Wochenkommentar

Was die Hitze so mit uns macht …

Eigentlich verbietet es sich, übers Wetter zu reden, doch daran kommt man diesmal nicht vorbei. Dabei sind es manchmal auch ganz andere Dinge, die die Leute auf Temperatur bringen.
Redakteur Ralf Wiethaup vor dem Rathaus im Hintergrund. © Lea Mundthal

Die Grundfrage bei der Erstellung dieser Kolumne lautet ja immer: Was war denn zuletzt eigentlich so los? Und dann greift man als Redakteur zu den jüngsten RZ-Ausgaben und blättert noch einmal nach. Das allerdings hätte man sich diesmal sparen können, denn das alles beherrschende Thema war (nicht nur in dieser Stadt) die Rückkehr der Hitze. Und völlig ungeniert durfte man seine Mitmenschen nunmehr wieder fragen, wie es denn bei denen so im Schlafzimmer läuft. Also in Sachen Schweiß, versteht sich.

Dabei hatte im Mai schon wieder eine recht typische teutonische Miesepetrigkeit um sich gegriffen, die sich darin äußerte, dass der verregnete und unterkühlte Wonnemonat böse beschimpft wurde und sich viele heimlich den echten Klimawandel, wie wir ihn in den letzten Sommern kennengelernt hatten, zurückwünschten. Nun gut, jetzt hatten wir wieder 35 Grad, und man fragt sich, ob es die gleichen Teutonen sind, die schon wieder rumstöhnen.

Hitzige Diskussion ums Stadion Hohenhorst

Derweil bedurfte es nicht einmal der ansteigenden Außentemperaturen, um Kultur- und Sportschaffende dieser Stadt in einem kurzen, aber hitzigen Gefecht aufeinanderprallen zu lassen. In die Rolle des bösen Buben wurde dabei Holger Freitag geschubst, dabei hatte der Grüne nur ausgesprochen, was offenbar ganz viele Besucher der Festspielkonzerte von Chilly Gonzales, Jan Plewka oder Helge Schneider im Stadion Hohenhorst – oftmals zu ihrer eigenen Überraschung – verspürt hatten: Die Sportstätte taugt tatsächlich auch zum Veranstaltungsort in Sachen Musik und Co.

Nun soll an dieser Stelle die leidige Diskussion über dieses Thema nicht schon wieder eröffnet, ach, was sage ich: entfacht werden, aber es darf doch noch einmal festgestellt werden: Niemand wollte den Sportlern ihr Stadion, neben dem es im Übrigen noch drei weitere Sportplätze und einen lauschigen Wald gibt, wegnehmen, und niemand hatte die Absicht, dort ein neues Woodstock zu veranstalten. Vielleicht kann ja in einer anderen – viel kühleren – Jahreszeit noch einmal darüber nachgesonnen werden.

Vorsicht bei Gerüchten um befangene Amtsträger

Und es mag auch der herannahenden Hitze geschuldet gewesen sein, dass der städtische Haupt- und Finanzausschuss am Montag im High-Speed-Tempo durch die Tagesordnung geschossen ist. Und eine Etappen-Entscheidung zur Bebauung neben dem Bergfriedhof in Hochlar wurde kurzerhand in den Rat geschoben. Es bestehe noch Redebedarf, hieß es, und das ist ja grundsätzlich zu begrüßen. Sollte dieser Redebedarf allerdings in dem Gerücht bestehen, dass ein oder mehrere Amtsträger der Stadt dort persönliche Interessen verfolgen würden, dann wäre das allerdings höchst zweifelhaft. Dies ist natürlich eine Bemerkung aus dem Bereich des Ungefähren – und da bleibt sie vorerst auch.

Der Abend in Waltrop

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