzbund auch in diesem Jahr wieder zur Mitmachaktion „Insektensommer“ auf.

Der „Insektensommer“ ist eine bundesweite Aktion, um eine kontinuierliche Erfassung der Insekten zu etablieren. Bürger aus dem Ostvest können helfen, Daten zur Artenvielfalt und der Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Der erste Teil der Zählaktion ist mittlerweile abgeschlossen, und es gibt eine Zwischenbilanz.

Asiatischer Marienkäfer liegt vorne

Aktuell hat der Asiatische Marienkäfer den 7-Punkt-Marienkäfer überholt – er wurde bisher am häufigsten in Deutschland bei der Insektenzählung gemeldet. Noch befindet sich die Holzbiene auf Platz 11, aber sie fliegt gerade unermüdlich Richtung Top 10. In diesem Juni ist sie ein sehr häufig beobachtetes Insekt und hat sich beim Insektensommer über die Jahre stetig in der Rangliste nach oben gesummt. Mit etwas Glück bekam man dieses Jahr sogar einen Maikäfer zu Gesicht, während er es im letzten Jahr gar nicht in die Rangliste der häufigsten Meldungen geschafft hatte. Auch der Hirschkäfer wurde gesichtet.

Mit neun Zentimetern ist der Hirschkäfer unser größter Käfer. Auf der bundesweiten Roten Liste wird der Hirschkäfer in der Kategorie 2 „stark gefährdet“ geführt. Der Insektensommer ist noch nicht vorbei, aber es zeichnet sich jetzt schon ab, dass eine Art besonders zugenommen hat: die Blaue Holzbiene. Die wärmeliebende Art profitiert von den milden Wintern der Vorjahre.

So sieht die Zwischenbilanz aus

  • Für Nordrhein-Westfalen gingen insgesamt 611 Meldungen ein. Die ersten fünf Plätze belegen in der Zwischenbilanz folgende Insekten: Asiatischer Marienkäfer (284 Meldungen), Steinhummel (237 Meldungen), Hainschwebfliege (216 Meldungen), Siebenpunkt-Marienkäfer (208 Meldungen), Wildbiene (185 Meldungen).
  • Deutschlandweit führen folgende Krabbler die Rangliste an: Asiatischer Marienkäfer, Steinhummel, Hainschwebfliege, Siebenpunkt-Marienkäfer, Wildbiene, Lederwanze, Westliche Honigbiene, Ameise, Fliege, Ackerhummel, Gemeine Florfliege, Blaue Holzbiene, Hummel, Dunkle/Helle Erdhummel, Gemeine Feuerwanze.

Vom 6. bis 15. August geht es in die nächste Runde. Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Notiert werden alle Insekten, die innerhalb einer Stunde am Beobachtungsplatz vorbei sirren – ruhig auch in Blumentöpfen, an Bäumen oder unter Steinen nachschauen. Bei mobilen Arten wie Hummeln wird die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren gezählt. Ob Vorgarten oder Wegrand: Beim „Insektensommer“ kann überall beobachtet werden. Meldungen erfolgen ausschließlich online oder mit der kostenlosen NABU-App „Insektensommer“. Das Meldeformular finden Sie hier.

Zeit der Schmetterlinge

Der Insektensommer ist derzeit aber nicht die einzige Zähl-Mitmach-Aktion des Naturschutzbundes. Zeitgleich läuft auch noch bis zum 15. Juli die „Zeit der Schmetterlinge“. „Gut, dass die Zählung der Schmetterlinge noch bis Mitte Juli läuft. Was ich mengenmäßig in den letzten Tagen gesehen habe, konnte man an den Fingern einer Hand abzählen“, berichtet Ulrich Kamp vom Nabu Ostvest. Er war bei gutem Schmetterlingswetter zwei Stunden im Esseler Bruch unterwegs. „Gesehen habe ich insgesamt zwei bunte Falter – Admiral und Distelfalter. Da muss sich die Natur aber deutlich steigern, wenn ein passables Zählergebnis herauskommen soll.“ So die Lage in den Feldern, „und im und um den Wald sieht es aktuell nicht anders aus.“

Ulrich Kamp vom Naturschutzbund Ostvest hat diesen Admiral fotografiert. © privat © privat

Viele Schmetterlingsarten werden immer seltener. Um auf den dramatischen Artenschwund der heimischen Insektenfauna aufmerksam zu machen, hat der NABU die Mitmachaktion „Mehr Platz für Falter – Jetzt wird’s bunt!“ ins Leben gerufen: Alle Schmetterlingsfreunde in NRW sind einmal im Jahr dazu aufgerufen vier Wochen lang im Garten, am Straßenrand oder in öffentlichen Grünanlagen, Falter zu zählen und die Beobachtungsdaten zu melden.

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