Route der Industriekultur

Ritterschlag für die König-Ludwig-Trasse

Bald ist Recklinghausen um einen weiteren Standort der Route der Industriekultur reicher. In den nächsten Monaten wird das ohnehin schon beliebte Ziel noch weiter herausgeputzt.
Beliebter Radweg: Das südliche Teilstück der König-Ludwig-Trasse soll noch in diesem Jahr asphaltiert werden. © Alexander Spieß

Jahr für Jahr wandeln Abertausende Besucher im Revier auf der Route der Industriekultur. Für den neuen Standort in Recklinghausen gilt der alte Spruch des Konfuzius: Der Weg ist das Ziel. Denn mit der König-Ludwig-Trasse (KLT) hält eine ebenso geschichtsträchtige wie beliebte Strecke Einzug in die Ruhmeshalle der industriegeschichtlichen Sehenswürdigkeiten. Die KLT wird Teil der Themenrouten Westfälischer Bergbau und Erzbahn Emscherbruch des Regionalverbands Ruhr (RVR).

Selbst an einem ganz normalen Werktag-Nachmittag herrscht auf der zum Radweg ausgebauten ehemaligen Zechenbahntrasse reger Betrieb. Auf dem bereits vor zehn Jahren freigegebenen ersten Teilstück der insgesamt neun Kilometer langen Strecke vergeht kaum eine Minute, ohne dass ein Radfahrer an der alten Diesellok südlich der Ortlohstraße vorbeidüst. Auch ein Mann im Elektro-Rollstuhl fährt über den feinen Kies, dann folgt ein Herr, der mit seinem Hund Gassi geht.

Asphaltdecke kommt noch dieses Jahr

Noch in diesem Jahr soll die sogenannte wassergebundene Decke durch eine dreieinhalb Meter breite Asphaltschicht ersetzt werden. Dann schließt das erste Teilstück in Sachen Komfort und Pfützenlosigkeit auf zum zweiten, 2019 eröffneten Teilstück der KLT von der Ortlohstraße in Röllinghausen bis zum Ickerottweg in Suderwich. Der politische Entschluss zum Asphaltieren ist längst gefasst. 233.000 Euro soll der Umbau kosten. Die Stadt hat bereits im vergangenen November Fördermittel beantragt. „Die Asphaltarbeiten sollen eigentlich noch im dritten Quartal starten“, sagt Christian Wengerek. Als SPD-Ratsherr und Mitglied des Geschichtskreises König Ludwig hat Wengerek die König-Ludwig-Trasse von Beginn an mitgestaltet. Drei ehemalige Unter-Tage-Lokomotiven und weitere Relikte des Bergbaus haben die ehemaligen Kumpel der Zeche König Ludwig entlang der Strecke aufgebaut. So wird aus dem Radweg ein „bergbauhistorischer Pfad“.

Ende dieses oder Mitte kommenden Jahres, hofft Wengerek, könnte das Projekt abgeschlossen sein. Doch noch ist einiges zu tun. Neben dem Asphalt fehlt auf dem ersten Teilstück noch etwas anderes: Beleuchtung. Die soll nun folgen. Der Ausschuss für Verkehr, Tiefbau und Mobilität könnte am Mittwoch, 25. August (17 Uhr, Bürgerhaus Süd) grünes Licht geben für die Beleuchtung des südlichen Teilstücks der KLT. Dabei sollen neben konventioneller LED-Beleuchtung in einem Pilotprojekt auch solarbetriebene Leuchten sowie „smarte“ Laternen zum Einsatz kommen, die bei Dunkelheit nur leuchten, wenn sich ein Radfahrer oder Fußgänger in ihrem Bereich aufhält. Christian Wengerek: „Vor dem Radfahrer gehen die Lichter an, hinter ihm gehen sie wieder aus.“ Der SPD-Politiker betont: „Alle EU-Richtlinien werden eingehalten.“ Das soll vermeiden, dass Licht unnötig in den Abend- oder Nachthimmel geleitet wird. 180.000 Euro sind im Haushalt bereits für die von CDU, Grünen und SPD geforderte Beleuchtung zwischen Emscherbrücke und Ortlohstraße vorgesehen.

Weitere Schilder sind in Arbeit

In Arbeit sind zudem zusätzliche Schilder, die die Geschichte der Zechen König Ludwig 1/2 und 4/5 erzählen. „Die Entwürfe der Schilder sind gerade in der Endabstimmung“, sagt RVR-Sprecher Jens Hapke. „Sie werden dann produziert und bis Ende des Jahres aufgestellt.“

Derzeit zählt die Route der Industriekultur in der „Metropole Ruhr“ 27 Ankerpunkte, etwa das Umspannwerk in Recklinghausen-Süd. „Die Ankerpunkte sind die Königsklasse“, sagt Jens Hapke. Hinzu kommen 17 Panoramen wie die Halde Hoheward sowie 13 Siedlungen und Bergbaukolonien. Außerdem gibt es 23 Themenrouten – wie jene, der die vom RVR hergerichtete König-Ludwig-Trasse angeschlossen ist. Die KLT ist neben Umspannwerk und Landschaftspark Hoheward der dritte Recklinghäuser Eintrag in die Route der Industriekultur.

Südlich der Ortlohstraße, am Beginn des ersten Abschnitts, ist die ursprüngliche Bestimmung der Trasse noch zu erahnen: Dort liegen im Pflaster meterlange Bahnschwellen.

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