Meinung

Absurder Geschlechterkampf

In der SPD tobt ein Geschlechterkampf. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen spricht von „männlichen Eitelkeiten“. Das hilft der Partei nicht weiter, meint der Kommentator.
In der Recklinghäuser SPD gibt es nun auch noch einen Geschlechterkampf. © dpa

Die Recklinghäuser SPD hat jetzt nicht nur einen Dreikampf um die Kandidatur für die Landtagswahl im kommenden Mai. In dieser Woche ist noch ein Geschlechterkampf hinzugekommen. Mit harschen Worten will die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen der Kandidatin Anna Teresa Kavena Rückenwind verleihen. Kreisvorsitzende Sabine Seidel ätzte: „Es kann nicht sein, dass fast alle Mandate im Kreis an Männer vergeben werden, wenn es auch fähige und kreative Frauen gibt!“ Und weiter: Das so wichtige Landtagsmandat dürfe nicht auf dem „Altar der männlichen Eitelkeiten“ geopfert werden.

Das klingt nach Alice Schwarzer in ihren besten Jahren. Um nicht zu sagen: Das klingt nach den Debatten der 80er- und 90er-Jahre. Dabei hat doch die SPD in Recklinghausen mit eben dieser Anna Teresa Kavena eine neue Vorsitzende im zeitgemäßen Doppelpack mit ihrem männlichen Kollegen Sven Mosdzien. Die junge Genossin ist auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Und bald ist sie vielleicht auch tatsächlich Landtagskandidatin. Die CDU hat übrigens auch eine Frau gewählt: Vize-Bürgermeisterin Marita Bergmaier.

Natürlich gibt es sie noch in den Fraktionen und Ortsvereinen, die alten Männerbünde. Viele Parteien haben aber nicht ein Geschlechterproblem, sondern schlicht ein generelles Nachwuchsproblem. Das ist ein riesengroßer Unterschied. Das Beispiel Anna Teresa Kavena zeigt, dass es auch eine Frau an die Spitze eines Stadtverbandes schaffen kann. Ein hartnäckiges Streben zur Macht gehört zwangsläufig dazu – egal, ob Mann oder Frau.

Frohe Botschaft aus Hochlarmark

Nicht egal war das Geschlecht bei der Arbeit unter Tage. Hier waren die Männer klar in der Überzahl. Wie und wo sie schufteten, lässt sich an einem Ort in Recklinghausen auch heute noch eindrucksvoll erleben. Die Rede ist vom Trainingsbergwerk an der Wanner Straße. Die frohe Botschaft der Woche: Der Fortbestand des zum Besucherbergwerk umfunktionierten Publikumsmagneten ist gesichert. Die Zustimmung des Rates am Montag, 27. September, gilt als Formsache. 800 bis 1000 Besucher zählt das ehrenamtlich betriebene Bergwerk derzeit monatlich. Mit einer weiteren Professionalisierung wäre wohl noch mehr möglich. Ein wertvolles Puzzleteil für das verheißungsvolle Gesamtkonzept Hoheward.

Dabei verdankt der Trägerverein den Fortbestand des Trainingsbergwerks vor allem sich selbst. Durch gutes Wirtschaften und Vermietung der auf dem Gelände vorhandenen Büroflächen trägt sich die Einrichtung selbst. Und das auch deshalb, weil derzeit keine Personalkosten anfallen. Das wäre bei einem professionellen Betrieb anders. Dabei wäre es das Trainingsbergwerk wert, auch mit öffentlichen Mitteln erhalten zu werden.

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