Schalke 04

Warum sich ein BVB-Sponsor beim FC Schalke 04 engagiert

Schalke hat einen weiteren Sponsor gewonnen. Das Besondere daran: Es handelt sich um einen Hauptsponsor vom Revierrivalen Borussia Dortmund.
Evonik gehört nun auch zu den Sponsoren des FC Schalke 04. © dpa

Für Spieler oder Trainer sind Wechsel zwischen den großen Ruhrgebietsvereinen Borussia Dortmund und Schalke 04 mit enormen Widrigkeiten verbunden. Ein Hauptsponsor des BVB hingegen fährt vorübergehend sogar zweigleisig mit Schwarzgelb und Königsblau.

Als sich Schalke Ende Februar aufgrund der geopolitischen Lage von seinem langjährigen Partner Gazprom trennte, erntete Schalke viel Zustimmung dafür. Viele Unternehmen aus der Region hätten sich gemeldet, um ihre Hilfe anzubieten, wurde aus Gelsenkirchen hocherfreut zur Kenntnis genommen.

Solidarität im Ruhrgebiet

Denn finanziell schmerzte der Abschied von Gazprom, weil es sich um einen der lukrativsten Sponsorenverträge der Bundesliga handelte und Schalke hoch verschuldet ist. Zu den Unterstützern zählt nun auch der langjährige BVB-Hauptsponsor Evonik.

Dessen Engagement wurde jetzt öffentlich bekannt. Bei aller sportlicher Rivalität sei Schalkes Trennung von Gazprom ein Schritt gewesen, der Respekt und Anerkennung verdiene, und das eben auch in handfester Währung, heißt es dazu aus der Konzernzentrale in Essen. Obendrein gebe es eine Gegenleistung.

Bande und Loge in der Veltins-Arena

Auf einer Bande in der Veltins-Arena wirbt der Chemiekonzern für seine Kampagne „True Leadership“, wie die Funke Mediengruppe zuerst berichtete. Auch eine Loge ist gebucht. Finanziell belaufen sich die Zuwendungen nach Informationen der Ruhr Nachrichten auf eine gute sechsstellige Summe, die Unterstützung ist auf die aktuell laufende Saison begrenzt. Verwendet werden sollen die Mittel vor allem für die Knappenschmiede, also den Nachwuchsbereich. Schalke bedankt sich für die große Solidarität innerhalb des Ruhrgebiets.

Auf Bundesliga-Niveau bleibt Evonik-Vorstand Christian Kullmann, der seit knapp einem Jahr auch Aufsichtsratsvorsitzender der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ist, also ein Spagat zwischen Dortmund und Gelsenkirchen erspart. Sein Konzern ist mit 8,19 Prozent zweitgrößter Anteilseigner beim BVB.

Evonik engagiert sich seit 2006 und mindestens bis 2025 bei Borussia Dortmund, hat die Überweisungen seit dem Einstieg des Internet-Dienstleisters 1&1 als Co-Hauptsponsor allerdings auf geschätzte zehn bis 15 Millionen Euro reduziert.

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