Urlaub

Mit dem Bulli durch Deutschland: Teil 1

Die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, dass Urlaub im eigenen Land auch wunderschön sein kann. Anna hat sich gleich 1,5 Monate Zeit genommen und einen Roadtrip durch die Republik gestartet.
Urlaube im Camper sind im Moment scheinbar so beliebt, wie lange nicht. Auch Jugendredakteurin Anna ist auf vier Rädern verreist. © pixabay.de

Nach dem Lockdown im letzten Jahr lagen sämtliche Reiseaktivitäten (und auch sonst alle Aktivitäten) ziemlich auf Eis. Ich habe viel gearbeitet und studiert und mir schließlich einen 26 Jahre alten VW LT gekauft und renoviert. Grenzenlos furchtbar ausgestattet im Stil der 90er, aber technisch relativ fit verschifften mein Freund und ich ihn nach Amrum und steckten viel Arbeit, Zeit und Ideen in die Renovierung. Nach etwa einem Monat war unser Zuhause auf Rädern dann wieder verkehrstauglich und gemütlich und wir haben uns entschieden, 1,5 Monate durch Deutschland zu fahren.

Von unseren Leben im Bus, den schönsten Landschaften und süßesten Städten Deutschlands möchte ich in einer kleinen Reihe erzählen. Im ersten Teil geht es von Amrum bis Oberwesel am Rhein. Auf der schönsten Nordseeinsel Deutschlands haben wir unsere Sachen zusammengepackt und sind in den Bus gezogen. Wir haben ein paar Zwischenstopps bei Freunden gemacht, bevor wir dann von Marl Polsum aus Richtung Eifel gefahren sind und das Van-Leben wirklich losging.

Schwimmen in alten Vulkankratern

Dort haben wir zwei Tage lang in der Einbuchtung eines Feldweges gestanden und die Vulkaneifel erkundet. Weil wir während unserer Reise um die 32 Grad hatten, waren wir froh, dass man in einigen Maaren (so werden die alten Vulkankrater genannt, in denen jetzt kreisrunde Seen entstanden sind) baden konnte. Besonders schön zum Schwimmen fanden wir das Gemündener Maar. Zum Spazieren lädt das Totenmaar ein, weil ringsherum Ziegen und Esel frei herumlaufen und das Wasser unglaublich schöne Farben hat.

Hier in der Vulkaneifel hat Anna zum ersten Mal richtig Stopp eingelegt. Dieser Feldweg wurde zum Schlafplatz auserkoren. © privat © privat

Nach unseren kleinen Vulkanwanderungen haben wir abends gemütlich im Bus gekocht, draußen gegessen und den Blick über die hügelige Landschaft genossen. Für ein warmes Badewochenende im Sommer ist die Vulkaneifel ein tolles Ausflugsziel.

Wandern entlang der Weinberge an der Mosel

Für uns ging es von dort aus (mit gemütlichen 95km/h Reisegeschwindigkeit) weiter an die Mosel. Hier – das müssen wir ehrlich sagen – fanden wir die Dörfer leider recht spießig. Die Weinhänge, die entlang der Mosel zu finden sind, sind aber total schön. Wir haben unser Zuhause auf Rädern auf einem kleinen Weg zwischen den Trauben geparkt und hatten so eine Aussicht, die eher an Südeuropa erinnert.

Entlang der Mosel gibt es einen 365km langen Wanderweg, den Moselsteig. Man kann auch super gut einzelne Etappen laufen. Wir waren in der Gegend um Enkirch herum unterwegs und können die Wanderung sehr empfehlen. Als Wanderbelohnung kann man in den kleinen Dörfern am Ufer der Mosel (häufig kostenlos) eine kleine Weinprobe machen und ein Fläschchen fürs Abendessen mitnehmen.

Kurzer Zwischenstopp nach mechanischen Problemen

Wohin wir nach der Mosel eigentlich wollten, weiß ich gar nicht mehr, denn wir sind mit qualmenden Bremsen in Obernwesel zum Stehen gekommen. Zum Glück ist weiter nichts passiert, aber wir haben beschlossen, an diesem Tag nicht viel weiter zu fahren. Über die park4night App, die ich wirklich jedem, der mit dem Bulli unterwegs ist, ans Herz legen kann, haben wir einen kleinen Wanderparkplatz gefunden, von dem aus man über das Rheintal schauen konnte. Dort haben wir uns mit Freunden verabredet, die auch mit dem Bus unterwegs waren und für zwei Tage ein kleines Camp aufgeschlagen.

Während dieser Zeit haben wir einen kleinen Ausflug zu Deutschlands ehemalig längster Hängebrücke, der Geierlay-Brücke, gemacht, die von Mörsdorf nach Sosberg führt. Falls sich zufällig mal jemand in der Gegend befindet – ein Abstecher lohnt sich. Hier im Süden von Rheinland-Pfalz endet der erste Teil des Roadtrip-Berichts.