Seniorenbeirat

Politik unterstützt Forderung nach Etaterhöhung

Das wird Jörg Fleck, den neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirats, freuen: Grundsätzlich befürworten die im Rat vertretenen Parteien die Forderung nach einer Aufstockung des Etats.
Und sie werden immer mehr: Der Anteil der älteren Mitbürger wächst stetig. © picture alliance / dpa

Und mit einer solch positiven Reaktion war nicht zwangsläufig zu rechnen: Schließlich peilt der Seniorenbeirat eine Erhöhung von 3700 auf 15.000 Euro jährlich an, was einer Vervierfachung entspricht.

Das ist natürlich auch dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Benno Portmann nicht entgangen, „und das klingt im ersten ersten Moment auch viel, aber man darf dabei nicht vergessen, dass die bisherige Zuwendung auch extrem niedrig ist.“ Portmann hat in der Kürze der Zeit natürlich keinen Fraktionsbeschluss herbeiführen können, „doch ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass wir die Sache eher nicht aufhalten wollen.“

„Wir wollen die Aufbruchstimmung unterstützen“

Was dem CDU-Mann gefällt, ist der Umstand, dass im Seniorenbeirat gerade „gestandene Leute“ die Verantwortung übernommen haben, „und eine solche Aufbruchstimmung soll man unterstützen. Es ist wichtig, dass die Generation 60-plus eine Stimme hat, da lohnt sich trotz einer natürlich immer noch angespannten Haushaltssituation der Streit ums Geld nicht.“ Kurios findet Portmann, dass sich die Verwaltung gerade sehr dafür eingesetzt hat, über Summen bis zu 100.000 Euro (statt bisher nur bis zu 50.000 Euro) selbsttätig bestimmen zu können, „und dann diskutiert man über diesen Finanzposten“.

Portmanns Gesamtfazit: „Wir werden den Seniorenbeirat nicht ausbremsen.“

Und beim Koalitionspartner muss er keine große Überzeugungsarbeit leisten. Holger Freitag, Fraktionsvorsitzender der Grünen, bekennt unumwunden, „dass wir den Seniorenbeirat bei seiner Forderung nur unterstützen können.“

Und eigentlich sei die angestrebte Summe noch viel zu gering: „Die Arbeit und die Themen rund um die Zukunft der älteren Mitbürger werden immer wichtiger, da ist es an der Zeit, dass der Seniorenbeirat aus seinem Nischendasein heraustritt und als vollwertiges Gremium akzeptiert wird.“

Mehr Geld für soziale Belange

Aber auch in der Opposition kann man sich mit dem Vorhaben des Seniorenbeirats anfreunden: „Ich bin begeistert und begrüße es ausdrücklich, dass Ideen und Projekte sprudeln“, erklärt der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Materna: „Für soziale Belange müsste aus meiner Sicht sowieso mehr Geld zur Verfügung stehen. Deshalb bin ich auch schon sehr neugierig und gespannt, was Herr Fleck und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter für konkrete Vorhaben geplant haben. Mit 60.000 Euro in vier Haushaltsjahren kann man eine Menge bewegen.“

Materna ist aber auch Vorsitzender des Ausschusses für soziale Gerechtigkeit und Demografie, und als solcher meint er weiter: „Es wäre super, wenn der Seniorenbeirat seine Ideen auch mit der Ratskommission für Menschen mit Behinderung teilen würde. Es gibt sicher viele Anliegen, die in beiden Gremien aneinander anknüpfen und sich ergänzen. Hier können und sollten auch Synergien genutzt werden.“ Abschließend sagt er: „Ich kann Herrn Fleck und Herrn Overwien versichern, dass der SPD die Unterstützung und Wertschätzung für den Kindergarten genauso wichtig ist wie die für den Seniorenbeirat. Wir sind für alle Recklinghäuser da.“

„Das muss natürlich alles begründet werden“

Auch die Linke würde mehr Geld für den Seniorenbeirat grundsätzlich begrüßen, aber Fraktionschef Erich Burmeister sagt auch: „Das muss natürlich alles begründet werden, der Beirat sollte eine Art Businessplan vorlegen. Was ist geplant an Seminaren, Fahrten oder Referaten?“ Dabei gäbe es genug zu tun: „Die Seniorenzeitung ist eher eine schlechtere Schülerzeitung, da müsste ein Infoblock rein, der den älteren Mitbürgern Hilfe anbietet, wie man zum Beispiel Anträge ausfüllt. In der Vergangenheit hat sich da auch immer der Georg Möllers eingemischt.“ Gerne dürfte der Seniorenbeirat auch politisch werden: „Armut trifft auch Ältere“.

Und auch bei der UBP rennt der Seniorenbeirat „offene Türen“ ein, wie Claudia Ludwig erklärt: „Wir haben das schon lange gefordert. Außerdem sollte der Seniorenbeirat, wie auch das Jugendparlament, mehr Rechte erhalten, um sich einbringen zu können.“ Sicher sei: „Wir unterstützen das.“

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