Nahverkehr

Recklinghausen: Verkehrspolitiker macht „Bus-Rebellen“ Hoffnung

Gespräche laufen, es gibt noch Hoffnung: Die „Bus-Rebellen“ von der Gleiwitzer Straße sind nicht vergessen. Und eine Lösung für ihr Problem scheint keineswegs ausgeschlossen.
Volker Schäper-Beckenbach vor der Bushaltestelle an der Buddestraße
Der Verkehrsausschussvorsitzende Volker Schäper-Beckenbach glaubt an eine Lösung für die „Bus-Rebellen“. © Montage Wiethaup

Zur Erinnerung: Die Vestische hatte am 3. Juli 2021 die Linien 231 und SB 24 verlegt, um auch die neue Ludwig-Erhard-Allee als schnelle Verbindung zu nutzen, doch dabei war die Buddestraße auf der Strecke geblieben. Etlichen Anwohnern der nahen Gleiwitzer Straße, wo bekanntlich auch mehrere Hochhäuser stehen, wurde „ihre“ Bushaltestelle genommen. Und nicht jeder ist dort so gut zu Fuß, dass er ein paar hundert Meter Fußweg in Kauf nehmen kann: „Deshalb gibt es den Bus ja“, sagt Gerda Frerich, die im Ringen um eine Lösung nicht locker lässt.

Sicher ist: Die ganze Angelegenheit wird noch einmal im nächsten städtischen Verkehrsausschuss thematisiert, das hat der Vorsitzende Volker Schäper-Beckenbach (Grüne) zugesichert. Zumal die zunächst einmal veranschlagte einjährige Probezeit dann endet, und die Vestische von ihren Erfahrungen berichten kann und soll.

Der SB 24 wird mit großer Sicherheit bleiben

Sicher scheint aber auch: Die neue Linienführung des SB 24 wird wohl nicht mehr verändert. Der Grund ist durchaus einleuchtend: „Die Linie ist dort sehr erfolgreich, sie wird auch von den Schülern der Berufskollegs am Campus Vest intensiv genutzt. Und die Ludwig-Erhard-Allee ist für den SB 24 wie geschaffen, schließlich steht SB für Schnellbus“, sagt Schäper-Beckenbach. Das bedeutet aber auch, dass sich die Idee, den SB 24 vom Oerweg noch einmal in einer kleinen Schleife über Ölpfad und Buddestraße zum Hauptbahnhof zu führen, zerschlagen hat.

Deswegen müssen die „Bus-Rebellen“ um Gerda Frerich ihre Hoffnungen allerdings noch nicht begraben. Denn vielleicht bietet die Linie 224, über die in diesem Zusammenhang bislang kaum geredet wurde, ungeahnte Chancen. Diese kommt bislang von der Lohwegsiedlung über die Dortmunder Straße, den Drissenplatz, die Hiberniastraße und schließlich die Breslauer Straße zur Ludwig-Erhard-Allee, und von dort dann zum Hauptbahnhof.

Vestische informiert über Schließung der Haltestelle.
Fast genau ein Jahr ist es her…. © Jörg Gutzeit

„Aber das muss ja nicht in Stein gemeißelt sein“, sagt Volker Schäper-Beckenbach: „Vielleicht könnte die Linie 224 ja einen Schlenker über die Hinsbergstraße und die Stettiner Straße machen.“ Tatsächlich käme der Bus von dort auf die Buddestraße, und man könnte eine neue Haltestelle einrichten, nur minimal entfernt von der, die von den „Bus-Rebellen“ so schmerzlich vermisst wird. „Ich sehe da echte Chancen“, sagt Schäper-Beckenbach.

Stadtbus-Liniennetz könnte Probleme beseitigen

Wenn es nach dem Grünen-Politiker geht, gäbe es diese Probleme ohnehin nicht: Schäper-Beckenbach hatte schon vor Jahren ein Stadtbus-Liniennetz angeregt, bei dem mit kleinen Bussen und hoher Taktung die Stadtbezirke in großen Achter-Schlaufen rund um den Wall versorgt werden. „Damit könnte man auch bestehenden Löcher beseitigen – zum Beispiel an der Rottstraße“, sagt er. Und er fügt hinzu: Es muss sich etwas bewegen, und ich habe das Gefühl, dass das auch geschieht.“

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