Gebühren steigen

Beisetzungen werden in Recklinghausen teurer – Friedhöfe bunter

Die Stadt wird ihre acht Friedhöfe in den kommenden Jahren weiter schrumpfen. Ein Grund ist der anhaltende Trend zu alternativen Bestattungsarten. Gleichzeitig steigen die Gebühren.
Beisetzungen auf städtischen Friedhöfen werden ab Januar teurer. © Meike Holz

Friedhöfe gelten als grüne Lunge im Recklinghäuser Stadtgebiet. Diese Funktion sollen die acht städtischen Bestattungsflächen beibehalten, auch wenn Teile von ihnen künftig nicht mehr für Beisetzungen in Betracht kommen. Denn: Die Stadt will ihre Friedhöfe „auf Kernbereiche“ konzentrieren und „den Rückbau von auslaufenden Friedhofsflächen“ weiter vorantreiben. Geplant sind unter anderem Projekte, um diese Flächen im Zuge des Natur- und Klimaschutzes ökologisch aufzuwerten. So steht es in einem Papier, das der Betriebsausschuss der Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) einhellig verabschiedet hat. Forciert werden soll demnach auch der Verkauf von Friedhofsimmobilien. Durch den Verkauf zweier Baugrundstücke erzielte die Stadt im Vorjahr etwa Erlöse auf dem Friedhof Suderwich.

Der Hintergrund all dieser Maßnahmen: Die Gesamtfläche der Gottesacker wird nicht mehr benötigt. Das liegt vor allem daran, dass alternative Bestattungsarten zwar immer mehr Raum in der Statistik einnehmen, aber dafür mit weniger Platz auskommen. „Im Trend“ liegen nach Angaben der Stadt etwa Baumbestattungen. Diese werden mittlerweile bereits auf sechs der acht kommunalen Friedhöfe angeboten. Die Stadt spricht von einem „stark zunehmenden Zulauf“. Schon seit Jahren haben die verschiedenen Formen der Urnenbestattungen den konventionellen Sarg-Beisetzungen den Rang abgelaufen.

Orte der Begegnung und Erholung

Stärker als bisher wollen die KSR Friedhöfe nicht nur als Orte der Trauer, sondern auch „als positive Orte der Begegnung und Erholung“ positionieren und so die Bindung an die städtischen Friedhöfe fördern. Das Anlegen von Blühwiesen und Insektenhotels ist ein weiterer Teil dieser Image- und Umwelt-Offensive.

Ganz unabhängig davon hat der KSR-Betriebsausschuss eine Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Die Kosten für Beisetzungen steigen zum Jahreswechsel im Schnitt um rund 2,48 Prozent.

Für ein Urnenreihengrab mit einer Nutzungsdauer von 25 Jahren werden ab Januar 1464,25 Euro fällig. Die Gebühr für ein Sarg-Wahlgrab steigt bei gleicher Nutzungsdauer pro Grabstelle auf 2962,25 Euro. Und für eine Urnenkammer in einem der Kolumbarien auf dem Nord- und Südfriedhof berechnet die Stadt künftig 3098,50 Euro. Auch hier beträgt die Nutzungsdauer 25 Jahre. Die Gebührensteigerung beträgt in absoluten Zahlen bis zu sieben oder acht Euro.

Final bestätigen muss der Stadtrat die Anhebung noch in seiner Sitzung am Montag, 29. November.

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